Der Western Explorer Highway


Reisebericht Australien



Einreise & Motorradimport:

Detaillierte Infos zu Einreisebestimmungen sowie zum temporären Fahrzeugimport findest du in unseren Länderinfos & Reisetipps Australien

 

Route:
Bronte Lagoon - Derwent Bridge - Queenstown - Strahan - Zeehan - Corinna - Arthur River - Marrawah - Burnie - Devonport - Melbourne

 

Die Route auf der Google Karte dient der Übersicht und zeigt im Großen und Ganzen unsere gefahrene Strecke, im Detail kann es aber zu Abweichungen kommen.

Gefahrene Kilometer von Burghausen: 

53.650 Km

Spritpreis: 

1,20 € (E10/ 91 Oktan)
         
Währung: 

Australischer Dollar

Probleme mit den Motorrädern:
- CDI Probleme (Dicke Rosi)
- Lenkkopflager nachgestellt (Dicke Rosi)
- Radlager Kettenradträger gewechselt (Alperer)
 
Stürze/ Umfaller: -

Gesundheit/ Verletzungen: -

 


 

 

Nach dem Frühstück hält es Helle nicht lange vor dem Zelt, nein, er will es heute wissen und zieht gleich los um seine Angel im Bronte Lake auszuwerfen. Also er nur knapp eine halbe Stunde später ganz aufgeregt angelaufen kommt, glaubt Bea schon, dass er endlich eine Forelle an der Angel hat, doch nein, das ist nicht der Grund für seine Begeisterung. Er hat vielmehr einen anderen Angler getroffen, der ihm angeboten hat, zusammen mit ihm in seinem kleinen Boot auf den See hinaus zu fahren und vom Boot aus sein Anglerglück zu versuchen und da sagt der Helle natürlich nicht Nein!

 

Als er am späten Nachmittag zurück kommt, kann es Bea gar nicht glauben, dass er schon wieder keinen Erfolg hatte. Der Arme! Bea hätte die Angel ja schon längst weggehauen, nach so vielen Stunden probieren und probieren und ohne jeglichen Erfolg. Man kann Helle also nicht vorwerfen er hätte nicht alles gegeben. Manchmal ist aber eben auch alles nicht genug…

 

 

 

 

Es hilft alles nichts, obwohl wir uns eigentlich gar nicht wirklich von unserem herrlichen Zeltplatz am Ufer der Bronte Lagoon trennen wollen, müssen wir heute endlich weiter, denn sonst läuft uns die Zeit davon, in wenigen Tagen geht schließlich unsere Fähre zurück auf´s australische Festland. Da wir heute nur gut 130 km Strecke vor uns haben, gehen wir die Sache aber ruhig an. Nach dem obligatorischen morgendlichen Kaffee gibt es… kein Frühstück, denn wir haben nach drei Tagen Bush Camping nichts mehr zu Essen.  Blöd, aber egal, so sind wir wenigsten schneller auf den Motorrädern und auf dem Weg nach Queenstown.


Die Strecke entlang des Lyell Highway ist ein wahrer Traum, führt sie doch genau zwischen dem Cradle Mountain/Lake St. Claire Nationalpark und dem Frankling-Gordon Wild River Nationalpark im Süden entlang. Für uns bedeutet das über 100 km Wälder, Flüsse, Seen und Berge soweit das Auge reicht. Vor allem der Lake Burbury vor den Toren Queenstowns hat es uns angetan, liegt er doch landschaftlich herrlich eingebettet am Fuße des gut 1.000 m hohen West Coast Gebirgszugs. Doch leider haben wir nicht mehr genug Zeit und auch keinen Proviant mehr um am Lake Burbury noch einmal unser Zelt aufzuschlagen.

