Unterwegs auf dem Stuart & Barrier Highway


Reisebericht Australien



Einreise & Motorradimport:

Detaillierte Infos zu Einreisebestimmungen sowie zum temporären Fahrzeugimport findest du in unseren Länderinfos & Reisetipps Australien

 

Route:
Alice Springs - Erldunda - Kulgera - Coober Pedy - Pimba - Port Augusta - Wilmington - Orroro - Peterborough - Broken Hill - Wilcannia - Cobar

 

Die Route auf der Google Karte dient der Übersicht und zeigt im Großen und Ganzen unsere gefahrene Strecke, im Detail kann es aber zu Abweichungen kommen.
 
Gefahrene Kilometer von Burghausen: 

60.873 Km

Spritpreis: 

bis zu 2,00 € im Outback (E10/ 91 Oktan)
         
Währung: 

Australischer Dollar

Probleme mit den Motorrädern:

- Vergaser wegen schlechtem Sprit gereinigt (Alperer)

- Gebrauchten Vorderreifen in Broken Hill aufgezogen (Alperer)

Stürze/ Umfaller: -

Gesundheit/ Verletzungen: -


 

 

Für den Abend haben wir mit den beiden Schweizern vereinbart, dass wir zusammen in die Stadt fahren. Zuerst wollen sie mit uns auf den Anzac Hill, einen mitten in Alice Springs gelegenen Hügel, von dem man eine tolle Aussicht über die Stadt haben soll und danach geht´s weiter in eines der örtlichen Pubs in dem es heute Schnitzel + Salatbuffet für nur 8 Dollar gibt. Kaum sind wir auf den Anzac Hill angekommen fängt es allerdings schon wieder zu regnen an und so machen wir uns, nachdem wir nur schnell einige Schnappschüsse geschossen haben, auf ins Pub. Was wir allerdings nicht wussten ist, dass heute – es ist Donnerstag – Zahltag ist und viele der in der Stadt lebenden Aborigines deshalb genug Geld haben um im dem Pub angeschlossenen Bottleshop Alkohol kaufen zu gehen. Da wirklich eine große Gruppe bereits deutlich angetrunkener Männer und Frauen vor dem Pub herum lungert, haben wir ernsthafte Bedenken unsere Motorräder auf dem Parkplatz abzustellen, nicht, dass noch jemand unsere Koffer aufbricht. Doch just in dem Moment kommen zwei Polizisten auf Fahrrädern vorbei die genau zwischen Parkplatz und Bottleshop Position beziehen, um dafür zu sorgen, dass es keinen Ärger mit den Aborigines gibt. Na gut, dann sind zumindest unsere Motoräder nun wohl behütet. Das Essen im Pub ist wirklich lecker und wir holen uns auch jeder nochmal eine große Portion Salat-Nachschub. Wir wollen ja schließlich was haben von unseren 8 Dollar!

 

 

 

 

Beat und Doris, verraten uns, dass es beim "Goldenen M" ein Softeis für nur 0,30 AUD gibt und so düsen wir nach unserem Pub Besuch noch dort hin, um uns einen leckeren Vanilleeis-Nachtisch zu gönnen. Mhm, lecker! Aber jetzt sind wir zum Platzen voll!

 

Bevor wir zurück auf den Campingplatz fahren, zeigen uns die beiden Schweizer dann noch ein ganz besonderes Highlight. Es gibt in Alice nämlich eine Stelle, wo man relativ zahme sogenannte Rock-Wallabys sehen kann und tatsächlich, kaum haben wir unsere Motorräder abgestellt, schon kommen die ersten kleinen Kerlchen ganz frech zu uns heran gehüpft. Natürlich sind die niedlichen Tierchen auf der Suche nach etwas Essbarem, doch obwohl wir kein Futter für sie haben, lassen sie sich sogar von uns streicheln! Ihr Fell fühlt sich total flauschig an und am liebsten würden wir eines der Wallabys in unserem Tankrucksack mitnehmen…

 

 

 

 

Heute sind wir bereits um kurz vor 6 Uhr morgens auf den Beinen, da wir unbedingt noch Duschen und Frühstücken wollen, bevor wir aus dem Campingplatz auschecken müssen. Außerdem ist eines der Eier, die wir vorgestern gekauft hatten, übrig geblieben und da Bea keine Lust hat, noch einmal ihr komplettes Topfset auszupacken, wird es kurzerhand im Wasserkocher hart gekocht. Na mal schauen, ob das funktioniert. Auch Beat und Doris kommen noch einmal vorbei, um sich von uns zu verabschieden und so ist es mal wieder reichlich spät, bis wir endlich „on the Road“ sind.

