Länderinfos & Reisetipps // Mit dem Motorrad durch Südamerika


(Stand Februar 2016)

Bereiste Länder: 9

 

Grenzübertritte: 17

 

Reisezeit gesamt (SA):

16 Monate

(Oktober 2014 bis Januar 2016)

 

Zurückgelegte Kilometer:

ca. 40.000 km



Visum & Einreise



(Aktualisiert Nov. 2020)

 

 

Um Südamerika zu bereisen braucht man als EU-Bürger vorab kein Visum zu beantragen. Bei der Vorlage seines Reisepasses bekommt man als Tourist direkt an der Grenze eine Aufenthaltsgenehmigung von 90 Tagen in seinen Pass gestempelt.

 

Achtung: Manche Länder (u. a. Brasilien und Ecuador) begrenzen den touristischen Aufenthalt auf 90 Tage innerhalb von 180 Tagen. Eine Verlängerung des Visums ist u. U. gegen eine gewisse Servicegebühr möglich. Wir haben z. B. in Kolumbien von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

 

Achtung: Bei der Einreise nach Chile dürfen keine frischen sowie getrockneten Lebensmittel und tierische Produkte eingeführt werden! Dies wird von den Grenzbeamten auch streng kontrolliert. Eine Missachtung der Einfuhrbestimmungen wird mit Geldstrafen geahndet.


Länderinfos allgemein



Motorradimport:

  • Für Südamerika ist kein Carnet de Passage erforderlich
  • An allen Grenzen werden kostenfrei temporäre Einfuhrpapiere für Fahrzeuge ausgestellt, die i. d. R. an die Visumsdauer des Fahrzeughalters gekoppelt sind
  • Wir wurden in 16 Monaten Südamerika nicht ein einziges Mal nach unseren internationalen Führerscheinen oder Fahrzeugpapieren gefragt
  • An der Bolivianisch-Peruanischen Grenze wurden wir das einzige Mal auf eine gültige Motorradversicherung kontrolliert.

Achtung: Die peruanischen Grenzbeamten verweigern die Einreise, wenn keine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung vorgelegt werden kann!

 

Kfz-Haftpflichtversicherung:

  • Für die Mercosur-Staaten (Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay und Brasilien) haben wir über Allianz Argentinien online eine Versicherung für 6 Monate abgeschlossen.

 

Kostenpunkt pro Motorrad: ca. 140,00 €

 

Unser Kontakt:

Gisela María Speiser

Av. Roque S. Peña 651 3*"56"

(1035) Capital Federal

Tel/fax 0054 11 4326-3647/2611

Celular 11 15 4176-9382

Gisela (at) speiserseguros (dot) com (dot) ar

www.speiserseguros.com.ar

 

  • Für Peru kann an den großen Grenzübergängen direkt vor Ort eine Versicherung gekauft werden. Diese wird bei Polizei-/Militärkontrollen auch regelmäßig kontrolliert. Wir benutzten den kleinen Grenzübergang direkt am Titicacasee und hatten massive Probleme bei der Einreise wegen fehlender Versicherungsdeckung. Siehe folgender Reisebericht
  • Für Kolumbien kann an den großen Grenzübergängen direkt vor Ort eine Versicherung gekauft werden. Diese wird bei Polizei-/Militärkontrollen auch regelmäßig kontrolliert.
  • Für Ecuador ist keine eigene Versicherung notwendig, da Fahrzeuge über die im Land anfallenden Mautgebühren versichert sind.

 

Camping:

  • Wildcamping ist generell in allen dünn besiedelten Gebieten Südamerikas möglich. Wir haben oft wild gecampt und nie Probleme erlebt.
  • Speziell in Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien gibt es ein dichtes Netz an Campingplätzen. Die Standards liegen aber i. d. R. unter denen in Europa üblichen.
  • Bolivien und Peru sind relativ günstige Reiseländer, in denen auch Hostel-Zimmer und einfache Hotelzimmer zu günstigen Preisen zu finden sind.
  • Auf der Suche nach (freien) Campingplätzen und günstigen Zimmern rentiert sich ein Blick auf www.iOverlander.com bzw. www.airbnb.com

 

Straßennetz & Tankstellen:

