VON FRAU ZU FRAU: Das "perfekte" Frauenmotorrad

Eine Geschichte von Amazonen, Stehauf-Mädels und Ängstlichen, oder warum es nicht das eine „perfekte“  Frauenmotorrad gibt, sondern viel mehr dein ganz persönliches „Wohlfühl-Motorrad“

Eine Frage, so heikel wie die nach der weltbesten Fußballmannschafft oder dem einzig wahren Reisemotorrad

Eine Frage, die wahre Glaubenskriege unter den Motorradenthusiasten auslöst.

Eine Frage, die seit Jahren ausgiebig in Motorradzeitschriften, Online-Foren und auf Webseiten durchdiskutiert wird.

Eine Frage, die eigentlich ein alter Hut ist.

Möchte man meinen!

 

Doch die Frage nach dem „perfekten“ Frauenmotorrad ist eine DER FRAGEN, die Bea am häufigsten von den Leserinnen unserer Homepage gestellt bekommt!

 

VON FRAU ZU FRAU: Der Ratgeber für das "perfekte" Frauenmotorrad!

 

Und genau deshalb werde ich – Bea – dieser Frage heute etwas genauer auf den Zahn fühlen und den Vorstellungen, Vorurteilen und unterschiedlichen Anschauungen zu diesem geschlechterbewegenden Thema auf den Grund gehen.

 


Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus


 

Werfen wir doch einmal einen Blick in unser direktes persönlichen Umfeld, unseren Freundes- und Bekanntenkreis.

Zunächst sei gesagt, dass die Zahl der selbst Motorrad fahrenden Frauen in den letzten Jahren zwar deutlich gestiegen ist, aber immer noch deutlich weniger als ¼ der deutschen Motorradfahrer ausmacht. Meiner persönlichen Erfahrung nach beginnen viele Frauen oft erst durch ihren motorradbegeisterten Partner damit, sich mit dem Thema Motorrad zu beschäftigen und vielleicht auch selbst Motorrad zu fahren.

Und so ist es kein Wunder, dass der Partner dann auch voller Elan mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn es um die Wahl des (ersten) eigenen Motorrads für die Freundin oder Ehefrau geht.

 

Soweit, so gut.

Doch was viele Männer im Eifer des Gefechts vergessen ist die Tatsache, dass Männer und Frauen durchaus verschieden sind, was wir eigentlich spätestens seit dem Bestseller „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ alle wissen sollten.

 

Ja, ja, auch ich bin emanzipiert und finde es wichtig als Frau in der heutigen Zeit gleichberechtigt zu sein. Aber Emanzipation hin oder her, es gibt nun mal Unterschiede zwischen Männern und Frauen die, mal abgesehen von wenigen Ausnahmen, für die meisten von uns durchaus zutreffend sind.

Das fängt schon bei ganz einfachen Dingen wie der Körpergröße, Statur und dem Gewicht an. Männer sind durchschnittlich 1,80 m groß und wiegen um die 89 kg, Frauen haben hingegen eine durchschnittliche Körpergröße von 1,66 m und ein durchschnittliches Gewicht von – okay, Augen zu und durch – 72 kg.

Alleine diese sehr offensichtlichen Unterschiede machen schon deutlich, dass die Ergonomie, Höhe und Gewicht eines guten Frauenmotorrads anders gestrickt sein muss, um optimal auf die Voraussetzungen und Bedürfnissen von uns Frauen abgestimmt zu sein.

 

Größen- und Gewichtsvergleich von Mann und Frau

 

Aber ich habe das Gefühl, dass wir Frauen auch ein wenig anders „ticken“ als unsere Freunde, Ehemänner und beste Kumpels.

 

Vor, während und auch nach unserer Motorradweltreise habe ich mich sehr viel mit anderen motorradfahrenden Frauen unterhalten.

Frauen die gerade erst ihren Führerschein gemacht haben, Frauen, die bereits seit Jahrzehnten auf Europas Teerstraßen unterwegs sind, Frauen die nach einer langen Kinderpause wieder einsteigen und natürlich auch Frauen, die alleine oder mit ihrem Partner auf Motorrädern monate- oder jahrelang on- und offroad um die Welt fahren.

 

Brennend interessiert mich bei all diesen Gesprächen immer, wie es den anderen motorradfahrenden Frauen vor allem beim Handling ihrer Bikes, beim Offroad-Fahren im Gelände und ihrem inneren Gefühl nach Umfallern und Stürzen geht.

Dabei haben sich für mich drei Arten von Motorradfahrerinnen herauskristallisiert:

 


Frauen „ticken“  anders…


 

1. Die Amazonen

 

Sie sind wie ich und alle anderen Motorradfahrerinnen gerne sein möchten.

Mutig, unerschrocken, absolut souverän im Umgang mit ihrem Motorrad. Sie suchen die Herausforderung kniffliger (offroad-)Strecken und stecken Umfaller und Stürze weg wie nichts.