 

 

 

 

Bevor es allerdings nach Queenstown geht, machen wir Halt an einem aufgegebenen Kupfer Tagebergbau, dem sogenannten „Iron Blow“ von dem man einen unglaublichen Ausblick über den riesigen West-Lylle-Krater hat. Hier wurde bis vor wenigen Jahrzehnten in rauen Mengen Kupfer abgebaut und auch gleich weiter verarbeitet. Die durch den Kupferabbau und dessen Weiterverarbeitung entstandenen Schwefelemissionen haben zum Absterben jeglichen Lebens in einem Umkreis von mehreren Kilometern um Queenstown und der Verschmutzung aller umliegenden Bäche und Flüsse geführt. Vor gut 20 Jahren wurde dieser unglaublichen Umweltverschmutzung endlich Einhalt geboten und man sieht auch, dass die Natur so langsam beginnt sich zu erholen und in einigen Bereichen schon wieder Sträucher und Gräser wachsen. Das Wasser der umliegenden Bäche darf trotz allem noch immer nicht getrunken werden und so warnen große Tafeln vor dem Verzehr von Bachwasser. Obwohl die kahlen, fast einer Mondlandschaft gleichenden Berghänge keine schöne Entstehungsgeschichte haben, so kreieren sie dennoch eine faszinierende Landschaft aus braunen, grauen und rötlichen Felshängen, die trotz allem eine gewisse Faszination ausüben. Zumindest auf uns. Außerdem ist die Stecke, die von den Seen des „Central Lakes District“ über die Berge der „West Coast Range“ herrlich kurvig und macht so richtig Laune.

 

 

 

 

Queenston selbst ist eine kleine, ziemlich heruntergekommene Stadt, deren Bewohner vornehmlich noch immer vom Kupfer-Bergbau leben. Da Queenstown aber auch der Ausgangspunkt der „West Coast Wilderness Railway“, einer aus dem Jahre 1896 stammenden Bahnstrecke durch die dichten Wälder zwischen Queenstown und Strahan ist, auf der heute ein liebevoll und detailgenau restaurierter Zug verkehrt, mit dem wir eventuell eine Fahrt wagen wollen, checken wir auf dem lokalen Zeltplatz, dessen Flair sich eindeutig dem der Stadt angepasst hat, ein.

 

Nach einem Besuch im historischen Bahnhof stellt sich jedoch heraus, dass uns die circa vierstündige Fahrt mit der Dampflock über 130 AUD pro Nase kostet. Nach einigem hin und her überlegen entscheiden wir uns aufgrund des stolzen Preises dann doch gegen die Fahrt. Schade. Aber egal, so können wir den heutigen Nachmittag und den morgigen Tag wenigstens nutzen um unsere die letzten Tage dank Funkloch und Strommangel schon wieder ganz schön auf der Strecke gebliebenen Internet-Aufgaben zu erledigen.

 

 


Wir folgen dem "Western Explorer" einem bekannten Offroad Track durch Tasmaniens Wildnis


 


Kaum auf dem Zeltplatz angekommen, greift Helle gleich an und beginnt fleißig in die Tasten seines Laptops zu hauen, während Bea noch schnell den eher hausfraulichen Tätigkeiten nachkommt. Es ist nämlich mal wieder Zeit zum Wäsche waschen. Da wir mit den Toploader-Waschmaschinen der Australier (man wirft die Wäsche oben in die Waschmaschine rein und nicht von vorne wo wie man es von Zuhause kennt!) nicht besonders zufrieden sind, da sie 1. nur mit kaltem Wasser waschen und 2. sich, zumindest bei uns, immer Waschmittelflecken auf unseren Klamotten bilden und man dafür 3. auch noch mindestens 4 AUD pro Waschladung hinblättern muss, hat Bea beschlossen nur noch per Hand zu waschen. Dauert auch nicht sooo lange, spart Geld und man kann ordentlich heißes Wasser benutzen. Ein paar Mal fleißig durchgeknetet das Ganze, dann ordentlich ausgespült und Schwups hat man wieder wohlriechende Klamotten zum Nulltarif!


