Im Test // Motorradreifen für Reiseenduros


Stand Juni 2019

Wenige Themen werden unter Motorradfahrern so intensiv diskutiert wie die Wahl des richtigen Reifens. Während der Sportler ein Profil glatt wie ein Baby Popo haben will, wünscht sich der Motocrosser Profilspalten so breit wie der Grand Canyon. Eines aber haben sie alle gemeinsam: Sie wollen maximalen Grip in jeder Lebenslage. Motorradreisende wie wir stellen darüber hinaus aber auch noch andere Ansprüche an unsere Reifen. Natürlich steht auch bei uns die Haftung im Vordergrund, doch genauso wichtig ist die Vielseitigkeit bezüglich des Untergrunds, die Laufleistung und der Preis.

 

Da wir auf einer Langzeitreise wahrscheinlich mehr Ausrüstung (ca. 50 - 60 kg je Motorrad) herum fahren als der gemeine Urlaubsreisende und unser Fahrtempo relativ gemäßigt (auf guten Straßen 80 - 100 km/h) und gleichmäßig ist, können unsere Erfahrungswerte nicht eins zu eins auf jeden anderen Motorradtyp und Fahrer übertragen werden. Trotzdem sollen dir unsere Langzeiterfahrungen einen Anhaltspunkt geben und dir bei der Wahl des nächsten Reifens weiterhelfen.

 

In diesem Sinne: Rubber Side Down!


Schläuche für Motorradreifen

Wir verwenden seit Reisebeginn die extra dicken Schläuche von Heidenau. Diese sind äußerst robust und bieten, weil aus Naturkautschuk hergestellt, ein Plus an Sicherheit, da sie beim Durchstechen nicht platzen sollen.

 

Auf unserer Reise waren wir nahezu durchgehend auf Heidenau Schläuchen unterwegs und hatten insgesamt sechs platte Reifen zu beklagen. In einem Fall war der Hinterreifen dabei so verschlissen, dass der Schlauch durch den Mantel kam, in allen anderen Fällen haben wir uns Dornen oder Nägel eingefahren. Der Schlauch ist dabei nie geplatzt und konnte bis auf den ersten Fall auch repariert und wiederverwendet werden.

 

Die Geschichte rund um den verschlissenen Hinterreifen und wie wir das Problem im Outback Australiens gelöst haben, findest du in unserem Reisebericht Plattfuss in Australien

 


Die Schläuche gibt es in vielen gängigen Größen bei unserem Partner MotorradreifenDirekt:


Continental TKC 80

Den TKC 80 von Continental kennen wir bereits aus unserer Motorradzeit vor der Reise. Ein grundsolider Reifen, der trotz seines groben Profils auch auf Teer eine erstaunlich gute Haftung an den Tag legt. Sehr negativ ist uns allerdings schon damals die starke Pendelneigung speziell mit beladenen Bikes aufgefallen. Mangels vergleichbarer Alternativen haben wir den TKC 80 in Adelaide/Australien erneut aufgezogen.

 

  Vorderreifen Hinterreifen
Reifenhersteller: Continental Continental
Modell: TKC 80 TKC 80
On- /Offroad-Eignung: 50/50 % 50/50 %
Getestete Reifengrößen:  90/90 - 21  130/80 - 17 bzw. 140/80 - 17
Preis/Besonderheiten:  62 € (GER) 81 € bzw. 107 € (GER) - Größere Stollen beim 140er
Profiltiefe (Neu): 9 mm 11 mm
Gefahrener Luftdruck (on- bzw. offroad): 2,4 bar - 1,4 bar 2,9 bar - 2,0 bar
Reifen gewechselt bei Kilometer: ca. 15.000 km ca. 8000 km (130er) & ca. 9.000 km (140er)
Profiltiefe (verschlissenste Stelle): 0 mm 0 mm
M&S Kennung: Ja Ja

Unsere Erfahrungen mit dem Continental TKC 80:

Positiv: Negativ:
  • gute Nass- sowie sehr gute Trockenhaftung auf Asphalt
  • gute Offroad Qualitäten
  • gute Notlaufeigenschaften
  • Vorderreifen neigt bei zunehmender Laufleistung speziell mit Beladung zu starkem Pendeln
  • vergleichsweise lautes Abrollgeräusch

Unser Fazit:

Der Conti macht sowohl auf kurvigen Straßen als auch im Gelände eine sehr gute Figur, nur bei Geschwindigkeiten über 110 km/h hat sich bei uns ein gefährliches Pendeln eingestellt, das wir so noch von keinem anderen Reifen kennen. Die Laufleistung geht in Ordnung, dennoch gibt es hier für uns bessere Alternativen.

