Länderinfos & Reisetipps // Mit dem Motorrad durch Neuseeland


(Stand April 2015)

Bereiste Länder: 1

 

Grenzübertritte: 1

 

Reisezeit gesamt (NZ):

3,5 Monate

(Januar bis April 2014)

 

Zurückgelegte Kilometer:

ca. 14.000 km



Visum & Einreise



(Aktualisiert Nov. 2020)

 

 

Da wir schon von mehreren Reisenden gehört haben, dass ihnen der Flug nach Neuseeland verweigert wurde, weil sie kein Rück- bzw. Weiterflugticket vorweisen konnten, haben wir vorsichtshalber ein voll rückerstattbares Rückflugticket nach Australien gebucht. Wir haben uns hier für den Flexi-Tarif von Quantas entschieden, da der Internetauftritt der Fluggesellschaft eine volle Rückerstattung ohne Stornierungskosten verspricht. Als wir in Brisbane für unseren Flug eingecheckt haben, wurde tatsächlich nach einem Weiterflugticket gefragt und dieses dann auch ganz genau geprüft bevor wir die Bordkarten für unseren Flug erhielten. Als wir jedoch in Neuseeland versucht haben, unsere Tickets zu stornieren, wurde uns online nur ein 12 Monate gültiger Gutschein und keine Rücküberweisung des bezahlten Betrags auf unsere Kreditkarte angeboten. Eine persönliche Nachfrage im Quantas-Büro am Flughafen von Auckland ergab dann Gott sei Dank, dass der bezahlte Betrag abzüglich einer Stornierungsgebühr – von der im Internet NICHTS zu lesen war – auf unsere Kreditkarte zurück überwiesen werden kann, was die Quantas Mitarbeiterin dann auch sofort veranlasste. Online wäre diese Rücküberweisung - warum auch immer - jedoch nicht möglich gewesen.

 

 

Mittlerweile gibt es aber eine super Lösung für dieses Problem: Onward Tickets!

Auf der Webseite von OnwardTicket* kannst du nämlich ganz einfach ein „Pro forma“-Flugticket buchen, für das nur eine Reservierungsgebühr in Höhe von 12 $ anfällt und das nach 48 h automatisch wieder storniert wird. Wie genial ist das denn!?

 

Zugegeben, wir waren anfangs auch etwas skeptisch, aber keine Angst, der Service von OnwardTicket ist absolut legal. Es wird ein echtes, im Buchungssystem nachprüfbares Ticket für dich reserviert und automatisch auch wieder storniert. OnwardTicket bietet einen Last-Minute-Service an, trotzdem empfehlen wir dir das Ticket bereits einen Tag vor Abreise zu buchen, damit du es auch wirklich rechtzeitig erhältst. Das Ticket wird dir per E-Mail zugeschickt und du kannst es auf Verlangen beim Check-In am Airline Schalter oder dem Einreisebeamten vorlegen.


 

 

Bei der Einreise am Flughafen Auckland wird automatisch im Rahmen des sog. „Visa-Waiver Program“ ein drei Monate gültiges, kostenfreies „Visa on Arrival“ ausgestellt. Das „Visa on Arrival“ kann ohne Probleme um weitere 3 Monate verlängert werden. Dafür muss ein sog. „Visitors Visa“ beantragt und die Unterlagen in Papierform bei einem Büro der „Immigration New Zealand“ eingereicht werden (www.immigration.govt.nz).

 

 

ivisa-affiliate


Länderinfos allgemein



Camping:

  • Es gibt nicht ganz so viele Campingplätze wie in Australien, aber dennoch sind die Inseln gut erschlossen. Auch die Preise für 2 Personen/Nacht beginnen ab 15 NZD und sind damit etwas günstiger als in Australien.
  • Die Campingplätze bieten in der Regel auch Cabins an. Der Preis für eine einfache Cabin für 2 Personen/Nacht beginnt ab 35 NZD.
  • Das Department of Conversation, kurz „DOC“ genannt, bietet ebenfalls Campingplätze von extrem basic mit einfachem Plumpsklo und Wasser aus dem nächsten Bach bis hin zu gut ausgestattet mit heißer Dusche und Cabins.
  • Die Preise auf den DOC Campingplätzen reichen von kostenlos bis 15 NZD pro Person und Nacht, je nach Standard des Campingplatzes. In der Regel muss man sich selbst „einchecken“, indem man eine kleine Karte mit Namen & Kfz-Kennzeichen ausfüllt und diese zusammen mit den Campinggebühren in eine kleine Metallbox schmeißt. Unserer Erfahrung nach kommen die Ranger des DOC relativ oft auf die Campingplätze um zu kontrollieren, ob auch alle Camper brav ihre Gebühren bezahlt haben. Auf den kostenlosen Plätzen sieht man dagegen so gut wie nie Ranger.