In der Abenddämmerung machen wir uns auf zum Spion Kop Lookout von dem man einen super Blick über die Stadt und die sich noch immer im Betrieb befindliche Kupfermine hat. Der Abend ist für Tasmanische Verhältnisse herrlich Lau und so genießen wir den tollen Rundumblick und einen schönen Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt.

 

 

 

 

Da wir uns für heute den „Western Explorer“, eine sehr bekannte Offroad-Strecke durch die Wildnis des tasmanischen Westen, vorgenommen haben, heißt es ausnahmsweise mal etwas früher aufstehen, damit wir auch genügend Zeit für diesen herrlichen Track zur Verfügung haben. Auf dem Weg nach Zeehan, dem letzten richtigen Ort bevor es in die Einsamkeit geht, überholt uns eine ganze Gruppe Motorradfahrer. Mindestens 10 – 15 Maschinen vom Sportbike über Nakedbike bis hin zur Reiseenduro ist alles dabei. Ob die wohl auch den „Western Explorer“ fahren wollen? Wohl eher nicht. Aber auch die geteerte Strecke von Strahan nach Zeehan ist dank vieler Kurven und fantastischer Landschaft ein wahrer Traum für Motorradfahrer und so ist es kein Wunder, dass wir hier mehr Motorräder sehen als in den letzten drei Wochen im ganzen Rest von Tasmanien.

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Als wir von Zeehan auf einen kleinen, kurvenreichen Weg in Richtung Corinna abbiegen nimmt der Verkehr dann allerdings schlagartig ab und als der kleine Weg dann gut 12 km vor Corinna in eine Schotterstraße übergeht ist von den Straßenbikes weit und breit keine Spur mehr. In Corinna, einem 5 Seelen Dorf am südlichen Ende des „Western Explorer“ müssen wir dann erst mal warten. Und zwar auf die „Fatman Barge“. Was das ist? Eine kleine Fähre über den Pieman River! Da die Strecke ein so geringes Verkehrsaufkommen hat, rentiert es sich wohl nicht eine Brücke zu bauen und so verkehrt die Fähre tagsüber zwischen den beiden Flussufern hin und her. Per Knopfdruck wird ein Signal ins am anderen Ufer gelegene Pub geleitet, dann kommt einer der Mitarbeiter und fährt auf der Fähre ans südliche Ufer, klaubt uns wartende Motorräder für 10 AUD pro Bike auf, um uns dann keine 5 Minuten später am Nordufer des Flusses wieder abzusetzten.

 

 

 

 

Nach einer kurzen Kaffeepause in Corrinna geht´s dann aber endlich los Richtung Norden und ab auf den „Western Explorer“. Wir hatten ja schon von einigen Australiern Schauermärchen über diesen etwa 120 km langen Offroad-Track gehört. Sehr „rough“ soll er sein und ja, sie glauben mit unserer Art von Motorrädern könnte man diesen Track vielleicht schon schaffen… aha. Da wir mittlerweile aber nun schon des Öfteren feststellen mussten, dass die Australier viele Strecken viel schlimmer beschreiben als sie dann tatsächlich sind, schauen wir lieber selber, wie es wirklich ist. Na und was sollen wir sagen, die Strecke ist tatsächlich der Wahnsinn! Aber nicht, weil sie so schlecht oder anspruchsvoll ist, sondern weil die Landschaft, die sich rechts und links neben dem Tracks ausbreitet einfach unglaublich ist!