 

Echt toughe Superfrauen, die bei der Rallye Dakar jeden männlichen Mitbewerber blass aussehen lassen und in jeder Situation ihre Frau stehen, ohne auch nur auf den („absurden“) Gedanken zu kommen, ihren Freund oder Ehemann zu bitten, ihnen beim Aufstellen ihres umgefallenen Motorrads zu helfen.

 

Ja, solche Frauen gibt es und ja, ich wäre gerne eine von ihnen. Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, dann gehöre ich leider nicht zur Gruppe der Amazonen.

 

2. Die Ängstlichen

 

Wer von euch hat eine Freundin oder Bekannte, die zwar irgendwann mal ihren Motorradführerschein gemacht hat, dann aber entweder nach einem Sturz oder einem anderen negativen Erlebnis aufgehört hat, selbst Motorrad zu fahren?

 

Also wenn ich in meinen Freundeskreis blicke, dann findet sich dort mehr als ein Mädel, dem es genau so erging!

 

Und interessanterweise sind es immer wieder dieselben Gründe, warum Frauen irgendwann aufhören, selbst Motorrad zu fahren:

"Ich fühlte mich unsicher“, „der Umgang, das Handling mit meinem Motorrad haben mich überfordert“, „ich hatte einen Sturz und fühlte mich danach blockiert, hatte Angst, wieder auf mein Bike zu steigen“, „ich kam mit den Füßen nicht richtig auf den Boden, fühlte mich immer sehr wackelig“. Diese und ähnliche Aussagen sind oft ein Anzeichen für ein falsches Motorrad!

 

Anstatt das Problem hinter diesen Aussagen zu beheben, hören viele Frauen leider einfach irgendwann auf, selbst Motorrad zu fahren und begnügen sich im besten Fall damit, Sozia bei ihrem Partner, ihrem Ehemann zu sein.

Sicher, Sozia sein hat seine Vorteile und es ist durchaus entspannend, sich nicht auf den Verkehr konzentrieren zu müssen und das Mitfahren und die vorbeiziehende Landschaft so völlig entspannt und stressfrei genießen zu können.

 

Doch wer schon einmal selbst Motorrad gefahren ist der weiß, dass selber fahren einfach anders ist!

Selbstbestimmt fahren, das Gefühl, sich in die Kurven zu legen, eins zu werden mit seinem Bike, die Geschwindigkeit zu spüren, wenn man den Gashahn aufdreht und das Motorrad seine Kraft, seine Leistung entfaltet. Der Fahrtwind, der einem bei leicht geöffneten Helm um die Nase weht…

Okay, okay, jetzt habe ich mich ablenken lassen… wo waren wir also stehen geblieben?

 

 

3. Die Stehauf-Mädls

 

Genau, bei der 3. Gruppe von Motorradfahrerinnen, den „Stehauf-Männchen“, oder in unserem Fall vielleicht besser „Stehauf-Mädels“.

Ich würde mal behaupten, ich bin das typische Stehauf-Mädel. Ich fahre ganz passabel Motorrad, bin aber weit davon entfernt, eine Amazonen-Motorradgöttin zu sein.

 

Ich kämpfe mich manchmal besser, manchmal schlechter über mehr oder weniger anspruchsvolle Offroad-Pisten und schaffe es trotz einer mit Bravour gemeisterten Flussdurchfahrt mein Motorrad im nächsten Moment einfach beim Absteigen kopfüber im Straßengraben zu versenken.

 

Guide: The perfect motorcycle for women

 

Ich liebe es, mich auf mein Motorrad zu schwingen und die Welt auf zwei Rädern zu erkunden.

Wenn es pressiert, dann kann ich meine „Dicke Rosi“ so flott um die Kurven scheuchen, dass sich der Helmut warm anziehen muss, wenn er mich abhängen will!

 

Aber ich habe auch schon unzählbar viele Umfaller und Stürze hinter mir. Manche davon sehr heftig und ich kann wirklich vom Glück reden, dass ich bisher immer mit ein paar Prellungen und blauen Flecken davon gekommen bin.

 

Klar blieb mir auf unserer Motorradweltreise oft nichts anderes übrig als wieder und wieder aufzustehen, mein Krönchen zu richten, wieder aufs Bike zu steigen und weiter zu fahren. Egal ob in der einsamen Steppe der Mongolei, der sengenden Wüste des australischen Outbacks oder dem kargen Hochland der Anden.

 

Aber mal abgesehen davon, dass ich heilfroh war, dass ich Helmut am meiner Seite hatte, der mir half, mein schwer bepacktes Motorrad jedes Mal wieder in die Senkrechte zu bugsieren, so hinterließen diese Umfaller und Stürze jedes Mal eine gewisse Unsicherheit in mir, so als würde es einen Schalter in meinem Kopf umlegen der mich hemmt und der dafür sorgt, dass ich mir selbst und auch meinem Fahrkönnen im Weg stehe und es dauert immer eine ganze Weile, bis ich mir meine Selbstsicherheit und meine Souveränität zurück erarbeitet habe.

