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Transfagarasan - Unterwegs auf Rumäniens schönster Passstraße


Eine Motorradtour durch Draculas Heimat




 Rumänien begeistert uns mit wunderschönen, historischen Städten und wahren Märchenschlössern.

Mit weitläufiger, unberührter Natur, rustikalem Charme und unglaublich herzlichen und gastfreundlichen Menschen.

Und natürlich mit spektakulären Gebirgspässe und Kurven am laufenden Band, die das Herz jeden Motorradfahrers höher schlagen lassen.


Dieser Reisebericht erschien in der Ausgabe Dezember 2018 des Tourenfahrer Magazins. Wenn du dich fürs Motorradreisen in Europa und der Welt sowie Tests & Technik interessierst, dann können wir dir das Magazin nur wärmstens empfehlen!


Nach einer erholsamen Nacht, in der wir tief und fest in unsere Schlafsäcke gekuschelt schlafen, weckt uns der neue Morgen wieder mit strahlendem Sonnenschein und dem Versprechen auf einen weiteren spannenden Motorradtag durch Rumänien.

Unsere weitere Reise führt uns tief hinein ins Herzen Rumäniens, denn das siebenbürgische Becken – besser bekannt als Transsilvanien - hat einige gut erhaltene historische Städte, märchenhafte Burgen und Schlösser sowie weitestgehend unberührte Landschaft und Nationalparks zu bieten.

 

 

 

 

Neben der UNESCO-Weltkulturerbestadt Sighișoara, wo noch heute viele Spuren an die deutschen Siedler, die die Stadt im 12. Jahrhundert gründeten, erinnern, besuchen wir auch so bekannte Orte wie das Schloss Bran. Dank dem Mythos um Bram Stokers „Dracula“, der angeblich einst auf dem Schloss lebte, erfreut sich das idyllische, verwinkelte Gemäuer heute großer touristischer Beliebtheit.

 

 

 

 

Ähnlich märchenhaft ist auch das Schloss Peleș, das nicht umsonst als Neuschwanstein Rumäniens bekannt ist und ebenfalls einen Besuch wert ist.

 

 

 

 

Doch Transsilvanien ist zugleich auch das Tor zu den Südkarpaten, die mit dem Transalpina und dem Transfăgărășan zwei weltberühmte Motorrad-Traumstrecken bieten.

Während die Transalpina mit über 2.145 Metern etwas höher ist als die nur gut 100 km weiter östlich verlaufende Transfogarascher Hochstraße, ist zweitere aufgrund ihrer einzigartigen Streckenführung für uns die deutlich spektakulärere Strecke. Aufgrund der Höhenlage und des kontinentalen Klimas fällt in den Karpaten sehr viel Schnee, der oft bis in den Frühsommer hinein liegen bleibt. Deshalb ist vor allem der Transfăgărășan in der Regel bis weit in den Juni hinein für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

 

 

 

 

Da es erst Anfang Juni ist stehen unsere Chancen, dass der Transfăgărășan schon offen ist, daher eher schlecht und als wir uns dem Pass von Norden kommend nähern prangen bereits nach wenigen Kilometern große Hinweisschilder mit der Aufschrift „Inchis“ - was „gesperrt“ bedeutet – am Straßenrand.

Doch so schnell lassen wir uns nicht entmutigen und folgen der Strecke immer weiter in die Südkarpaten hinein. Irgendwann kommen wir an eine kleine Absperrung aus Beton, die allerdings nicht die gesamte Fahrbahn blockiert sondern gerade so viel Platz frei lässt, dass wir mit unseren Motorrädern daran vorbei fahren können. Kurz zögern wir, doch als plötzlich zwei ukrainische Motorradfahrer um die nächste Kehre biegen und uns berichten, dass die Strecke bis auf wenige kleine Schneefelder bereits frei geräumt ist, wollen auch wir unser Glück versuchen!