 

 

 

 

Die Strecke selbst besteht aus meist recht gutem, kompaktem und festem Schotter. Natürlich sind mal einige gröbere Passagen dabei und es sind immer mal wieder Abschnitte dabei wo einiges an losem Schotter auf der Piste liegt. Generell aber ist wohl die größte „Gefahr“ auf der Strecke der gemeine Australier selbst. Denn Mr. 4WD schießt gerne mal mit an die 100 Sachen und viel zu weit Mittig um die teilweise recht engen und unüberschaubaren Kurven nur um dann festzustellen, dass ein Motorrad entgegenkommt das mal nicht eben schnell in den Graben raus fahren und dem Raser ausweichen kann, was dann immer wieder zu Schreck-Bremsungen unserer vierrädrigen Freunde führt... *NERV*

 

 


Vom "Edge of the World“ Aussichtspunkt blicken wir auf den Indischen Ozean


 

 

Da wir aber sowieso zwei Tage für diesen tollen Track eingeplant haben, pressiert es uns nicht und so fahren wir ganz gemütlich dahin, bleiben oft stehen um Fotos zu schießen und Videos zu machen oder um einfach die unglaubliche Aussicht über die sanften Hügel und saftig grünen Wälder des Tasmanischen Westens zu genießen. Nach knapp 30 km kommen wir an einem sehr kuriosen Schild vorbei, dass wir so selbst in Australien zuvor noch nirgends gesehen haben. Es gibt den Ort, die Entfernung in Kilometern und die Richtung an, in dem man die nächste Toilette findet! Wie lustig! Am späten Nachmittag finden wir dann auch ein schönes, durch ein paar Büsche verstecktes Plätzchen direkt am Ufer des Lindsay River, wo wir unser Nachtlager aufschlagen.

 

 

 

 

Da wir heute reichlich geschwitzt haben, nehmen wir zuerst mal ein erfrischendes Bad im Fluss bevor Helle sich auf´s neue seiner Angler-Mission hingibt. Als die Sonne gegen halb 9 Uhr am Horizont unter geht, kommen wir auch noch in den Genuss eines herrlichen Sonnenuntergangs der die Hügel und Wälder um uns herum in gleisendes Licht taucht und fast ein wenig surreal wirken lässt. Gigantisch!

 

Später am Abend gibt´s dann „lecker“ Instant-Nudeln und ein schönes, wärmendes Lagerfeuer. Außerdem lauschen wir der Tierwelt um uns herum und genießen es seit langem mal wieder, absolute Stille um uns herum zu haben. Kein Verkehrslärm, keine anderen Menschen, nichts außer ein paar Tiergeräusche und Rascheln in der Ferne und viele, viele Kilometer Natur die uns umgeben. Ach, könnten wir nicht jeden Tag an solch herrlichen Plätzchen zelten?

 

 

 

 

Am Morgen werden wir vom Plätschern des Flusses und den ersten Sonnenstrahlen, die unser Zelt in eine Sauna verwandeln, geweckt. Nach einem kräftigen Frühstück starten wir in die zweite Offroad-Runde und machen uns auf den Weg nach Arthur River. Desto weiter wir uns auf dem „Western Explorer“ Richtung Norden vorarbeiten, desto flacher wird die Landschaft und desto breiter wird der Track.

 

Eine Besonderheit der Strecke ist, dass sie zum größten Teil nicht aus gewöhnlichem Schotter besteht, sondern aus Silikonsand, der in der Gegend abgebaut wird und eigentlich für teures Geld nach China und Japan verkauft wird um dort weiter verarbeitet zu werden. Da es hier in West-Tasmanien aber anscheinen Silikonsand im Überfluss gibt, wurde er in diesem Fall kurzerhand als Unterlage für den Offroad-Track verwendet. Die schneeweiße Farbe der Kiesel reflektiert die einfallenden Sonnenstrahlen so stark, dass uns der Untergrund regelrecht blendet. Dafür gibt die strahlend weiße Farbe natürlich einen genialen Kontrast zum satten Grün der umliegenden Landschaft.

 

 

 

 

Gut 20 km vor Arthur River nähert sich der Track bis auf gut einhundert Meter der Westküste Tasmaniens, was sich natürlich auch Landschaftlich bemerkbar macht. Hier ganz im Norden des „Western Explorer“ wird die Landschaft geprägt durch Meeresdünen und kargem Buschland und auch der Wind nimmt dank Küstennähe (leider) wieder deutlich zu.