 

Motorrad Fahren ist schon lange keine Männerdomäne mehr. Auch immer mehr Frauen schwingen sich in den Motorradsattel. Nur welcher ist der Richtige?

 

Warum ich das erzähle?

Weil es wahrscheinlich den meisten motorradfahrenden Frauen so oder so ähnlich ergeht und weil genau diese Unsicherheit oft dazu führt, dass Frau irgendwann aufhört, selbst Motorrad zu fahren oder zumindest immer mit einem leicht mulmigen Gefühl auf ihrem Bike unterwegs ist.

Weil die meisten Frauen sich nicht trauen, diese Dinge offen anzusprechen, schon gar nicht vor ihrem Freund oder Ehemann.

Und weil ich der lebende Beweis dafür bin, dass man keine Motorrad-Amazone sein muss, um mit Begeisterung, Spaß und einem guten Gefühl auf dem eigenen Motorrad unterwegs zu sein!

 


Macht es euch nicht schwerer, als es sein muss!


 

Wichtig dazu sind eigentlich nur drei Dinge:

 

1. Lasst euch nicht unterkriegen! Schämt euch nicht vor anderen – vermeintlich besseren Fahrern – oder eurem Partner/Ehemann! Ihr

    müsst niemandem etwas beweisen!

2. Seid ein Stehauf-Mädel, genau wie ich! Egal wie oft ihr umfallt, eine Kehre nicht ordentlich hin bekommt oder sonst was, wichtig ist,

   dass ihr immer wieder aufs Motorrad steigt, euch euren Ängste und Unsicherheiten stellt und so lange üben, bis ihr den Dreh raus

   habt!

3. Macht es euch nicht schwerer, als es sein muss. Und dazu gehört vor allem das Motorrad zu fahren, auf dem IHR EUCH WOHL FÜHLT!

 

Und damit wären wir wieder beim Einleitungs-Thema. Welches Motorrad ist das „perfekte“ Frauenmotorrad?

 

Würde ich einen Mann nach den wichtigsten Attributen für ein perfektes Motorrad fragen, so wären die häufigsten Antworten wahrscheinlich:

  • ordentlich Leistung und Hubraum muss es haben
  • groß und mit viel Bodenfreiheit muss es sein – oder auch windschnittig und aerodynamisch. Je nachdem, ob Mann der Supersportler- oder Adventure-Bike Gemeinde angehört
  • und ordentlich etwas her machen soll es natürlich auch

Doch genau hier liegt der Hund begraben!

 

Denn wichtig ist nicht, wie viel PS und Hubraum euer Motorrad hat, ob es gerade angesagt ist oder super schick aussieht… wichtig ist vor allem, dass IHR EUCH auf EUREM Motorrad WOHLFÜHLT und es SICHER BEHERRSCHT!

 

Glaubt ihr nicht?

Dann habe ich hier ein paar Beispiele für euch:

 

Ulli Hahnel | Yamaha XT 660 Ténéré

Krad-Wanderer.de

Während meiner Reise fuhr ich eine Yamaha XT660Z, die für mich vor allem im Punkto Zuverlässigkeit und vielen anderen Aspekten ein sehr gutes Reisemotorrad ist. Aber in Punkto Motorradgewicht würde ich beim nächsten Mal ein leichteres Motorrad mit minimal tieferer Sitzhöhe wählen.

Xenia Sägesser | Yamaha XT 660 R

XTAdventures.ch

Jeden Morgen freue ich mich wieder auf mein Motorrad zu steigen, da es perfekt für meine Bedürfnisse nach Reisen, Abenteuer und Offroad ist und definitiv seinen eigenen Charakter hat!

 


Heike Fania | BMW F 650 GS und andere

2LivetheDream.com

Meiner Meinung nach gibt es kein perfektes Motorrad. Es liegt an dir, auf welchem Motorrad du dich wohl fühlst und auch, was du vor hast, z. B. ob du lange Reisen machst, ob du es vorziehst, Offroad zu fahren, oder ob du lieber etwas schneller unterwegs ein möchtest. Ich fuhr und reiste auf GS-Motorrädern, Ducatis und kleineren Enduros und Trail Bikes – und alle waren perfekt für mich und die jeweilige Situation.

Rachel Lasham| Honda C90 & Yamaha XT 250

Wanderonahonda.co.uk

Für mich ist das perfekte Motorrad eine Mischung aus meiner Honda C90 und meiner Yamaha XT 250. Leicht im Gewicht, einfach zu reparieren, gute Federung, bequemer Sitz, genügend Leistung um Berge zu erklimmen, niedrig genug um meine Fußsohlen flach auf den Boden zu bekommen und es macht einfach Spaß und zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen.