 

Den Reifen gibt es in allen gängigen Größen bei unserem Partner MotorradreifenDirekt:


Heidenau K60 Scout

Unser erster Satz Heidenau K60 Scout wurde uns zu unserer Abfahrt in Deutschland von Heidenau inkl. neuen Schläuchen gesponsert. Da dies unsere ersten Erfahrungen mit Heidenau waren, wussten wir nicht, was wir von diesem Reifen erwarten konnten. Da wir inzwischen je Motorrad ca. 6 - 8 Sätze K60 Scout gefahren sind, geben wir in der nachfolgenden Tabelle einen Durchschnittswert für die gefahrenen Kilometer pro Reifen an. Der 130er Hinterreifen ohne den durchgehenden Mittelsteg schafft im Schnitt ca. 1.000 km weniger Laufleistung wie der 140er mit besagtem Mittelsteg.

 

  Vorderreifen Hinterreifen
Reifenhersteller: Heidenau Heidenau
Modell: K60 Scout K60 Scout
On- /Offroad-Eignung: 60/40 % 60/40 %
Getestete Reifengrößen:  90/90 - 21  130/80 - 17 bzw. 140/80 - 17
Preis/Besonderheiten: 60 € (GER) 82 bzw. 97 € (GER) - Mittelsteg erst ab 140/80 - 17
Profiltiefe (Neu): 6 mm 11 mm
Gefahrener Luftdruck (on- bzw. offroad): 2,4 bar - 1,4 bar 2,9 bar - 2,0 bar
Reifen gewechselt bei Kilometer: über 22.000 km über 20.000 km (140er)
Profiltiefe (verschlissenste Stelle): 1 mm 0 mm
M&S Kennung: Ja Ja

Unsere Erfahrungen mit dem Heidenau K60 Scout:

Positiv: Negativ:
  • Läuft vergleichsweise ruhig
  • Sehr stabil, zeigt trotz Beladung keinerlei Anzeichen zum Pendeln
  • gute Nass- sowie sehr gute Trockenhaftung auf Asphalt
  • ausreichende Offroad Qualitäten
  • sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis
  • sehr gute Notlaufeigenschaften, da sehr steif
  • Vorderreifen läuft mit zunehmender Laufleistung (> 15.000 km) unruhig
  • Rissbildung bei den ersten 140er Hinterreifen, lt. Heidenau allerdings bedenkenlos

Unser Fazit:

Nach gut 150.000 km um die Welt auf verschiedenen Reifenmodellen von verschiedenen Herstellern hat sich der Heidenau K60 Scout als unser klarer Reifen-Favorit herausgestellt. Neben der mehr als beachtlichen Laufleistung ( >20.000 km/pro Satz auf unseren Transalps) überzeugt uns der  Scout mit sehr gutem Grip sowohl im Trockenen als auch im Nassen und einem sehr ruhigen, stabilen Lauf selbst mit hoher Beladung.

 

Aufgrund seiner hohen Eigensteifigkeit besitzt der K60 sehr gute Notlaufeigenschaften, die wir in mehreren Fällen bereits ausgiebig testen konnten/mussten. Unter anderem mussten wir in Australien mehr als 10 km mit einem bis zur Karkasse verschlissenen und platten K60 inkl. kompletter Beladung  zurücklegen.  Ein normaler Tourenreifen würde hier keinen Meter mehr rollen.

Ein weiterer Vorteil der steifen Karkasse: Offroad kann der Reifen absolut problemlos mit abgesenktem Luftdruck gefahren werden, was neben mehr Komfort natürlich auch wesentlich mehr Grip bedeutet. Die Offroad-Qualitäten gehen für einen Allrounder wie den K60 absolut in Ordnung. Bei sehr sandigen oder auch sehr matschigen Pisten kommt er bauartbedingt aber an seine Grenzen. Für reine Dreckspatzen gibt es hier bessere Optionen (siehe z. B. Mitas E09).