In Arthur River hat uns der Asphalt dann leider wieder. Dafür besuchen wir den „Edge of the World“ Aussichtspunkt. Warum sich hier das Ende der Welt befinden soll, ist uns zwar nicht so ganz klar, aber vielleicht ist es ja auch eine Anspielung auf den rauen und ursprünglichen Westen Tasmaniens, wo manch früher Siedler vielleicht wirklich den Eindruck bekommen hatte, sich am „Ende der Welt“ zu befinden.

 

Wir haben heute gut 200 km Highway an der Nordküste Tasmaniens vor uns und eigentlich hatten wir gehofft, dass der stürmische Wind, der uns schon seit gestern Mittag extrem auf die Nerven geht, im Laufe des Tages wenigstens etwas nachlässt, doch weit gefehlt. Es stürmt und bläst was geht und das Motorradfahren wird zur ansträngenden Quälerei. Teilweise werden wir fast in den Straßengraben oder in den Gegenverkehr gefegt, so stürmisch ist es…

 

 

 

 

So wollen wir eigentlich so schnell wie möglich nach Devenport fahren und uns dort auf dem Zeltplatz verschanzen, doch aus diesem Vorhaben wird erst mal nichts, denn irgendwann bleibt Helle auf dem Randstreifen mitten auf dem Highway einfach stehen. Was nun? Sprit aus! Und das nach nur 360 km! Das kann jetzt aber nicht wahr sein, oder!? Normalerweise haben wir dank 26 Liter AfricaTwin-Tank eine Reichweite zwischen 400 und 500 km. Durch Helles anhaltendes Vergaser-Problem und den starken Gegenwind hat´s heut wohl nicht ganz so weit gereicht… Scheiße!

 

Hilft aber alles nix, da muss Bea in den nächsten Ort düsen und drei unserer 1,5 L PET-Wasserflaschen etwas zweckentfremden und mit Benzin füllen, das sollte reichen. Zum Glück ist die nächste Abfahrt vom Highway nicht weit und auch eine Tankstelle ist nach kurzem Suchen gefunden. Da wir heute scheinbar den „Tag der motorradfahrenden Frau“ haben gibt´s für Bea an der Tankstelle gleich das zweite Highlight dieses Tages: Der nette, junge Tankwart kommt aus seinem Shop gelaufen und betankt ihr das Motorrad! So etwas ist uns in ganz Australien noch nie passiert! Auf die Nachfrage, ob er auch die drei Plastikflaschen mit Benzin voll machen kann meint er zwar, dass das normal nicht zulässig sei, doch er würde für sie eine Ausnahme machen! Frau sein kann manchmal echt praktisch sein!

 

 


Ein Monat unterwegs auf Tasmanien - unser Fazit


 

 

Zurück auf dem Highway ist auch Helle schnell wieder gefunden, steht ja noch immer auf dem Standstreifen wo er vor einer halben Stunde zurückgelassen wurde. Als Bea ihm voller Stolz die Benzinflaschen reicht, erfährt sie allerdings, dass er die schon gar nicht mehr brauchen würde. Es hatte nämlich ein hilfsbereiter Australier angehalten und ihm 3 L aus seinem Reservekanister abgegeben. Und das sogar völlig umsonst! Das nennt man Hilfsbereitschaft!

 

 

 

 

In Devonport angekommen, checken wir wieder auf dem selben trostlosen Zeltplatz ein, in dem wir bereits vor genau 26 Tagen gezeltet hatten, als wir mit der Fähre aus Melbourne angekommen waren. Schon ein komisches Gefühl irgendwie. Vor 26 Tagen waren wir noch ganz gespannt, was uns in Tasmanien wohl so alles erwarten wir und heute sitzen wir wieder hier und blicken auf 26 schöne und spannende, wenn auch oft etwas windige und kalte Tage zurück.