Josephine Flohr | BMW R 80 G/S

Open-Explorers.com

Mir ging es bei der Motorradwahl hauptsächlich um den klassischen Look. Metalltank, runder Frontscheinwerfer, kein Plastik. Ich mag Yolanda, weil sie ein ruhiges Gemüt hat und trotzdem genug Power. Durch den Boxer und den niedrigen Schwerpunkt geht sie fast wie von allein in die Kurven und ist auch sonst ganz gut zu handeln.

Lea Rieck | Triumph Tiger 800 XCA

Got2Go.de

Es gibt so viele verschiedene perfekte Reisemotorräder wie es Fahrer mit verschiedenen Ansprüchen und Leidenschaften gibt. Für mich ist die Wahl des Motorrads für eine lange Reise immer ein Kompromiss zwischen Komfort und Handlichkeit. Die Triumph Tiger 800 XCA ist für mich persönlich die perfekte Lösung.


Leonie Sinnige| Honda CRF 250 L

Amsterdamtoanywhere.nl

Das perfekte Motorrad ist das Motorrad das du liebst, bei dem du dich wohlfühlst, wenn du es fährst und das am besten zu deinen Strecken und deinem Motorrad-Fahrstil passt. Auf unserer Motorradweltreise versuchten wir Autobahnen zu meiden und so oft wie möglich Offroad Strecken zu fahren. Das perfekte Motorrad dafür war für mich meine Honda CRF 250 L, speziell, da sie leicht und zuverlässig war. Mit nur 250 ccm Hubraum nicht super leistungsstark, aber es gab nur wenige Momente, in denen wir uns mehr Leistung gewünscht hätten. Die CRF hat mich überall dorthin gebracht, wovon ich geträumt habe und ich hatte immer ein breites Grinsen im Gesicht.


 

So unterschiedlich diese Frauen und ihre Motorräder auch sind, eines haben sie alle gemeinsam: Sie fahren das Motorrad, auf dem sie sich wohl fühlen und das für ihre ganz persönlichen Ansprüche und ihre Art des Motorradfahrens und Motorradreisens genau das richtige ist.

Und vor allem: Sie haben SPASS dabei!

 

Und genau so sollte es bei euch auch sein, egal, was euer Partner, euer Ehemann oder eure Motorrad-Kollegen von eurem Motorrad halten. Denn nicht sie müssen sich wohl und sicher auf eurem Motorrad fühlen, IHR müsst euch wohl und sicher fühlen!

 

Meine „Dicke Rosi“, eine umgebaute 89er Honda Transalp mit großem 24 Liter Africa Twin Tank und V2-Motor mit 600 ccm Hubraum hat vollgetankt und mit montiertem Alukoffer-Gepäcksystem (aber ohne Inhalt!) ein Gewicht von ca. 225 kg und gehört damit zu den Mittelklasse-Reiseenduros.

 

Grundsätzlich war und ist mir meine Rosi eine treue Reisegefährtin, die ich sowohl auf der Straße wie auch im Gelände bewege.

 

Riding the bike you are comfortable with is a major point for women and for men.

 

Gerade auf langen und flotten Autobahn-Etappen wünsche ich mir durchaus ein schnelleres, leistungsstärkeres Motorrad, das auch bei 180 km/h noch ruhig läuft und mir nicht den Hintern weg vibriert.

 

Doch gerade auf kniffligen Offroad-Passagen merke ich den relativ hohen Schwerpunkt des Bikes und auch das Gewicht wiederum recht deutlich und würde mir trotz mehrjähriger Weltreiseerfahrung manchmal ein etwas kompakteres und leichteres Bike wünschen.

 

Sollte also einmal der Zeitpunkt kommen, an dem der TÜV mich von meiner Dicken Rosi scheidet, dann werde ich nicht zwangsläufig zu einem 800 ccm+ Motorrad wechseln, nur um mich vor meinen Freunden und Bekannten zu beweisen. Ich werde mir das Motorrad suchen, auf dem ICH mich wohl fühle und das für meinen persönlichen Einsatzzweck der beste Kompromiss aus Leistung, Gewicht, Größe usw. ist. Das könnte eine neue, kraftvolle Africa Twin CRF 1000 sein, oder vielleicht doch lieber eine leichte und agile BMW X-Challenge? Wer weiß…

 

Wie bereits erwähnt ist euer ganz persönliches Wohlfühl-Motorrad so individuell und unterschiedlich wie ihr selbst und eure Art des Motorradfahrens bzw. Motorradreisens. Ich kenne einige Frauen, die eine 1200er BMW GS oder eine 1190 KTM fahren, ihr großes Motorrad super im Griff haben und damit absolut glücklich sind.