  • In Südamerika herrscht Rechtsverkehr.
  • Die Hauptstraßen in ganz Südamerika sind im generellen geteert und von guter Qualität. Einzige Ausnahme ist ein mehrere hundert Kilometer langes Stück der argentinischen Ruta 40 in Patagonien, das nach wie vor aus Wellblechpiste besteht. Doch auch hier schreiten die Asphaltierungsarbeiten massiv voran.
  • Wer das Abenteuer sucht, der wird aber in ganz Südamerika jede Menge ungeteerte Strecken von schönen Kieswegen bis einspurigen Trampelpfaden finden.
  • Speziell in Bolivien und Peru ist absolut passives und vorausschauendes Fahren überlebenswichtig, da die einheimischen Fahrzeuglenker Motorräder nicht als Verkehrsteilnehmer ansehen und diese daher massiv schneiden, überholen und gar von der Straße drängen!
  • Auf den Hauptrouten sind in allen Ländern ausreichend Tankstellen, vorhanden, auf kleineren Nebenstrecken wird alternativ oftmals Benzin in Kanistern und Flaschen angeboten
  • Wer die Lagunen-Route zwischen Chile und Bolivien fahren will, der sollte jedoch extra Sprit für den ca. 500 km langen Offroad-Track einplanen
  • Auch auf einigen anderen Asphalt-/Offroadstrecken in den Anden liegt die Distanz zwischen den Tankstellen bei mehreren hundert Kilometern. Hier ist auch der evtl. höhere Spritverbrauch aufgrund der oftmals extremen Höhen mit zu berücksichtigen. Wer abgelegene Strecken fahren will, sollte sich daher vorab unbedingt genau informieren!
  • In Bolivien müssen Touristen einen ca. 2/3 höheren Benzinpreis zahlen als Einheimische. Dies ist von der Regierung so festgelegt und den Tankstellen drohen Strafen, wenn sie sich nicht daran halten! Da den Touristen außerdem eine spezielle Quittung ausgestellt werden muss, verweigern einige Tankstellen das Betanken von ausländischen Fahrzeugen, um dem bürokratischen Aufwand zu entgehen. Dies kommt unserer Erfahrung nach aber relativ selten vor.
  • Die Oktanzahl lag durchwegs im 90er Bereich. In Argentinien und Ecuador hatten wir dennoch Probleme mit der Benzinqualität, die sich in deutlichem Leistungsverlust, unruhigem/klopfendem Motorenlauf und deutlich höherem Benzinverbrauch äußerten.
  • Die landesspezifischen Benzinpreise findet ihr in den Info-Kästen zu unseren jeweiligen Reiseberichten

 

Motorradwerkstätten & Reifen:

  • Fachwerkstätten sind nur in Großstädten zu finden. Kleine Straßenwerkstätten, die vor allem auf Roller und Leichtkrafträder spezialisiert sind, finden sich jedoch in fast jedem Dorf.
  • Kleine Reifenreparaturläden, sogenannte "Gomerias", befinden sich in jedem noch so kleinen Dorf.
  • Motorradreifen für „große“ Motorräder findet man ebenfalls nur in Großstädten, doch selbst hier ist die Auswahl oft sehr begrenzt und die Preise hoch.
  • In Chile, Brasilien, Uruguay und Kolumbien hat man unserer Erfahrung nach die besten Möglichkeiten, Reifen und Ersatzteile zu bekommen. Paraguay wiederum bietet ein große und bezahlbare Auswahl an Elektronikartikeln.

 

Geld:

  • Banken/ATMs sind im ganzen Land ausreichend vorhanden.

Achtung: Bei den mit „Link“ gekennzeichneten ATMs wurde unsere deutsche VISA-Karte nicht akzeptiert!

  • In Argentinien rentiert sich der Tausch von Euro bzw. USD auf dem sog. „Blue Market“. Die Wechselkurse dort liegen aktuell (2016) allerdings nur noch bei ca. 10 % über dem offiziellen Wechselkurs der Banken und Wechselstuben. In touristischen Gegenden tauschen fast alle Souvenirläden und sonstige touristische Geschäfte bereitwillig Geld. Keine Scheu zeigen und einfach fragen!