 

Unser Fazit für Tasmanien: Die Insel ist vor allem Landschaftlich echt klasse und hat einige wunderschöne, historische Städtchen mit toller Architektur zu bieten. Unser persönliches Highlight war allerdings definitiv der Westen mit seinen unzähligen Seen, weiten Wäldern und unberührter, ursprünglicher Natur. Trotzdem freuen wir uns auch schon wieder auf´s Festland und hoffen, dass es die nächsten Wochen wieder etwas wärmer wird, so dass wir abends nicht mehr so oft frieren müssen.

 

 

 

 

Wir sind bereits Wach bevor der Wecker klingelt. Der Grund dafür ist gar nicht berauschend, es regnet nämlich und die Tropfen trommeln nur so auf unserem Zelt. Na super! Es hilft aber nicht und so quälen wir uns im Dunkeln aus unserem Zelt und versuchen unsere Sachen so schnell wie möglich abzubauen, damit wenigstens die Isomatten und Schlafsäcke nicht nass werden. Unser Zelt wird einfach triefend nass eingepackt, hilft eh nicht. Müssen wir heute Abend im (hoffentlich) trockenen Melbourne eben zum Trocknen aufhängen.


So sind wir bereits vor 7 Uhr morgens im nur wenige Meter von unserem Zeltplatz entfernten Fährterminal um dort für die „Spirit of Tasmania“ einzuchecken. Wir hoffen dass alles schnell geht und wir unsere Motorräder bald im trockenen Bauch der Fähre verstauen können. Wir hoffen, und warten und hoffen und warten… fast eineinhalb Stunden lang im strömenden Regen in einer Warteschlange aus Autos, die alle den Motor laufen haben um es schön warm und trocken in ihren Fahrzeugen zu haben!!! *ahahaha* Na danke. Bis wir dann irgendwann doch mal in die Fähre fahren dürfen, sind wir total durchnässt und unsere Laune lässt sehr zu wünschen übrig. Jetzt nichts wie unsere Tankrucksäcke, Laptops und Proviant geschnappt und dann einen guten Platz neben einer Steckdose ergattert. Als das erledigt ist, gönnen wir uns erst mal eine heiße Tasse Kaffee um etwas aufzuwärmen und hängen unsere Motorradjacken zum Trocknen über die Stühle. Sorry, Stuhl belegt, unsere klitschenasse Motorradjacke wohnt jetzt hier! Die See ist heute deutlich rauer als bei der letzen Überfahrt und so schaukelt die Fähre ganz ordentlich hin und her. Eigentlich macht uns das normalerweise nicht so viel aus, vielleicht liegt es daran, dass wir heute noch nichts im Magen haben, aber irgendwie ist uns beiden echt speiübel. Als dann auch noch eine Dame direkt in den Mülleimer kotzt, hinter dem Helle sitzt und der leckere Duft und entsprechende Geräusche zu uns hinüber treiben ist es fast so weit, wir sind kurz davor, es der Dame gleich zu tun! Da hilft nur ganz oft und feste schlucken und hoffen, dass die Übelkeit irgendwann nachlässt.

 

 


Nach 6 Wochen ist es endlich soweit - die australischen Behörden verlängern unsere Carnets


 


Irgendwann bedeutet in unserem Fall fast vier Stunden. Dann haben sich unsere Mägen quasi synchron beruhigt und wir sind auch endlich fähig zur ersten Nahrungsaufnahme am heutigen Tage. Dass die Crew irgendwann auch den angekotzten Mülleimer hinter uns entfernt hat trägt im Übrigen auch ganz entscheidend zu unserer Genesung bei.