 


Der Weg zum [Motorrad]-Glück…


 

Solltet ihr aber eine Motorradanfängerin sein, oder eher zu Gruppe 2 - den Ängstlichen - oder Gruppe 3 - den Stehauf-Mädels - gehören, so sind die folgenden Faustregeln sicher ein sehr guter Anhaltspunkt, um das perfekte Motorrad für euch zu finden:

 

1. Desto kompakter und leichter euer Motorrad ist, desto einfacher ist es zu handeln.

 

2. Desto besser ihr mit euren Füßen auf den Boden kommt, desto sicherer fühlt ihr euch.

 

3. Desto tiefer der Schwerpunkt eures Motorrads ist, desto weniger spürt ihr das Gewicht.

 

4. Auch ein kleineres Motorrad mit weniger Hubraum und PS macht richtig viel Spaß, speziell wenn ihr euch darauf wohlfühlt. Gerade auf kurvigen Bergpässen oder Offroad seid ihr damit gegenüber den bulligen, deutlich schwereren Leistungs-Boliden eurer (männlichen) Begleiter unter Umständen sogar im Vorteil!

 

Und das Wichtigste zum Schluss:

 

5. Testet so viele verschiedene Modelle wie möglich, bis ihr genau das Motorrad gefunden habt, auf dem ihr euch wohl und sicher fühlt und das zu eurem persönlichen Motorrad(reise)stil passt.

 

Lasst euch von eurem Partner, Ehemann oder Freunden bloß kein Motorrad „einreden“!

Und sollte euer Umfeld eure Entscheidung nicht verstehen -> dann gebt ihnen diesen Artikel zum lesen! :-)

 

Ich hoffe, dieser Blog-Artikel über meine eigenen Erfahrungen, meine Erlebnisse und meine offenen und ehrlichen Worte zu diesem manchmal durchaus schwierigen Thema helfen und bestärken euch darin, euren eigenen Weg zu gehen und – falls ihr es nicht schon längst gefunden habt – euer ganz persönliches, perfektes Wohlfühl-Motorrad zu finden, das genau zu EUCH passt.

 

Mädels, ich wünsche euch eine ganz, ganz tolle Motorradsaison 2018, viele schöne Erlebnisse, traumhaften Motorradstraßen und vor allem eine allzeit unfallfreie Fahrt!

 

An dieser Stelle auch noch einmal mein herzlichster Dank an Ulli, Xenia, Heike, Rachel, Josie, Lea und Leonie für eure tollen und offenen Worte zu diesem Artikel! Ihr sprecht mir aus der Seele Mädels! :-)

 

Wohlfühlen ist das oberste Gebot bei der Wahl des richtigen Motorrads. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

 

#Life is a Ride. Make it BIG!

Eure Bea und ihre “Dicke Rosi“ :-)

 

PS: Ich freue mich sehr über eure Kommentare, in denen ihr mir und den Leserinnen von TimeotRide.de von euren eigenen Erlebnisse und Erfahrungen auf der Suche nach eurem perfekten Wohlfühl-Motorrad berichtet und bin schon sehr gespannt, mit welchen Bikes ihr unterwegs seid!

 

Also los Mädels, lasst mal hören! :-)

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Kommentare: 25
  • #1

    Judith Seeberger (Sonntag, 04 März 2018 13:20)

    Hi Bea.
    Dein Artikel ist echt der Hammer und trifft den Nagel auf den Kopf. Als meist solo reisende und zur Kategorie 3 gehörende Frau (165cm gross und kilomässig deutlich unter dem Durchschnitt) habe ich mich entschieden, die Welt mit meiner “kleinen“ SuzyBlue zu erkunden - eine Suzuki DRZ400. Nachdem ich sie erst nur für's offroaden benutzt habe und mit einer BMW F650GS unterwegs war im Alltag und den Ferien in Europa. Inzwischen haben SuzyBlue und ich zusammen die Americas und das Nordkapp bereist und ich fühl mich sauwohl mit ihr. Sie kann ich alleine aufstellen, ihr kann ich vertrauen....und sie verzeiht mir die manchmal unvermeintlichen Umfaller und Wasser-Einlagen immer wieder ;-) und deswegen wird sie auch nächstes Jahr mit dabei sein, wenn es auf unbestimmte Zeit in Richting Osten geht.
    Ich bin sicher, dass du mit deinem Artikel die eine oder andere Frau ermutigen kannst, “ihr“ Motorrad zu fahren. Hoffe, ganz viele von ihnen “on the road“ anzutreffen �

  • #2

    Ulla Thien (Sonntag, 04 März 2018 13:41)

    Hey!
    Der Bericht ist echt super geschrieben. Ich selbst fahre eine F650GS, auch durch meinen Freund darauf gebracht worden. Ich habe meinen Führerschein nun seit 5 Jahren und habe auf die BMW mittlerweile 20.000 km drauf gefahren.
    Ich bin eigentlich gut zufrieden, kann aber auch nicht aus Erfahrungen sprechen, da ich bislang nur diese gefahren bin. Aber ich finde das Handling super und komme sehr gut zurecht.
    Ich wünsche auch allen eine gute Motorradsaison 2018!

