Erfahrungsbericht Lithium Motorradbatterie von Shido

Stand Oktober 2018

 

Erfahrungsbericht Lithium Motorradbatterie von Shido

Kaufentscheidung

Bereits 2012, als der erste Satz Batterien auf unserer Reise – wir waren gerade in Australien - schlapp gemacht hatte, haben wir uns überlegt, auf die neue Lithiumtechnik umzusteigen. Da diese Batterien aber empfindlicher auf Kälte reagieren und die Technik zu diesem Zeitpunkt noch durchaus teuer war, haben wir uns damals schlussendlich doch für Gelbatterien entschieden. Die weitere Reise haben uns diese Batterien treu begleitet. Im Frühjahr 2018 aber stand ein erneuter Austausch an und diesmal haben wir uns aufgrund von einigen sehr interessanten Vorteilen für eine Lithiumbatterie von Shido (LTX14 AHL-BSQ) entschieden.

 

Motorradbatterie im Test

Produktdetails & Lieferumfang:

Produktdetails gelten für den von uns verwendeten Typ LTX14 AHS-BSQ von Shido:

  • Batterie inkl. Polklemmen, Abdeckkappen und Schaumstoffpads zur Anpassung an das jeweilige Batteriefach
  • Lithium Eisenphosphat Technologie LiFePo4
  • Blei- & Säurefrei
  • integriertes elektronisches Batterie-Management-System mit Ladestandsanzeige
  • Aussenmaße (LxBxH): 132 x 74 x 134 mm
  • Gewicht: 916 g
  • 3 Jahre Herstellergarantie
Lieferumfang der Shido Lithiumbatterie für Motorräder

Warum eine Lithiumbatterie:

Lithiumbatterien halten seit vielen Jahren Einzug in unseren Alltag. Über Smartphones, Tablets, Laptops bis hin zu E-Autos und auch Negativschlagzeilen in unseren Medien finden sich die kleinen Energiebündel tagtäglich wieder. Aber Lithiumbatterie ist nicht gleich Lithiumbatterie. Zahlreiche verschiedene Batterietypen mit unterschiedlichen Eigenschaften kommen in den jeweiligen Geräten zum Einsatz und deren einzige Gemeinsamkeiten sind der fehlende Memory-Effekt, die durchweg hohe Energiedichte und die thermische Stabilität.

 

Im Pkw bzw. Motorradbereich hat sich seit Jahren der sogenannte Lithium Eisenphosphat Akku (LiFePo4) durchgesetzt,  da dieser Batterietyp auch bei Überladung keine feuergefährlichen Stoffe freisetzt und so als ausgesprochen sicher gilt. Zudem wiegen diese Akkus in der Regel über 70 % weniger als herkömmliche Batterien und werden deshalb sehr gerne auch im Rennsport verwendet.

 

Gewicht einer herkömmlichen Motorradbatterie
4,9 kg bringt unsere herkömmliche Blei-/Säurebatterie mit 12 Ah aus unserer Transalp auf die Waage
Gewicht einer Lithium Motorradbatterie
Die Lithiumbatterie von Shido wiegt als equivalenter Energiespender nur 916 GRAMM

Weitere Vorteile der kleinen Stromspender:

  • Lageunabhängigkeit beim Einbau, da sich in der Batterie keine Säure befindet
  • Schnellladefähigkeit (bis zu 90 % innerhalb von 10 Minuten Ladezeit mit einem entsprechenden Ladegerät)
  • 30 % höhere Leistung z.B. beim Startvorgang, da die Batterien einen sehr geringen Innenwiderstand besitzen
  • Eingebautes Batteriemanagement System mit Ladestatusanzeige, das laut eingen Herstellern bis zu 3.000 volle Ladezyklen erlaubt. Eine herkömmliche Batterie erreicht nur 150 - 300 volle Zyklen!
  • Kaum Selbstentladung
  • Wartungsfrei

Dass jeder noch so positive Effekt aber auch immer einen Haken hat, wollen wir hier nicht verschweigen.