In jeder Touristeninformation bekommt man eine kleine kostenlose Karte, in der fast alle DOC Campingplätze der Nord- und Südinsel eingezeichnet sind. Detailliertere Informationen zu allen Plätzen und vor allem auch eine Übersicht aller kostenlosen Plätze (die leider nicht alle in o. g. Karte zu finden sind!) findet man auch auf der DOC Homepage

  • Wild Campen ist unserer Erfahrung nach überall in Neuseeland möglich. Allerdings sind große Teile der Nordinsel sehr dicht besiedelt oder durch eingezäunte Viehweiden schlecht zugänglich. Auch sind viele Gemeinden auf Grund von Vermüllungsproblemen durch die Heerschaaren an Miet-Campern dazu übergegangen, auf ihrem kompletten Gemeindegebiet das wilde zelten zu untersagen. So z. B. auf der bei Touristen sehr beliebten Coromandel Peninsula auf der Nordinsel, die mit großen „Freedom Camping Prohibited“ Schildern aufwartet.

An dieser Stelle ein herzliches „Dankeschön“ an all die hirnlosen (Minivan)-Camper, die ihre Hinterlassenschaften und ihren Müll einfach überall liegen lassen und wegen denen das wilde Zelten in Neuseeland nun immer weiter restriktiert wird!

Auf der wesentlich dünner besiedelten Südinsel hatten wir jedoch nie Probleme herrliche Flecken zum wild campen zu finden, vorausgesetzt wir waren abseits der gängigen Touristenattraktionen unterwegs.

 

Straßennetz & Tankstellen

  • Tankstellen sind auf der Nord- wie auch auf der Südinsel ausreichend vorhanden, es gibt überall mindestens 92 Oktan Benzin.
  •  In Neuseeland herrscht Linksverkehr
  • Der Fahrstil der Neuseeländer ist dem der Deutschen unserer Meinung nach sehr ähnlich
  • Das Verkehrsaufkommen in den Ballungsräumen, speziell in und um Auckland herum, kann manchmal ganz schön zäh sein. Auf dem Land hingegen kann es einem aber auch mal passieren, dass man die Straßen für sich alleine hat. Trotzdem sollte man nicht unachtsam werden, denn einige Male trafen wir direkt hinter Kurven auf riesige Schafherden, welche die Straße blockierten.
  • Der Straßenzustand der Highways ist sehr gut.
  • Manche Nebenstrecken weisen viele Schlaglöcher und geflickte Stellen sowie Riesel und durch die landwirtschaftliche Nutzung verdreckte Stellen auf, hier ist trotz oder gerade wegen der vielen herrlich kurvigen Strecken Vorsicht geboten!
  • Der Zustand der Offroad-Tracks variiert je nach Jahreszeit und Instandhaltung von sehr guter Kiesstraße bis grobsteinig mit Felsen, kleineren und größeren Wasserdurchfahrten und durchaus steilen und engen Kurven.
  • Plant man eine der etwas längeren Offroad-Tracks wie die „Rainbow Road“ oder die „Old Dunstan Road“, so informiert man sich am besten vor Ort über den Pistenzustand und die Wettervorhersage, denn manche Strecken wie die „Old Dunstan Road“ sind reine Schön-Wetter-Straßen („Dry Weather Road“). Das hat aber weniger damit zu tun, dass die Kiwis beim Biken nicht nass werden wollen, sondern weil sich die Lehmpisten oft schon bei geringem Niederschlag in rutschige, klebrige kaum mehr befahrbare Pisten verwandeln.
  • Uns hat in 3 1/2 Monaten nicht ein einziges Mal die Polizei aufgehalten. Trotzdem haben wir unsere Motorräder offiziell registriert und eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen, die in Neuseeland Pflicht ist.
  • Wir waren bei der „Vehicle Testing New Zealand“, kurz VTNZ (www.vtnz.co.nz) genannt, da wir dort nicht nur den neuseeländischen TÜV machen lassen, sondern auch gleich noch eine Haftpflicht-Versicherung abschließen konnten.