Zurück in Melbourne können wir noch einmal ein paar Tage bei den Australiern Lorraine & Cameron unterkommen, die uns bereits vor unserer Abfahrt nach Tasmanien beherbergt hatten. Klasse! Unseren ersten Tag zurück in Melbourne verbringen wir, wie könnte es auch anders sein, mit arbeiten. Wir haben Strom und Internet, d. h. es gibt jede Menge zu tun! Unser neuer Wochenbericht muss endlich online gestellt werden, Helle ist noch immer nicht fertig mit dem Aussortieren all der Bilder, die wir in den letzten knapp vier Wochen in Tasmanien geschossen haben und Bea muss bezüglich der Verlängerung unserer Carnets etwas Druck machen, da wir auch dieses Thema bis zum Ende der Woche abgehakt bekommen müssen. Nach einigen Anrufen beim Automobilclub von Victoria (RACV) in den letzten Tagen und noch mehr benötigten Unterlagen von Behördenseite ist es heute - nach über 6 Wochen Bearbeitungszeit - endlich so weit, die oberste Australische Zollbehörde hat der Verlängerung unserer Carnets de Passages zugestimmt. Jetzt müssen wir unsere Carnets nur noch vom RACV und von der lokalen Zollbehörde stempeln lassen und schon sind unsere Papiere um 9 Monate verlängert!

 

Also nichts wie auf zum Hauptquartier des RACV das gut 30 km von unserem derzeitigen Wohnort entfernt in einem anderen Melbourner Vorort liegt. Die Dame, die unsere Angelegenheit betreut ist sehr nett und nach gut 45 Minuten Wartezeit, zwei Unterschriften und der Überweisung von 100 AUD Bearbeitungsgebühr pro Person auf das Konto des RACV halten wir unsere Carnets mit dem ersten von zwei Verlängerungsstempeln in der Hand. Nun müssen wir nur noch zu einem internationalen See- oder Flughafen, damit die dortigen Zollbehörden uns den zweiten benötigten Stempel in unsere Carnets stempeln.

 

 

 

 

Freundlicherweise telefoniert die Dame von RACV alle Zollbüros der Stadt für uns ab… und siehe da, es gibt nur noch ein einziges Zollbüro in ganz Melbourne, dass die Verlängerung von Carnets durchführt und das ist im über 60 km entfernten und auf der anderen Seite von Melbourne liegenden Flughafen. Oh nein!
Naja, hilft nicht, also rauf auf die Mopeds und einmal quer durch Melbourne gedüst. Am Flughafen angekommen ist das Zollbüro (GPS-Koordinaten Zollbüro Flughafen Melbourne: S 37° 40´34,4"  E 144° 51´06.8") überraschenderweise relativ schnell gefunden und der für uns zuständige Mitarbeiter hat auch gleich Zeit. Nachdem er einen ganzen Berg an Antrags- und Genehmigungsunterlagen von uns überreicht bekommt, verschwindet er erst mal wieder in seinem Büro um gut 15 Minuten später wieder zu erscheinen.

 

 

 

 

Ergebnis: alle Unterlagen sind geprüft, es gibt von Seiten des Zolls keine Einwände, Verlängerung erteilt! *puh* Jetzt können wir erst mal aufatmen, denn es war nicht klar, ob wir eine Verlängerung unserer Carnets um ganze 9 Monate bekommen können, denn in den letzten Jahren wurden Carnets in Australien meistens nur bis maximal drei Monate verlängert und auch das nur aus wichtigen Gründen. Hätte unsere Verlängerung nicht geklappt, hätten wir in spätestens 3 Wochen unsere Bikes außer Landes bringen müssen, was eine echte Katastrophe gewesen wäre. Aber nun ist alles paletti und unserem weiteren Australien-Aufenthalt bis Ende des Jahres steht somit nichts mehr im Wege! Juhu!!! Nach über 4 Stunden und gut 150 km kreuz und quer durch Melbourne haben wir es für heute endlich geschafft. Jetzt ist´s Zeit für ein Feierabend-Bier!

 

 

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