Die hohe Eigensteifigkeit erkauft man sich allerdings mit viel Schweiß: Wer den Reifen per Hand aufmontieren will/muss bzw. unterwegs einen Platten zu beklagen hat, der sollte sich ins besondere beim Hinterreifen auf ein paar anstrengende Minuten einstellen.

 

Ein ausführliches Video samt Praxistest zu den Reifenmontiereisen von Motion Pro BeadPro, einem erstklassigen Helfer bei Reifenpannen, findest du im Übrigen bei unseren Erfahrungsberichten.

 

Mit zunehmender Laufleistung (> 15.000 km) beginnt der Vorderreifen unruhiger zu laufen und liefert eine schlechtere Rückmeldung auf kurvigen Strecken. Wer immer optimale Performance wünscht, sollte den Reifen daher nicht bis an seine absolute Verschleißgrenze fahren, sondern einfach ein wenig früher wechseln.

Der Heidenau K60 Scout ist für uns die eierlegende Wollmilchsau was Handling, Laufleistung, Preis und Vielseitigkeit angeht. Nicht umsonst ist die überwiegende Zahl der Reisenden, die wir unterwegs getroffen haben, ebenfalls auf K60 Scout unterwegs. 

 

Wenn du wissen möchtest, wie ein Motorradreifen wie der K60 Scout hergestellt wird, dann schau in unserer Rubrik "Wissen rund ums Motorrad" vorbei.

 

Den Reifen gibt es in allen gängigen Größen bei unserem Partner MotorradreifenDirekt:


Mitas E-09 / E-10 Dakar

Die Mitas-Kombination haben wir für unsere Route durch Paraguay, Bolivien und Peru aufgezogen, da sie einen hohen Offroad-Anteil hatte. Ein richtig grobstolliger Reifen ist zwar in den seltensten Fällen wirklich notwendig, wir waren jedoch neugierig, in wie weit sich ein vernünftiger Grobstoller von unseren bisher gefahrenen Reifen (z.B. K 60 Scout) unterscheidet.

 

  Vorderreifen Hinterreifen
Reifenhersteller: Mitas Mitas
Modell: E-10 E-09
On- /Offroad-Eignung: 30/70 % 30/70 %
Getestete Reifengrößen:  90/90 - 21  140/80 - 17
Preis/Besonderheiten: 57 € (GER) - Dakar
67 € (GER) - Dakar Version
Profiltiefe (Neu): 7 mm 12 mm
Gefahrener Luftdruck (on- bzw. offroad): 2,4 bar - 1,4 bar 2,9 bar - 2,0 bar
Reifen gewechselt bei Kilometer:  7.505 km 12.381 km
Profiltiefe (verschlissenste Stelle): 0 mm 1,8 mm
M&S Kennung: Ja Ja

Unsere Erfahrungen mit dem Mitas E-09 und E-10:

Positiv: Negativ:
  • sehr stabil, Vorderreifen zeigt keinerlei Anzeichen zum Pendeln trotz Beladung
  • gute Trockenhaftung
  • sehr hohe Durchschlagsfestigkeit und Notlaufeigenschaften, da sehr steif
  • sehr gute Offroad Qualitäten (speziell Matsch & Sand)
  • günstig (Deutschland)
  • hoher Verschleiß (speziell am Vorderreifen)
  • schlechte Nasshaftung
  • bauartbedingt hohes Abrollgeräusch
  • extrem schwer zum Auf- bzw. Abmontieren

Unser Fazit:

Der Mitas hat uns speziell im Gelände sehr gut gefallen. Der stabilste Reifen abseits befestigter Straßen, den wir bisher auf den Transalps gefahren sind. Auch die Straßenleistungen sind in Ordnung, nur bei Nässe fängt sowohl der E-09 als auch der E-10 schnell zu rutschen an. Die Laufleistung des E-09 kann sich für einen derartigen Grobstoller (und hinsichtlich des Preises) ebenfalls sehen lassen. Etwas enttäuscht waren wir in dieser Hinsicht allerdings beim Vorderreifen, der unserer Meinung nach doch relativ früh runter gefahren war. Wären wir den Hinterreifen ebenfalls bis ans Limit gefahren, hätte dieser wohl doppelt solange wie der Vorderreifen durchgehalten.