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Die Sonne steht schon tief über den umliegenden Berggipfeln, als wir uns mit unseren Motorrädern die gefühlt hundert Kurven und Kehren durch das Bâlea Tal hinauf bis zur Passhöhe schrauben. Wir passieren einige Schneefelder, die jedoch bereits von Schneefräsen und Radladern bearbeitet wurden und so gut passierbar sind. Mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht auf das siebenbürgische Becken und die Strecke, die sich hinab ins Tal windet, immer spektakulärer und wir genießen die berauschend kurvige Fahrt in vollen Zügen.

 

 

 

 

Gefesselt von der sensationellen Bergkulisse, der eindrucksvollen Passstraße und der atemberaubenden Fernsicht beschließen wir spontan, heute nicht mehr weiter durch den Tunnel, der die beiden Seiten der Passhöhe miteinander verbindet, zu fahren, sondern unser Zelt gleich hier entlang des Nordteils der Strecke aufzuschlagen. In der menschenleeren, alpinen Landschaft ist schnell ein geeigneter Platz für unser Zelt gefunden, der nicht nur einigermaßen eben ist, sondern uns auch einen traumhaften Ausblick bietet.

 

 


Die Transfagarasan Hochstraße - nicht umsonst eine der Motorrad-Traumstrecken


 

 

Geschwind schlagen wir unser Zelt auf und stärken uns bei einer leckeren Brotzeit, während die Sonne bereits hinter den gegenüberliegenden Berggipfeln untergeht. Während die Landschaft um uns herum nach und nach in der Abenddämmerung versinkt hören wir nichts als das rauschen und plätschern einiger Gebirgsbäche und die pfeifenden Rufe einiger Murmeltieren. Keine lärmenden Autos, kein städtisches Hintergrundrauschen, kein Hupen oder sonstigen von Menschen verursachten Lärm. Einfach unglaublich!

 

 

 

 

Nach einer etwas unruhigen Nacht – das Wissen um die wilden Braunbären, die noch heute in den rumänischen Karpaten leben, lässt uns viel mehr als sonst auf jedes Geräusch, jedes Knacken und Rascheln hören – werden wir am nächsten Morgen von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. In der warmen Morgensonne tanken wir neue Energie, bevor wir hinauf zur Passhöhe und durch den stockfinsteren, 887 m langen Tunnel fahren, der uns auf die andere Seite der Passhöhe führt, von wo aus es wieder hinab ins Tal geht.

 

 

 

 

Unsere Route führt uns schließlich bis weit in den Süden Rumäniens, wo wir dem Ufer der Donau, die hier den Grenzfluss zwischen Rumänien und Serbien bildet, folgen. Die Strecke führt uns vorbei am Kloster Mraconia und an der imposanten Statue des Dakerkönigs Decebalus, die mit 55 Metern die höchste Felsskulptur Europas ist, bevor wir schließlich das „Eiserne Tor“ erreichen.

Mit dem „Eisernen Tor“ ist der Durchbruch der Donau durch die Südkarpaten gemeint, der den Fluss auf nur 200 m Breite verengt und ihn damit für lange Zeit zum gefährlichsten Abschnitt der Donau-Schifffahrt machte. Auch vom Ufer aus ein wirklich beeindruckender Anblick!

 

 

 

 

Nach fast vier Wochen geht unsere Reise durch Rumänien schließlich zu Ende und für uns steht fest: Das Karpatenland zwischen Ungarn und dem Schwarzen Meer hat unglaublich viel zu bieten! Neben malerischen Altstädten, sagenumwobenen Burgen und Schlösser, unberührter Natur und fantastischen, kurvenreichen Motorradstrecken am Laufenden Band sind es aber vor allem die freundlichen, offenen und herzlichen Menschen, die unsere Reise durch Rumänien so unvergesslich machen.

 

Rumänien, wir kommen wieder! Denn es gibt noch so viel zu sehen, so viel zu entdecken und noch jede Menge kurviger Bergstraßen und Schotterstrecken die nur darauf warten, von uns unter die Reifen genommen zu werden!

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Kramer Uwe (Samstag, 17 April 2021 20:31)

    Die Reise durch Rumänien wo ihr gmacht hant isch echt super, macht mi glei richtig a zum nochfahra. Echt toll.

    Gruß Uwe

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