  • Lithiumbatterien sind nach wie vor preislich etwas höher angesiedelt als ihre herkömmlichen Mitbewerber, sollte deren Lebensdauer im Vergleich zu Standardakkus aber tatsächlich um ein vielfaches höher sein, relativiert sich der Preis
  • Die Batterien reagieren auf langfristige Temperaturen unter dem Gefrierpunkt durchaus empfindlich, d.h. für Winterfahrer sind diese Batterietypen nicht zu empfehlen

Tipp:

Lithiumbatterien müssen erst "wach" werden, um ihre volle Leistung zu entfalten. Das bedeutet, dass ihr eure Batterie am besten durch Anschalten eines Verbrauchers (z.B. Zündung) sanft "aufwecken" solltet. Die Spannung liegt im Ruhezustand nämlich deutlich unter 12 V und springt dann nach wenigen Sekunden mit einem Verbraucher auf ihre vollen 12,5 V. Erst dann solltet ihr euer Motorrad starten. Wer eine eingebaute Spannungsanzeige besitzt, der kann das Phänomen sogar beobachten.
  • Die Energiebündel haben zwar nahezu keine Selbstentladung, Tiefentladungen mögen sie aber trotzdem nicht
  • Lithiumbatterien verlangen nach moderner Ladeversorgung sowohl am Motorrad als auch aus der Steckdose. Viele Laderegler älterer Motorradtypen liefern eine sehr "unsaubere" Spannungsversorgung mit ungefilterten Spannungsspitzen, was auf Dauer zum Tod der modernen Akkus führt. Auch bei unseren alten Transalps war dies der Fall und nach einem Reglertod auf Reisen haben wir beide Motorräder auf moderne Laderegler umgerüstet. Details dazu findet ihr beim Motorradumbau
  • Auch euer Ladegerät für die Steckdose muss für Lithiumbatterien geeignet sein, d.h. hier kommen bei einer Umrüstung unter Umständen noch zusätzliche Kosten für ein neues Ladegerät auf euch zu

Handhabung:

Lithiumbatterien werden ähnlich wie herkömmliche Batterien in verschiedenen Standardgrößen geliefert, deren Größe sich nach der Leistung der Batterie richtet. Da Lithiumbatterien aber generell kompakter ausfallen, sollte ein leistungsvergleichbarer Typ zu eurer herkömmlichen Batterie immer problemlos in das Batteriefach eures Motorrads passen. Im Lieferumfang befinden sich anpassbare Schaumstoffpads, die etwaiges Spiel im Batteriefach ausgleichen.

 

Achtung:

Die Leistungsangaben von Lithiumbatterien können nicht direkt mit der von herkömmlichen Batterien verglichen werden. Hier also nicht irritieren lassen! Welche Batterie äquivalent zu eurer herkömmlichen Batterie ist (z.B. Typ YTX 14 AH), findet ihr in der Regel auf der Produktseite des Herstellers.

Die Lithiumbatterie von Shido ist dabei mit je zwei Plus- sowie je zwei Minuspolen ausgestattet und kann so durch einfaches Drehen um 180° an die Verkabelung eures Motorrads angepasst werden. Anschließend werden die Anschlusskabel des Motorrads mit dem jeweiligen Pol verbunden (Polklemmen liegen bei), die beiden nicht verwendeten Pole werden abschließend einfach mit den beiliegenden Abdeckkappen isoliert.

 

Über die eingebaute Spannungsanzeige könnt ihr eure Batterie jederzeit bequem auf deren Ladezustand überprüfen.

 

Anschlusspole der Shido Lithium Motorradbatterie
Eingebaute Spannungsanzeige an der Shido Lithium Motorradbatterie

Einsatzdauer:

Seit März 2018 und aktuell 11.000 km im Einsatz. Temperaturbereich von +5° bis +40° Celsius.

