Die schlimmste Unterkunft aller Zeiten - Reisebericht Indonesien (West Timor)


Mit dem Motorrad auf Weltreise



Einreise & Motorradimport:

Detaillierte Infos zu Einreisebestimmungen sowie zum temporären Fahrzeugimport findest du in unseren Länderinfos & Reisetipps Südostasien

 

Route:
Ende - Kupang - Soe - Atambua - Grenzübergang West-Timor - Timor Leste

 

Die Route auf der Google Karte dient der Übersicht und zeigt im Großen und Ganzen unsere gefahrene Strecke, im Detail kann es aber zu Abweichungen kommen.

Gefahrene Kilometer von Burghausen: 

32.379 Km

Spritpreis: 

0,37 - 0,46 € (88 - 91 Oktan)
         
Währung: 

Rupiah

Probleme mit den Motorrädern:
- Kolben von Hauptbremszylinder gereinigt und gefettet (Alperer)
- Verstellbare Bremshebel verbaut
- Birnen Zusatzscheinwerfer gewechselt (Dicke Rosi)
 
Stürze/ Umfaller: -

Gesundheit/ Verletzungen: -


 

 

Gegen 2 Uhr morgens laufen wir nach gut 17 Stunden Fährfahrt im Hafen von Kupang auf der indonesischen Insel West-Timor ein. Es ist stockfinster und so dauert es eine knappe Stunde bis wir unseren Weg vom deutlich außerhalb der Stadt gelegenen Fährhafen bis in die Innenstadt Kupangs gefunden haben. Da wir nicht irgendwann in den frühen Morgenstunden die ganzen Guesthouses in Kupang um ein Zimmer abklappern wollten, hatten wir in einem der wenigen Guesthouses, dass schon eine Internetseite hat, ein Zimmer gebucht. Was uns dann allerdings in der Unterkunft unserer Wahl erwartet… naja, was sollen wir sagen… manchmal sprechen Bilder mehr als tausend Worte:

 

Wir sind ja schon einiges an „ursprünglichen“ Unterkünften gewöhnt, doch diese hier ist definitiv eine der abgefucktesten, die wir auf unserer ganzen bisherigen Reise hatten! Schade, dass es noch kein Geruchs-Internet gibt, denn den feucht-muffeligen Schimmelgeruch, den unser „Badezimmer-Klo-Loch“ und unsere „Schlaf-Zelle“ verströmen und uns kaum richtig einatmen lassen, würden wir eigentlich schon gerne mit euch teilen! :-)

 

 

 

 

Man kann uns jetzt Weicheier nennen oder nicht, aber sobald es draußen hell wird, packen wir unsere Motorräder und verlassen dieses Loch von Guesthouse! Mehrere Tage wollen wir hier definitiv nicht verbringen! Die Suche nach einer neuen Unterkunft gestaltet sich jedoch gar nicht so einfach, denn viele der Hotels und Guesthouses sind ausgebucht oder richtig teuer oder genau solche Löcher wie unser letztes…

 

Am Ende landen wir in einem wirklich schönen doch mit 200.000 Rupiah, was knapp 16 Euro entspricht, für unseren Geldbeutel wirklich teuren Hotel. Dafür können wir unsere Motorräder zumindest direkt vor unserem Zimmer parken und Helle hat genügend Platz um einige kleinere Reparaturen an den Bikes vorzunehmen. Außerdem müssen wir auf jeden Fall noch zwei oder drei Tage hier in Kupang bleiben, denn wir müssen der Botschaft von Timor-Leste einen Besuch abstatten und unsere Visa für das letzte Land auf unserer Reise durch Südostasien besorgen.

 

 

 

 

Eigentlich hatten wir schon vor knapp 2 Monaten versucht unsere Visa für Timor-Leste online zu beantragen, doch wir haben bis heute keine Antwort von der Botschaft erhalten… dann müssen wir dort eben persönlich hin. Gesagt, getan, schnell alle Unterlagen zusammengepackt, die wir benötigen und dann ab in die Innenstadt von Kupang und zur Botschaft von Timor-Leste die in einem teuren Marmorpalast residiert. (GPS Koordinaten Botschaft von Timor-Leste in Kopang: S 10 09.861 E 123 36.493) Zu unserer Freude gibt es keine lange Warteschlange, die für uns zuständige Mitarbeiterin ist sehr freundlich und nach gut 15 Minuten ist klar, in zwei Tagen können wir… nein, nicht unser Visum abholen. Die Botschaft hier in Kupang stellt nämlich nur sogenannte “Visa Application Authorization”, zu Deutsch eine „Erlaubnis zur Beantragung eines Visa“ aus. Nur mit diesem offiziellen Papier können wir dann direkt an der Grenze das eigentliche Visum beantragen. Na wenn das mal keine Geldmacherei ist.