 

Da wir nun mehrere tausend Kilometer Highway zurück an die Ostküste vor uns haben und unsere Verschiffung nach Neuseeland nun doch früher als zuerst angenommen stattfindet, wollen wir die nächsten Tage ordentlich Strecke machen und so düsen wir schnurstracks auf dem Stuart Highway in Richtung Süden. Obwohl man hier im Northern Territory 130 km/h fahren darf rollen wir mit „nur“ 80 – 90 km/h dahin um Benzin zu sparen, denn bei weit über 2,00 AUD pro Liter schlagen sich die langen Distanzen, die wir in Zentralaustralien zurücklegen müssen, leider ziemlich schmerzhaft in unserem Geldbeutel nieder.

 

 

 

 

Auf unserem Weg entlang des Stuart Highway in Richtung Süden kommen wir ja immer wieder an ausgebrannten, auf dem Dach liegenden Schrottautos vorbei.

Doch als wir die Überreste eines völlig zerstörten Wohnwagen am Straßenrand liegen sehen, wundern wir uns dann doch, warum der Besitzer sein Hab und Gut, dass um den zerschmetterten Wohnwagen herum verstreut liegt, nicht wenigstens zusammengeklaubt hat. Sehr merkwürdig. Außerdem kommen wir immer wieder an jeder Menge Road Kill vorbei, das ist eigentlich – so traurig es auch ist – nichts Besonderes mehr für uns. Einzig die knöchernen Überreste eines Pferdes stechen uns ins Auge, denn irgendjemand hat sich mit blauer Farbe künstlerisch an den Knochen des Tieres verausgabt… na lecker!

 

 


Immer wieder kommen uns gigantische Road Trains entgegen


 

 

Als wir Mittag an einem kleinen Roadhouse in Marla Pause machen und im Schatten einiger Bäume unsere Sandwiche essen, kommen einige äußerst freche Vögel vorbei, die nicht nur die herunter gefallenen Brösel unserer Brotzeit verdrücken und sich sogar aus der Hand füttern lassen, nein, ein besonders mutiges Exemplar fliegt sogar im Sturzflug auf Bea´s Sandwich zu und schnappt sich im Vorbeifliegen ein großes Stück! Das Ganze geht so schnell, dass Bea mit dem Schauen gar nicht nachkommt und dem Vogel einfach nur total perplex nachstarren kann… also wirklich, sowas ist uns auch noch nie passiert!

 

Außerdem kommen uns heute immer wieder Roadtrains entgegen, die ganze Bungalows durch die Gegend fahren. Ob die uns vielleicht auch einen liefern könnten? Oder noch besser hinterher fahren, so dass wir jeden Abend unser persönliches Eigenheim haben!

 

 

 

 

Weiter südlich sehen wir einen Radfahrer mit ziemlich viel Gepäck tapfer in Richtung Süden strampeln und so halten wir an, um den braungebrannten Radler nach dem woher und wohin zu fragen. Es stellt sich heraus, dass der Franzose bereits seit 19 Jahren (!!!) mit seinem Fahrrad um die Welt fährt! Wahnsinn!

 

Als wir uns am späten Nachmittag Coober Pedy nähern, erspähen wir schon von weitem die vielen verschiedenfarbigen Erdhaufen, die sich bereits viele Kilometer vor der Stadt türmen. Sie stammen alle von Probebohrungen nach Opalen. Für uns sieht das hier fast aus wie ein Sandkasten für Erwachsene. Dass an der Sache doch etwas Ernstes dran ist, machen allerdings Schilder deutlich, die vor den versteckten, teilweise sehr tiefen Bohrschächten warnen. (Man beachte die Zusatzinformationen mit Eding!)

 

 

 

 

Desto mehr wir uns Coober Pedy nähern, desto merkwürdiger kommt uns die Farbe des Himmels am Horizont vor, denn sie ist nicht mehr strahlend blau wie all die Stunden zuvor, nein, jetzt wirkt der Himmel irgendwie grau, milchig, fast wie Nebel. Zuerst glauben wir, dass es irgendwo ein großes Buschfeuer gibt und es sich um Rauchschwaden handelt, die die Sonne verdecken, doch es fehlt der typische Brandgeruch. Wir machen in Coober Pedy nur schnell halt, um die Motorräder aufzutanken und unsere Wasservorräte aufzufüllen. Als Bea in der Tankstelle bezahlt, fragt sie dann auch den Kassierer, was es mit dem merkwürdigen Wetter auf sich hat und er erzählt uns, dass es sich um einen gigantischen Sandsturm handelt, der die ganze Gegend rings um Coober Pedy in eine gräuliche Wolke eingehüllt hat.

 

 


Myriaden von Fliegen verderben uns das Camping Idyll


 

 

Wir spüren zwar den Sturm und auch den herumwirbelnden Sand nur geringfügig, doch trotzdem lässt dieses Wetter die ohnehin schon etwas geisterhafte Stadt noch trostloser erscheinen und so verdrücken wir uns schleunigst in Richtung Süden in der Hoffnung, dass das Wetter dort wieder besser wird.