Für ein Motorrad haben wir bezahlt:

 

41 NZD für die „Warrant of Fitness“ (WoF), gültig für 6 Monate
50 NZD für die „Registration for visitors overseas vehicle“ (Formular MR2c – diese Info kann durchaus nützlich sein, da die nette Dame in unserer VTNZ Filiale nämlich keinen blassen Schimmer von ausländischen Fahrzeugen hatte!). Gültig für 6 Monate.


Die Registrierung beinhaltet auch eine Personen-Haftpflichtversicherung, die sog. ACC Levy (Accident Compensation Corporation Levy), eine Art staatliche Pflicht-Unfall-Haftpflichtversicherung für alle Fahrzeughalter.
Achtung: Die ACC Levy deckt nur Personen- jedoch keine Sachschäden ab! Wer sein Fahrzeug auch bezüglich Sachschäden versichern will, muss eine separate sog. Third Party Insurance abschließen!
 

Wir haben bei uns bei NAC Insurance ein Angebot für eine zusätzliche Kfz-Sachschaden-Haftpflichtversicherung erstellen lassen. Kostenpunkt 135 NZD pro Motorrad für 3 Monate (www.nac.co.nz/vehicle-insurance-products/motorcycle-insurance). Auf Grund des doch relativ hohen Preises haben wir uns schlussendlich gegen diese Zusatzversicherung entschieden.
 
Um die Motorräder bei der VTNZ zu registrieren, mussten wir unsere Pässe, Fahrzeugscheine und Carnets vorlegen.
 
Reist man vor Ablauf der sechsmonatigen Gültigkeit aus, kann man die o. g. Registrierung bei der VTNZ stornieren und sich die zu viel bezahlte Gebühr erstatten lassen. Hierfür muss man das Formular MR15 ausfüllen und – ganz wichtig! – den WoF-Aufkleber vom Motorrad entfernen und bei der VTNZ abgeben.
 
Einziges Problem: die VTNZ erstattet die Gebühr nicht bar, sondern nur per Verrechnungsscheck an eine neuseeländische Adresse. In unserem Fall hat die VTNZ für die Zusendung der Verrechnungsschecks fast 3 Wochen gebraucht und da waren wir natürlich schon über alle Berge… :-/

 

Motorradwerkstätten & Reifen:

  • Wenn man keine bestimmte Markenwerkstatt sucht, so findet sich in jedem größeren Ort eigentlich eine Motorradwerkstatt
  • Große Markenwerkstätten gibt es nur in den Großstädten wie Auckland, Wellington und Christchurch
  • Auch bei Reifen gilt, legt man keinen Wert auf eine spezielle Marke oder ein spezielles Modell, so bekommt man i. d. R. in jeder Motorradwerkstatt eine kleine Auswahl passender Reifen

 

Essen & Geld:

  • Banken/ATMs sind im ganzen Land ausreichend vorhanden, es kann aber auch fast überall mit den gängigen Kreditkarten bezahlt werden
  • Supermärkte sind im ganzen Land ausreichend vorhanden, aber auch in Neuseeland gilt, desto abgelegener die Gegend und desto kleiner der Ort, desto teurer die Lebensmittel in den Läden

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Fährverbindung Nordinsel - Südinsel:

  • Wer mit seinem eigenen Fahrzeug von einer Insel auf die andere reisen will, hat zwei Fährgesellschaften zur Auswahl, die beide mehrmals täglich zwischen Wellington auf der Nordinsel und Picton auf der Südinsel verkehren.

Die Überfahrt dauert ca. 3 Stunden.
www.interislander.co.nzwww.bluebridge.co.nz 
Angeblich soll Bluebridge der günstigere Anbieter sein. Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Preise je nach Wochentag und Abstand der Buchungsanfrage zum Überfahrttermin sehr stark variieren und sich durchaus ein Preisvergleich lohnt.
Wir sind einmal mit Bluebridge und einmal mit Interislander gefahren. Beide Fähren unterscheiden sich was Ausstattung, Größe, Sauberkeit und Service betrifft kaum.
 