 

Den Reifen gibt es in allen gängigen Größen bei unserem Partner MotorradreifenDirekt:


Unser Werkzeug bei Reifenpannen

Continental TKC 70

Den neuen Continental TKC 70 haben wir in Arizona/USA aufgezogen, da der ursprünglich gewünschte Reifentyp (Mitas E 07) in absehbarer Zeit in Phoenix nicht aufzutreiben gewesen wäre. Der Conti sieht vom Profil her dem Michelin Sirac sehr ähnlich und ist wohl mehr als Straßen-Touringreifen zu sehen. Wie üblich werden wir ihn aber auch durchs Gelände scheuchen und auf Herz und Nieren testen.

 

  Vorderreifen Hinterreifen
Reifenhersteller: Continental Continental
Modell: TKC 70 TKC 70
On- /Offroad-Eignung: 80/20 % 80/20 %
Getestete Reifengrößen:  90/90 - 21  140/80 - 17
Preis/Besonderheiten: 70 € (GER) 120 € (GER)
Profiltiefe (Neu): 7 mm 9,5 mm
Gefahrener Luftdruck (on- bzw. offroad): 2,4 bar - 1,4 bar 2,9 bar - 2,0 bar
Reifen gewechselt bei Kilometer: 13.080km 13.080 km
Profiltiefe (verschlissenste Stelle): 1,8 mm 0 mm
M&S Kennung: Ja Ja

Unsere Erfahrungen mit dem Continental TKC 70:

Positiv: Negativ:
  • sehr gute Nass- sowie Trockenhaftung auf Asphalt
  • sehr stabil; Vorderreifen zeigt keinerlei Anzeichen zum Pendeln trotz Beladung
  • sehr leise und ruhig
  • mäßiges Preis-/Leistungsverhältnis
  • Vorderreifen fühlt sich auf den ersten 500 km sehr gewöhnungsbedürftig an
  • Hoher Verschleiß am Hinterrad bei zunehmender Laufleistung

Unser Fazit:

Der Continental TKC 70 ist ein relativ neuer Reifen im Adventure-Segment und soll die Lücke zwischen seinem deutlich offroad orientierterem großen Bruder, dem TKC 80 und dem Conti TrailAttack schließen.

 

Auf Asphalt macht der Reifen eine sehr gute Figur, wenngleich der Vorderreifen auf den ersten 500 km ein sehr unsicheres Fahrgefühl vermittelt und deshalb etwas gewöhnungsbedürftig ist. Danach glänzt der Reifen mit dem besten Grip all unserer Testkandidaten und extrem ruhigem Laufverhalten sowohl im Trockenen als auch bei Nässe. Auch die Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten mit Beladung ist vorbildlich.

 

Continental gibt die Asphalt-/Offroad-Eignung des TKC 70 mit 60 zu 40 % an. Wir können diese Aussage nicht ganz unterschreiben und würden die Angabe profilbedingt wesentlich mehr in Richtung Asphalt korrigieren. Auf Pisten mit festem Untergrund macht der Neuling zwar noch eine durchaus gute Figur, sobald aber loses Gestein, Sand oder Schlamm hinzukommen, geht schnell der Grip und das Gefühl für den Reifen verloren.

 

Auffallend ist zudem, dass der Hinterreifen bei zunehmender Laufleistung extreme Verschleißerscheinungen aufweist und zuletzt mehr einem Rennstrecken-misshandelten Reifen von Valentino Rossi´s Moto GP Bike glich, als dem eines 50 PS „schwachen“ Reisedickschiffs. Und das bei korrektem Luftdruck und im Touringfahrmodus! Der Hinterreifen hatte daher bereits nach ca. 10.000 km den legalen Bereich hinter sich gelassen, was uns angesichts des doch eher straßenorientierten Profils etwas enttäuscht hat.

 

Den Reifen gibt es in allen gängigen Größen bei unserem Partner MotorradreifenDirekt:


Metzeler Sahara Enduro 3 und Michelin Sirac

Die Metzeler-Michelin-Kombination haben wir, wie so oft auf Reisen, aus Kosten- bzw. Verfügbarkeitsgründen in Bogota/ Kolumbien aufgezogen. Als Alternative wäre zwar auch der Heidenau K60 Scout verfügbar gewesen, allerdings zu mehr als dem doppelten Preis (pro Satz ca. 300 €), was es uns dann doch nicht wert war.