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Lebenshaltungskosten:

  • Unserem Gefühl nach lagen unsere durchschnittlichen Kosten für Lebensmittel und Unterkünfte in Chile, Uruguay, Brasilien und Paraguay in etwa auf deutschem Niveau.
  • Bolivien und Peru sind etwas günstigere Reiseländer.
  • Argentinien, Ecuador und Kolumbien lagen unserem Gefühl nach etwas unterhalb des deutschen Preisniveaus.
  • Ausführliche Budgetkalkulationen für Südamerika findet ihr z. B. auf der englischsprachigen Reiseseite der Motorradreisenden von „S&M Boiler Works

 

Netzabdeckung & Internet:

  • Auf den meisten Campingplätzen und auch in fast allen Hostels wird kostenloses WiFi angeboten. Mal ist es super schnell, mal unterirdisch langsam.
  • Theoretisch kann man in jedem Land eine SIM-Karte mit Datennutzung kaufen. Wir haben es in Chile, Argentinien und Kolumbien versucht, um dort unabhängiger zu sein. In Chile haben wir gute Erfahrungen mit Entel gemacht, Claro in Argentinien konnte überhaupt nicht überzeugen, wohingegen Claro in Kolumbien relativ zuverlässig funktionierte.

Lust auf unsere Reiseerlebnisse?

Wenn dich neben den Länderinfos auch unsere Erlebnisse auf unserer Reise durch Südamerika interessieren, dann wirf einen Blick in unser Weltreise Tagebuch Südamerika und begleite uns auf unserem Motorradabenteuer!



Tipps & Tricks



 

 

Tipp Nr. 1:

Wer sein Motorrad vollgetankt haben möchte, muss dem Tankwart nur die drei Zauberwörter „lleno por favor“ [jeno por favor] nennen.

 

Tipp Nr. 2:

Unserer Erfahrung nach spricht in Südamerika – mal abgesehen von den großen Metropolstädten – kaum jemand Englisch. Zumindest rudimentäre Spanischkenntnisse sind daher definitiv von Vorteil! Vor allem Bolivien (Sucre) ist auf Grund seiner günstigen Preise und des deutlichen Spanisch ein gutes Land um eine Sprachschule zu besuchen.

 

Tipp Nr. 3:

Trotz des – in der Regel fälschlicherweise - leicht negativen Rufs einiger südamerikanischer Länder bzw. ihrer (Polizei)Beamten haben wir in 16 Monaten nicht ein einziges Mal ein Sicherheits- oder Diebstahlproblem erlebt oder ernsthafte Probleme mit der Obrigkeit gehabt. Trotzdem sollte man immer seinen gesunden Menschenverstand bewahren, wenn möglich Wertgegenstände nicht offen zeigen und die bepackten Motorräder nicht unbeobachtet lassen, denn Gelegenheit macht bekanntlich Diebe, egal ob in Europa oder in Südamerika!

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Personen- und Motorradtransport



Motorradverschiffung Südamerika - Zentralamerika:

Das deutsche Segelschiff „Stahlratte“ transportiert regelmäßig Motorräder und Reisende zwischen Kolumbien und Panama, einmal im Jahr bietet es jedoch die einmalige Gelegenheit mit dem eigenen Motorrad von Kolumbien über Jamaika nach Kuba und dann weiter bis Mexiko zu segeln.

 

Detaillierte Infos zu den aktuellen Segeltouren und Preisen findet ihr unter www.Stahlratte.de oder auf deren Facebook-Seite. Die Abwicklung der Visa- und Zollformalitäten sind im Verschiffungspreis inbegriffen und Kapitän Lulu tut sein Bestes, um die Behördenabwicklung so schnell und einfach wie möglich zu gestalten.

 

Für uns bot der Segelturn mit der Stahlratte nicht nur das erste Mal auf unserer Reise die Möglichkeit, zusammen mit unseren Motorrädern zu verschiffen, sondern auch die einmalige Erfahrung eines mehrtägigen Segelturns auf offenem Meer, intensiven Einblick und Mitarbeit an Bord eines großen Segelschiffs, sowie den Besuch der beiden karibischen Inselstaaten Jamaika und Kuba.

 

Einen ausführlichen Bericht zu unserem Segelabenteuer findet ihr in unseren Reiseberichten

Das solltet ihr beachten:


Alle auf der Seite „Reiseinfos & Tipps Südamerika“ von uns für euch zusammen getragenen Informationen haben wir nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Trotzdem können wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben keine Gewähr übernehmen, da sich vor allem die Gesetzeslage und die Vorschriften oft schnell ändern. Im Zweifel solltet Ihr die von uns zur Verfügung gestellten Informationen auf Aktualität prüfen und verifizieren!

 

PS: Ihr habt Updates zu einem der Themen auf dieser Seite? Dann lasst uns diese Bitte zukommen! So können wir die Seite „Länderinfos Osteuropa/Zentralasien“ für euch und andere Motorradreisende so aktuell wie möglich halten. Vielen Dank!

 


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