  • #3

    Martin B. (Sonntag, 04 März 2018 16:09)

    Super Artikel und ich hab mich als Mann auch mehrmals "ertappt" gefühlt.
    Meine Freundin liebt ihre Bandit und ich versuche sie schon seit Jahren auf eine Kawa "umzusiedeln", da mein Fuhrpark nur aus den "Grünen" besteht. Aber (zum Glück) hat sie sich immer durchgesetzt! ;-)

    Ich suche seit Jahren auch eine "perfekte" Reisemaschine, die auch im Gelände was kann. Leider sind meine Beine sehr kurz und mit einer Körpergrösse von 1,69m is die Auswahl auch recht schwer...

    Ansonsten wünsche ich euch eine gute Saison!

  • #4

    Ulla Kugler (Sonntag, 04 März 2018 18:13)

    Hallo Bea, Glückwunsch zu deinem tollen Blog und die offenen Worte bzgl. Wohlfühlmotorrad. Auch ich habe einige Zeit gesucht, bis ich happy war mit meinem "Happy" ( So habe ich meine Yamaha MT07, tiefergelegt und individualisiert, getauft. Bin nur 1,59cm klein.) Wir fahren so ca. 20.000 km im Jahr und planen derzeit eine Ostseeumrundung. Bilder gibt es in meiner Facebookchronik unter Ulla Kugler oder auf meiner Website www.ex-sozia.de.
    Dir alles Gute auf deinen Reisen, die ich gerne weiter verfolgen werde.

  • #5

    Tom (Dienstag, 06 März 2018 12:43)

    Grias di Bea,

    meine Frau sagt zu mir manchmal Muschi, deshalb kann ich hier auch antworten ;-) Dein Artikel find ich super, weil es bei einem Reisemotorrad nicht um Speed geht, sondern um Zuverlässigkeit und das Wohlbefinden, wie du auch gut beschrieben hast.
    Nach den 750 Kubik der Africa Twin bin ich auf 25 bzw 50 Kubik der Piaggio Ciao umgestiegen. Fühle mich auf beiden aber wohl. Auf den 25 Kubik aber besonders, weil meine Kati dann auch selber "Motorrad" fahren kann :-) Es geht um Spass und da ist, wie man bei Rachel und Ed sieht, alles erlaubt :-)

    Gruss von uns Dreien

    Tom

  • #6

    Jutta (Donnerstag, 08 März 2018 01:24)

    Hallo Bea,
    dein Bericht spricht mir aus der Seele.
    Als ich 2005 nach über 20 Jahren Pause wieder anfing mich auf 2 Rädern zu bewegen, bekam ich von meinem Mann die Kawa EL 250 geschenkt. Mit der "Elli" hab ich wieder die nötige Sicherheit erlangt und bin tausende Kilometer gefahren mit wachsender Begeisterung. Irgendwann war der Punkt erreicht und ich habe mir ein anderes Motorrad gewünscht. Da lief mir dann die Kawa Zephyr 750 über den Weg. Das war ein völlig anderes Fahrgefühl, aber irgendwie fühlte ich mich nie richtig sicher. Als ich dann die "Zensi" durch einen Schalt/Fahrfehler in einer Spitzkehre in den Graben versenkte, wars mit meiner Selbstsicherheit vorbei. Ich bin danach immer mit einem mulmigen Gefühl aufgestiegen und gefahren. Ich war soweit, entweder aufhören oder ein anderes Möpi.... Durch Zufall wurde mir dann die Honda Transalp XL 600 V angeboten. Nach einer Probefahrt war ich begeistert. Habe die Maschine dann auf mich anpassen lassen, Tieferlegung und andere bzw. niedere Sitzbank. Jetzt hab ich wieder Spass am fahren und Kurvenräubern. Selbst ein kleiner Sturz hat mich nicht mehr aus der Bahn geworfen, ich glaube ich habe die perfekte Maschine gefunden.
    Ich kann wirklich jeden nur ermutigen nach der richtigen Wohlfühl-Maschine zu suchen.
    Ich wünsche allzeit eine gute und unfallfreie Fahrt.
    Liebe Grüße aus dem Schwarzwald
    Jutta

  • #7

    Bea (Donnerstag, 08 März 2018 09:52)

    @Judith:
    Vielen Dank, dass du deine eigenen Erfahrungen mit mir und den Leserinnen unseres Blogs geteilt hast Judith!
    Ich kann deine Erfahrungen zu 100 % nachvollziehen und wäre ich nicht meistens zusammen mit Helmut unterwegs, sondern als solo reisende Frau, dann würde ich mir definitiv ein kleineres und leichteres Motorrad zulegen, dass ich dann auch ohne Probleme selbst wieder aufstellen kann, wie auch du schreibst.
    Mein ganz großer Respekt daher an Frauen wie Lea, die auf großen Motorrädern solo die weite Welt bereisen!
    Und dir alles, alles Gute und ganz viele tolle Erlebnisse für deine bevorstehende große Ausfahrt gen Osten!