 

  Vorderreifen Hinterreifen
Reifenhersteller: Metzeler Michelin
Modell: Sahara Enduro 3 Sirac
On- /Offroad-Eignung: 70/30 % 80/20 %
Getestete Reifengrößen:  90/90 - 21  130/80 - 17
Preis/Besonderheiten: 76 € (GER) 89 € (GER)
Profiltiefe (Neu): 5 mm 9 mm
Gefahrener Luftdruck (on- bzw. offroad): 2,4 bar - 1,4 bar 2,9 bar - 2,0 bar
Reifen gewechselt bei Kilometer: 10.984 km 10.984 km
Profiltiefe (verschlissenste Stelle): 2,5 mm 2 mm
M&S Kennung: Nein Nein

Unsere Erfahrungen mit dem Metzeler Sahara Enduro 3:

Positiv: Negativ:
  • gute Nass- sowie Trockenhaftung auf Asphalt
  • ausreichende Offroad Qualitäten
  • Verhälnismäßig leicht zum Auf-/Abmontieren
  • schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis
  • Vorderreifen läuft bereits im Neuzustand sehr unruhig, neigt aber nicht zum Pendeln
  • kaum Gefühl für das Vorderrad vorhanden
  • hoher Verschleiß (im Vergleich zu Mitbewerbern mit ähnlichem Profil)
  • geringe Notlaufeigenschaften

Unser Fazit:

Obwohl sein Name viel verspricht, würden wir den Metzeler Sahara Enduro 3 nicht wieder kaufen. Der mit Abstand schlechteste Vorderreifen in unserem Test. Neigt bereits im Neuzustand zu einem sehr unruhigen Lauf (freihändig Fahren absolut unmöglich), was sich mit zunehmender Laufleistung noch verschlechtert. Kaum Gefühl für das Vorderrad vorhanden, deswegen sehr unsicheres Fahrgefühl. Trotz dieses unruhigen Laufs neigt der Reifen nicht zum Pendeln. Aufgrund dieser Faktoren haben wir den Reifen frühzeitiger als sonst gewechselt.

 

Den Reifen gibt es in allen gängigen Größen bei unserem Partner MotorradreifenDirekt:


Unsere Erfahrungen mit dem Michelin Sirac:

Positiv: Negativ:
  • läuft sehr ruhig
  • gute Nass- sowie sehr gute Trockenhaftung auf Asphalt
  • sehr leicht zum Auf-/Abmontieren
  • schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis
  • mäßige Offroadqualitäten
  • keine Notlaufeigenschaften
  • höherer Verschleiß im Vergleich zu einigen Kontrahenten

Unser Fazit:

Der Michelin Sirac zählt ebenfalls zu den Straßen-Touringreifen, der nichts schlecht aber auch nichts wirklich gut kann. Haftung auf Asphalt sowohl bei Trockenheit als auch Nässe waren in Ordnung. Offroad ist er allerdings überhaupt nicht zu empfehlen, da neben dem straßenorientierten Profil auch seine Karkasse extrem weich ist, was sich bereits bei leicht reduziertem Luftdruck im Gelände sehr schwammig anfühlt. Die Notlaufeigenschaften sind zudem so gering, dass wir Bea´s Motorrad nach einem Platten keinen Meter mehr bewegen konnten. Ansonsten war der Reifen eher unauffällig.

 

Den Reifen gibt es in allen gängigen Größen bei unserem Partner MotorradreifenDirekt:


Mitas E-07

Der Mitas E-07 stand schon lange auf unserer "Reifen-Testkandidaten-Wunschliste", doch aufgrund der schlechten Verfügbarkeit unterwegs haben wir den E-07 bisher nicht testen können. Vor allem das Profil des E-07, das einen guten Allround-Kompromiss verspricht, sowie der günstige Preis dieses Reifens machten uns neugierig darauf, ihn ausgiebig zu testen. Für unsere geplante Schottland- sowie Rumänientour hatten wir dann endlich die Gelegenheit, den Reifen auf Herz und Nieren sowohl on- als auch offroad Probe zu fahren.