 

Da wir heute noch einmal wild Bushcampen wollen, fährt Helle einige kleinere Wege, die vom Highway wegführen, ab um zu checken, ob sich hinter den Hügeln ein passender Campspot verbirgt, doch bei unseren ersten Anläufen werden wir leider nicht fündig. Erst als wir uns im zickzack Kurs einige hundert Meter zwischen einige Büsche schlagen, finden wir ein verstecktes Plätzchen, dass uns als geeignetes Nachtlager erscheint.

 

Dass wir schon seit geraumer Zeit durch die sog. „Woomera Prohibited Area“ fahren und große Schilder immer wieder darauf hinweisen, dass man den Highway nicht verlassen darf, stört uns eher wenig. Wollen wir mal hoffen, dass wir heute Nacht keine Begegnung mit dem australischen Militär machen! Die „Woomera Prohibited Area“, durch die der Stuart Highway verläuft, ist im Übrigen ein riesiges, 127.000 km² großes militärisches Sperrgebiet, auf dem in den 1950er und 1960er Jahren Atomwaffentests durchgeführt wurden. Heutzutage wird das Gebiet nach wie vor u.a. für den Test von Munition, Raketen u.ä. genutzt.

 

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Leider verläuft der Abend trotz unserem wirklich idyllischen Plätzchen nicht besonders erholsam, was allerdings weniger an der potentiellen Militärpräsenz als an den myriaden von Fliegen und dem ständigen, starken Wind liegt. Bea trägt mal wieder ihr Halstuch als Bäuerinnen-Haarband, damit ihr der Wind die Haare nicht ständig ins Gesicht bläst und Helle, der sein Essen unbeaufsichtigt auf seinem Stuhl stehen lässt… muss nun mit den Konsequenzen leben!

 

 

 

 

Dafür haben wir etwas später dann aber einen klasse Sonnenuntergang und kaum ist die Sonne vollständig untergegangen verschwinden zumindest auch die lästigen Fliegen und so sitzen wir noch lange vor unserem Zelt, ratschen und genießen die Stille und Einsamkeit hier draußen.

 

Ab heute ändert sich für uns die Fahrtrichtung, ab sofort fahren wir Richtung Osten und nicht mehr Richtung Süden, doch die Landschaft ähnelt der der letzten Tage doch sehr, sind wir doch auf dem besten Weg ins Outback von New South Wales. Auch heute sind die Temperaturen wieder extrem heiß. Zeitweise misst das Thermometer an unserem Motorrad stolze 56 Grad! Puh! Kein Wunder, dass wir uns bereits mittags total erledigt fühlen und mindestens einmal stündlich eine Trinkpause einlegen müssen.

 

 

 

 

Die schnurgeraden Straßen und die karge Landschaft, die kaum Abwechslung und schon gar keinen Schatten bieten, tun ihr übriges. Und bei einem Blick auf unser Navi, dass die nächste Abbiegung in sage und schreibe 576 km (!!!) ankündigt, wissen wir, dass es noch verdammt lang gerade aus gehen wird! Am späten Nachmittag, unsere Getränke haben mittlerweile alle schon wieder Tee-Temperatur, leisten wir uns dann zum stolzen Preis von 4 Dollar zusammen eine Flasche kühlen Eiskaffee. Mhm, was für eine Wohltat!

 

Es ist schon relativ spät, als wir an einer Rest Area für die Nacht stoppen. Kurz nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben, geht dann auch noch ein heftiger Sandsturm los, der wenig später in einen Platzregen übergeht. Na klasse! Wenigsten gibt es hier ein überdachtes Häuschen mit zwei Picknick-Bänken, unter dem wir Schutz suchen.

 

 

 

 

Gerade denken wir uns noch, wie gut, dass wir wenigstens unser Zelt schon aufgebaut haben… doch dann beginnt sich rings um unser Zelt ein See zu bilden! Das sieht irgendwie gar nicht gut aus! Na hoffentlich schwimmen unsere Sachen im Inneren des Zelts nicht davon. Gott sei Dank verzieht sich das Unwetter nach etwa einer halben Stunde wieder und so sitzen wir noch eine ganze Weile draußen und plaudern recht nett mit unserem Campingnachbarn Martin, der mit einem umgebauten Pickup Truck durch Australien tourt.

 

 

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Kommentare: 3
  • #3

    OldSack (Montag, 13 Januar 2014)

    Wieder so schene Buidl :-) Danke für die immer spannenden Berichte

    Gruss Tom und die Meckerliese Kati

  • #2

    OldMan (Donnerstag, 02 Januar 2014 13:19)

    Der Franzose hat`s kapiert, bei den Kraftstoffkosten ist ein Fahrrad..., (oder ein Diesel Motorrad ;=)
    Mit dem Essen habt ihrs ja, die eine füttert die Vögel, der andere die Ameisen, sehr löblich.
    Weiter so!

    Gruss Thomas

  • #1

    2wheels (Mittwoch, 01 Januar 2014 05:47)

    Wonderful.
    Long and straight but at least that road is now bitumen.
    It used to be hell when it was dirt and rocks!

    Going east through Broken Hill?

    Best wishes.

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