Lebenshaltungkosten:

  • Die Preise für Lebensmittel erschienen und ähnlich wie in Deutschland. Nur die Preise für Milchprodukte kamen uns auffallend hoch vor.
  • Die Preise für Alkohol und Tabakwaren sind deutlich höher als in Deutschland, im Vergleich zu unserem vorherigen Aufenthaltsland Australien aber deutlich günstiger.
  • Den Preis für Campingplätze, Cabins und Hotelzimmer empfanden wir ebenfalls auf deutschem Niveau.

Tipps & Tricks



 

 

Tipp Nr. 1:

Der „New Zealand Motorcycle Atlas“ von Hema bietet ein komplettes Kartenwerk für Neuseeland. Darüber hinaus listet er die top 100 Motorradstrecken in Neuseeland auf und beschreibt diese kurz in Wort und Bild.

 

Tipp Nr. 2:

Der neuseeländische Automobilclub AA bietet angeblich eine gratis Mitgliedschaft für ADAC Mitglieder. Wir haben dies aber nicht selbst überprüft. Im Rahmen der Mitgliedschaft erhält man dann wohl auch kostenlose Straßenkarten. (www.aa.co.nz)

 

Tipp Nr. 3:

An einer ganzen Reihe von teilnehmenden Tankstellen (u. a. Caltex und BP) gibt es eine kostenlose Rabattkarte, bei deren Vorzeigen man je Tankvorgang 4 Cent Rabatt an den teilnehmenden Tankstellen bekommt. (www.aa.co.nz/aasmartfuel)

 

Tipp Nr. 4:

Eine gute Übersicht inklusive detaillierter Streckenbeschreibung über die 48 besten Bike Roads auf der Südinsel findet man hier: www.bestbikingroads.com

 

Tipp Nr. 5:

Da wir auf Grund der ständigen Arbeit an unserer Homepage nicht auf das kostenlose Internetangebot von McDonalds & Co verlassen wollten, haben wir uns eine Prepaid Karte für unseren Internetstick zugelegt. Wir haben den Anbieter Vodafone (www.vodafone.co.nz) gewählt, da er etwas günstiger ist als Telecom NZ und lt. Verkäufer trotzdem eine sehr gute Netzabdeckung haben soll. Leider haben sich unsere Erwartungen nicht erfüllt, die Netzabdeckung und auch die Geschwindigkeit ließen sehr zu wünschen übrig, wir würden keinen Vodafone Stick mehr kaufen.

Der datenvolumenabhängige Preis zur Aufladung der Vodafone Prepaid-Karte variiert von 20 NZD für 500 MB bis 80 AUD für 5 GB.

Auch unsere Prepaid-SIM-Karte fürs Handy haben wir bei Vodafone gekauft. Für 19 NZD/Monat gibt´s 100 Freiminuten, 500 MB Datenvolumen sowie unbegrenzte SMS innerhalb des neuseeländischen Netzes (www.vodafone.co.nz/prepay).

 

Tipp Nr. 6:

Wer Kontakt zu neuseeländischen Bikern sucht, dem ist das „Kiwi Biker Forum“ (www.kiwibiker.co.nz/forums) wärmstens zu empfehlen. Wir haben dort nicht nur tolle Tipps für Motorradstrecken bekommen, sondern auch die eine oder andere Übernachtungseinladung, die wir dankend angenommen haben und die uns tolle Gespräche und Erlebnisse mit den Einheimischen beschert haben.

 

Tipp Nr. 7:

Und wem es unter den Füßen mal wackelt oder wer sich generell über die Erdbeben- und Vulkanaktivität in einer der aktivsten Regionen der Welt informieren will, der ist mit diesen beiden Internetseiten sehr gut informiert:

www.canterburyquakelive.co.nz

http://geonet.org.nz

Lust auf unsere Reiseerlebnisse?

Wenn dich neben den Länderinfos auch unsere Erlebnisse auf unserer Reise durch Neuseeland interessieren, dann wirf einen Blick in unser Weltreise Tagebuch Neuseeland und begleite uns auf unserem Motorradabenteuer!


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