    @Ulla Thien:
    Vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass dir der Artikel so gut gefällt! :-)
    Wenn du mit deiner F650GS gleich auf Anhieb dein perfektes Wohlfühl-Motorrad gefunden hast, umso besser!
    Auch dir allzeit gute und vor allem unfallfreie Fahrt!

    @Martin:
    Hey, es freut mich SEHR, dass sich auch ein Mann zu diesem Thema zu Wort meldet!
    Von vielen Männern wird das Thema „Frauenmotorrad“ vielleicht ein wenig „belächelt“, aber der Zuspruch und die Bestätigung der vielen Motorradfahrenden Frauen auf diesen Artikel zeigt schon ganz deutlich, dass wir tatsächlich etwas anders ticken als ihr Männer! 
    Und wenn mein Artikel ein klein wenig dazu beiträgt, den Männern das zu verdeutlichen, dann ist das einfach spitze! :-)
    Euch beiden allzeit gute Fahrt, egal ob „grün“ oder bunt! ;-)

    @Ulla Kugler:
    Noch eine Ulla! Hallo! :-)
    Auch an dich vielen, vielen Dank für dein positives Feedback zu meinem Bericht und den Gastbeiträgen der anderen Motorrad-Mädels! Das freut mich wirklich sehr!! :-)
    Super, dass du den Sprung von der Sozia zur begeistert selbst fahrenden Frau gewagt hast und noch viel besser, dass du damit so glücklich bist! So soll es sein!
    PS: Die Leseprobe zu deinem Buch hat mir durchaus ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert! Ich fahre zwar nur selten als Sozia mit, aber wenn, dann gehörte ich definitiv zu denen, die bereits an der Bewältigung des Topcase-Hindernis scheitern! :-D

    @Tom:
    Neeeeinnnn! Wenn ich euch beide nicht kennen und so schätzen würde, dann müsste ich die Kati jetzt kurz schimpfen, wenn sie dich wirklich Muschi nennt! :-D
    Die Größe und Leistung des Motorrad haben absolut nichts mit dem Können oder Fahrspaß des Fahrers zu tun, egal ob Männlein oder Weiblein!
    Aber ich weiß doch, dass das bei euch nur Spaß ist und ich finde, du hast im Hochzeitsfrack auf deinem Krad ein Mega cooles Bild abgegeben! Mehr Stil geht fast nicht! Daumen hoch! :-)
    PS: Selten Menschen getroffen, die sich selbst, das Leben und das Motorradreisen mit so viel Humor nehmen wie Ed & Rachel. Einfach großartig die beiden! :-)

    @Jutta:
    Auch an dich vielen Dank für deinen Beitrag und deine persönlichen Erfahrungen!
    Ich glaube auch, dass es für viele Motorradfahranfänger – inklusive mir selbst – viel besser wäre, zuerst auf einer kleineren, leichteren Maschine anzufangen und erst mal Fahrpraxis und Sicherheit auf 2 Rädern zu sammeln.
    Wenn man dann genügend Fahrerfahrung gesammelt hat und nach „mehr“ Strebt, dann ist der Umstieg auf eine schwerere Maschine mit mehr Leistung perfekt!
    Anders herum ist es nämlich echt fatal, wenn man mit einem zu großen und schweren Motorrad anfängt, dann vielleicht gleich ein paar Mal umfällt und Schwupps, weg ist die Selbstsicherheit!
    Und die dann wieder aufzubauen, dauert oft sehr lang…
    Sollte ich in einem nächsten Leben also noch mal den Motorradführerschein machen, dann würde ich es genau so machen!
    Schön, dass du für dich mit der Transalp dein perfektes Wohlfühl-Motorrad gefunden hast!
    Kann ich verstehen, nachdem mich meine „Dicke Rosi“ auch schon so viele tausend Kilometer durch dick und dünn begleitet hat! :)
    Herzliche Grüße in den schönen Schwarzwald und weiterhin gute Fahrt auf deiner Transe!

  • #8

    SilvesterG (Donnerstag, 08 März 2018 19:03)

    Super Bericht ..... Kompliment. Du sprichst vielen Mädels aus dem Herzen u wenn wir "Männer" ehrlich sind, zum Großteil uns auch, nur geben's die Meisten nicht zu. OK, als "Wiedereinsteiger" war gut beraten mir eine 650 GS zuzulegen. Ich war auch super zufrieden mit ihr nur meinte ich irgendwann dass ich was größeres bräuchte u bin auf eine 1150 GS umgestiegen. Super Langstrecken Moped (bin an einem Stück aus Sardinien von Genua nach Hause, in die Nähe von Stgt problemlos gefahren) nur mit dem Gewicht hatte ich immer zu kämpfen. Ich bin, wie Martin, nur 170 cm u mit meinen 75 Kg somit kein Bär u habe vor drei Jahren meine Vernunft siegen lassen u mir eine neue (USA-Grauimport) DR 650 zugelegt. Ca 100 Kg leichter als die 1150-er, absolut unkompliziert u in jeder Lage beherschbar ..... jetzt macht's auch wieder Spaß u ich bin rundum zufrieden. Daher kann ich ALLEN nur raten, legt euch das für euch passende Moped zu u lasst euch nicht vom Rest der Welt beeinflussen.