Unsere persönliche Erfahrung:

Unsere Lithiumbatterie von Shido verrichtete unauffällig und sehr zuverlässig ihren Dienst über die bisherige Testdistanz von 11.000 km. Auffällig waren besonders das extrem niedrige Gewicht der Batterie im Vergleich zu unserem Standardakku und die merkbar höhere Leistung des Anlassers beim Startvorgang. Der Einbau ging sehr problemlos vonstatten, die kompaktere Größe des Energiebündels konnten wir problemlos mit Hilfe der beigelegten Schaumstoffpads an unser Batteriefach anpassen. Auch das regelmäßige abendliche Laden unserer elektronischen Gimmicks wie Headset, Smartphone oder Kamera stellten für die Batterie kein Problem dar.

Hier muss man aber ganz klar dazusagen, dass Lithiumbatterien zwar kurzfristig eine sehr hohe Leistung zur Verfügung stellen, die Nennkapazität der von uns verwendeten Batterie  aber nur bei 4 Ah (herkömmliche Batterie der Transalp 12 Ah!) liegt, was bedeutet, dass ihr euer Telefon an einem Standardakku dreimal so lange laden könnt wie an einer vergleichbaren Lithiumbatterie. Wollt ihr also eure Motorradbatterie umfangreich auch als Stromspender für energiehungrige Elektronik wie Tablets oder Laptops nutzen, solltet ihr euch weiterhin an einer herkömmlichen Batterie orientieren.

 

Shido Lithium Motorrad-Batterie im Härtetest

Schnellübersicht:

Positiv: Negativ:
  • bis 30% höhere Leistung beim Starten
  • kaum Selbstentladung
  • eingebaute Ladestatusanzeige
  • sehr kurze Ladezeiten
  • wesentlich höhere Lebensdauer als herkömmliche Blei-/Säure Batterien
  • Wartungsfrei
  • wesentlich geringeres Gewicht gegenüber einer vergleichbaren Blei-/Säure Batterie (916 g zu 4,9 kg!)
  • sehr kompakte Baugröße
  • variable Einbaulage
  • höherer Preis als herkömmliche Batterien (relativiert sich aber im Bezug auf die wesentlich höhere Lebensdauer)

  • reagiert empfindlicher auf kalte Temperaturen
  • verträgt keine Tiefentladung
  • funktioniert meist nicht in älteren Motorrädern, da deren Laderegler zu ungenau arbeiten (wir haben unsere Laderegler bereits während unserer Reise aufgerüstet)
  • zum Laden an der Steckdose muss ein für Lithiumbatterien geeignetes Ladegerät verwendet werden

Unser Fazit:

Die Lithiumbatterie von Shido hat uns auf unserer bisherigen Testdistanz mehr als positiv überrascht. Das geringe Gewicht (einfacher lassen sich 4 Kilo am Motorrad nicht einsparen) sowie das "enthusiastische" Startverhalten der Motorräder haben uns durchaus beeindruckt. Auch bei der abendlichen Nutzung der Batterie zum Laden unserer Elektronik konnten wir keine Einschränkung feststellen. Wie sich die Batterie bei kühleren Temperaturen bzw. auf lange Sicht schlägt, werden wir berichten.

 

Produktlinks:

 

Welches Batterieladegerät passt?

Achtet bei eurem Batterieladegerät darauf, dass dies für Lithiumbatterien geeignet ist, da sonst die Batterie Schaden nehmen kann.

Wir verwenden das Noco Genius G3500, das aktuell für alle Batterietypen bis 120Ah geeignet ist. Bei Bedarf (und Geldbeutel) bietet Noco aber auch leistungsschwächere sowie stärkere Varianten an.

Der Batterietyp wird aber in jedem Fall automatisch erkannt und entsprechend geladen bzw. gepflegt. Zudem sind für das Ladegerät Batterieanschlussleitungen mit Stecker erhältlich, die bei Fahrzeugen mit schwer zugänglichen Batterien einmalig installiert werden. Das Ladegerät kann so bei Bedarf ohne großen Aufwand am jeweiligen Fahrzeug angeschlossen werden.

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