 

 


Von der Hafenstadt Kupang nach Atambua - unsere letzten Kilometer in Indonesien


 

 

So verbringen wir die nächsten Tage unter anderem damit unsere Motorräder nach knapp 2 Monaten auf Indonesiens Schlagloch-Pisten wieder fit zu machen. Als allererstes bekommen sie für umgerechnet 2 Euro pro Motorrad eine ausgiebige Handwäsche von den netten Jungs vom Autowäsche-Stand, dann kauft Helle uns zwei in der griffweite verstellbare Bremshebel, die es hier für kleines Geld in jedem Roller-Shop gibt. Nach etwas bohren, feilen und modifizieren sind die guten Stücke passend gemacht und gibt uns endlich die Möglichkeit, die Hebel zu verstellen. In dem Zuge zerlegt Helle auch gleich noch seinen Hauptbremszylinder, da der Kolben dort immer hängen bleibt. Nach etwas Reinigung und Fett funktioniert auch dieser wieder einwandfrei.

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Des Weiteren müssen einige Schrauben, die es in den letzten Wochen abvibriert hat, ersetzt werden und die Birnen der Zusatzscheinwerfer an der „Dicken Rosi“ haben auch schon seit längerem ihren Geist aufgegeben und müssen ebenfalls ersetzt werden. Außerdem treffen wir Heiko ein letztes Mal. Er ist auf seinem Rückweg aus Timor-Leste wo er das neue Carnet für sein BMW-Gespann hat einstempeln bevor es am nächsten Morgen heißt endgültig von ihm Abschied zu nehmen, nicht jedoch ohne ihm ein kleines Andenken von uns mitzugeben!

 

 

 

 

Heiko wird zurück nach Bali fahren, wo er sein Gespann für einige Monate zurücklassen wird um über den Sommer zurück nach Deutschland zu fliegen. Im Herbst will er aber wieder zurück kommen und die Heimreise zurück nach Deutschland wieder mit seinem BMW-Gespann in Angriff nehmen. Wir wünschen ihm für seine weitere Reise alles Gute, viele Abenteuer, eine unfallfreie Fahrt und hoffen, ihn irgendwann und irgendwo auf dieser Welt noch einmal zu treffen! Mach´s gut Heiko!

 

 

 

 

Unsere letzte Nacht in West-Timor und somit auch in Indonesien verbringen wir in Atambua, einer knapp 40.000 Einwohner zählenden Stadt nahe der Grenze. Unser Reiseführer verliert kein gutes Wort über Atambua, das im Jahr 2000 Schauplatz eines Mordes an drei UN-Mitarbeitern wurde und angeblich noch heute als einer der Rückzugsorte für Rebellen aus dem nahegelegenen Timor-Leste genutzt wird. Wir hingegen finden, dass die Stadt und seine Bewohner weder unfreundlich noch bedrohlich auf uns wirken und so verbringen wir unsere letzte Nacht auf Indonesischem Boden sehr entspannt bevor es am Morgen nur gut 30 km bis zur Grenze nach Timor-Leste geht.


Sobald wir Atambua hinter uns lassen, wird die Landschaft um uns herum wieder sehr grün und wir kommen nur noch an einigen wenigen kleinen Örtchen vorbei in denen es noch richtig beschaulich zugeht. Wir können gar nicht glauben, dass das kleine Sträßchen, auf dem wir gerade fahren die einzige Überlandverbindung zwischen dem westlichen, indonesischen Teil der Insel und dem seit einigen Jahren unabhängigen östlichen Teil der Insel, dass nun Timor-Leste genannt wird, darstellt. Kurz vor der Grenze müssen wir dann noch ein letztes „Hindernis“ überwinden…

 

 

 

 

…bevor wir gegen Mittag an die indonesische Seite der Grenze kommen. Die Grenze ist wirklich klein, es sind kaum andere Leute unterwegs und zu unserer Freude treiben sich auch keine der nervigen „Helfer“ herum, die uns sonst an den Südostasiatischen Grenzen immer auf die Nerven gehen. Wir geben unsere Touristenkarten ab und bekommen unsere Pässe ausgestempelt. Dann noch ins nächste Häuschen wo der Zoll sitzt. Bis die Carnets ausgestempelt sind dauert es dann allerdings einige Zeit, denn der Zollbeamte hat absolut keinen Plan, was er machen soll. Irgendwann findet er dann doch irgendwo in seinem riesigen Schreibtisch eine Art Vorlage, wie er unsere Carnets stempeln soll, dann noch etwas Assistenz von uns und schon haben wir auch das geschafft!


Nun geht´s über eine kleine Brücke und ab ins „Niemandsland“. Eigentlich sollte jetzt dann doch mal irgendwas, was nach der Grenze von Timor-Leste aussieht, auftauchen… doch noch sehen wir irgendwie nur Dschungel und wir sind uns nicht mehr so sicher, ob wir den richtigen Weg genommen haben. Es gab aber sonst keinen anderen. Na, dann suchen wir mal...

 

 

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