 

  Vorderreifen Hinterreifen
Reifenhersteller: Mitas Mitas
Modell: E-07 E-07
On- /Offroad-Eignung: 60/40 % 60/40 %
Getestete Reifengrößen:  90/90 - 21  130/80 - 17 bzw. 140/80 - 17
Preis/Besonderheiten: 40 € (GER) 60 bzw. 70 € (GER)
Profiltiefe (Neu): 6 mm 11 mm (130er) - 12 mm (140er)
Gefahrener Luftdruck (on- bzw. offroad): 2,4 bar - 1,4 bar 2,9 bar - 2,0 bar
Reifen gewechselt bei Kilometer: 17.200 km

17.200 km

(140er)

Profiltiefe (verschlissenste Stelle): 1 mm 3,7 mm
M&S Kennung: Ja Ja

Unsere Erfahrungen mit dem Mitas E-07:

Positiv: Negativ:
  • läuft vergleichsweise ruhig
  • sehr stabil, zeigt trotz Beladung keinerlei Anzeichen zum Pendeln
  • sehr gute Trockenhaftung auf Asphalt
  • ausreichende Offroad Qualitäten
  • sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Hinterreifen mit guten Notlaufeigenschaften
  • leichte Schwächen bei Nässe und kühleren Temperaturen
  • sehr unruhiger Lauf des Vorderrads nach Offroad Etappen mit abgesenktem Luftdruck (siehe Zwischen-Fazit)
  • Vorderreifen läuft mit zunehmender Laufleistung (> 14.000 km) unruhig und vermittelt ein sehr intransparentes und unsicheres Fahrgefühl
  • Rissbildung am Vorderreifen gegen Testende

Unser Fazit:

Der Mitas E-07 ist im Bezug auf Profil und Einsatzzweck das Pendant zum Heidenau K60 Scout. Nachdem wir den Reifen nun ausgiebig auf verschiedenen Strecken sowohl On- als auch Offroad sowie bei wechselnden Wetterbedingungen testen konnten, fällt unser vorläufiges Fazit durchweg positiv aus und er ist dem Heidenau K60 Scout in vielen Punkten ebenbürtig. Einzig die Nasshaftung auf Asphalt speziell bei etwas kühleren Temperaturen ist der des Heidenau etwas unterlegen.

Auffällig war außerdem,  dass der Reifen nach jeder Offroad Etappe mit abgesenktem Luftdruck (ca. 1,4 bar) auf Asphalt (mit regulärem Luftdruck) so unruhig lief, dass wir den Lenker mit beiden Händen festhalten mussten. Mehrere Versuche, das Problem mit Aufpumpen des Reifens auf 4-5 bar zu beheben, scheiterten und so mussten wir zwangsweise die Luft aus dem Vorderreifen komplett ablassen, den Reifen von der Felgenflanke abdrücken und mit ausreichend Gleitmittel und Druck erneut auf die Felgenflanke aufziehen. Danach lief das Vorderrad wieder absolut stabil und ruhig.

Wir können uns dieses Phänomen nur so erklären, als dass der Reifen bei abgesenktem Luftdruck teils ins Felgenbett gewandert und beim Wiederaufpumpen mangels Gleitmittel nicht wieder an seine ursprüngliche Position zurückgekehrt ist und somit unwuchtig lief. Das Problem war zwar jedesmal recht einfach zu beheben, trotzdem sollte das natürlich nicht sein, speziell wenn man auf Reisen ist.

 

Die Laufleistung der Mitas liegt auf einem sehr hohen Niveau, wobei erwähnt werden muss, dass durch den immer breiter werdenden Mittelsteg am Hinterreifen die Traktion offroad abnimmt und der Reifen sich auf nassem Untergrund etwas rutschiger anfühlt. Zudem läuft der Vorderreifen mit steigendem Verschleiß (ab ca. 14.000 gelaufenen Kilometern) mehr und mehr unruhig, gibt eine sehr schlechte Rückmeldung und vermittelt so ein durchaus unsicheres Fahrgefühl in Schräglagen. Eine starke Rissbildung entlang der seitlichen Stollen des Vorderreifens spielen hier womöglich auch eine Rolle. Wer sich hier dauerhaften Fahrspaß mit den Mitas sichern möchte, der sollte deswegen speziell den Vorderreifen frühzeitig wechseln, denn im Generellen ist der Reifen eine gute Option.

 

Den Reifen gibt es in allen gängigen Größen bei unserem Partner MotorradreifenDirekt:


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