  • #9

    Bea (Donnerstag, 15 März 2018 15:34)

    @Silvester:
    Vielen Dank, dass sich mit dir ein weiterer Mann zu Wort gemeldet hat! :-)
    Es freut mich vor allem, dass unser Mädels-Artikel auch von den männlichen Lesern unseres Blogs - und die sind ja definitiv in der Überzahl! :-) - so positiv aufgenommen wird!
    Danke dafür und die Schilderung deines eigenen Weges zu deinem perfekten Motorrad Silvester!

  • #10

    Marion Pulter (Freitag, 16 März 2018 12:26)

    Toller Beitrag, den ich gleich mal teilen muss für meine Freundinnen, die sich nicht richtig trauen wieder anzufangen.
    Ich selbst fahren schon seit meinem 18. Lebensjahre Motorrad. Angefangen mit einer Yamaha XT 250, gefolgt von einer Honda XL 500 und einer Kawa Z 750. Tja und dann ne viel zu lange Kinderpause von 16 Jahren. Nachdem ich dann fast zu Grunde gegengen bin, weil ich nur noch Hausfrau und Mutter war und mein "Ich" welches gerne auf 2 Rädern unterwegs ist, dadurch ganz in Vergessenheit geraten war, riet mir mein Mann ich solle mir wieder ein Motorrad kaufen. Zuerst tat ich mich schwer mit dem Gedanken und da war die große Angst. Kann ich überhaupt noch motorradfahren und was für ein Motorrad ist das richtig für den Wiedereinstieg? Mein Mann fuhr damals eine GS 1200 und so dachte ich über eine GS 800 nach. Da ich aber in meiner Jugend immer schon auf Harley Davidson stand, besuchte ich mit meinem Mann einen HD Händler und saß Probe. Da ich 175 cm groß bin (68 kg), war mir die Sportster zu klein und so fühlte ich mich in den Verkaufsräumen vom Händler auf der Street Bob ganz wohl. Eine Probefahrt habe ich dann aber nicht gemacht, da ich befürchtete, gleich vor dem Laden auf den ersten Metern zu stürtzen. Ich kaufte die Street Bob mit 305 kg Leergewicht! Nachdem mein Mann sie mir dann nach Hause gefahren hatte, stieg ich noch, obwohl es regnete auf das Moped und fuhr einmal ums Dorf damit. Es war einfach nur geil und siehe da ich hattes es nicht verlernt, das war im Sommer 2012.
    Nachdem ich dann über Facebook viele Fernreisende gefunden hatte, kam im März 2015 eine Suzuki DR 350 dazu um endlich den Traum vom Endurofahren zu folgen. Mein Mann war in dessen ebenfalls auf eine HD umgestiegen und damit wir zusammen zum Endurowandern gehen konnten, folgte noch eine DR 650.
    Ich fahre gerne mit meiner Steet Bob und war mit ihr auch schon in Spanien, der Vorteil von ihr, ich komme mit beiden Füßen ganz auf den Boden, der Sitz ist sau bequem. Allerdings kommt man hier abseitz der Straße schnell an seine Grenzen, was ich dann schon bedauert habe.
    Die DR 350 ist irre hoch und ich muss sie ankicken, hat nur 30 PS, aber macht wahnsinnigen Spaß. Gut, die liegt auch öfters mal im Dreck, aber mit ihren 130 kg kann ich sie auch ohne weiteres alleine aufstellen. Die DR 650 hat mir im Gelände schon wieder zu viel PS, zum leichten Endurowandern aber trotzdem super. Nur der Sitzkomfort der läßt echt zu wünschen übrig bei den Suzukis.
    In den letzten Jahren durfte ich auch noch Trail Maschinen ausprobieren und auch ne Royal Endfield. Von der Royal Enfield bin ich voll begeistert. Die Bullet mit 500 ccm, 27 PS und 195 kg Gewicht würde ich jederzeit für meine Weltreise nehmen. Einfache Technik, super und sehr tiefer Sitzkomfort, geht überall drübert, echt hart im Nehmen, einfach klasse.
    Es ist echt nicht einfach das perfekte Motorrad zu finden, aber wie du schon geschrieben hast Bea, einfach ganz viele ausprobieren. Ggf. kauft man sich halt öfters mal ein anderes, bis es paßt.
    Also Mädels traut euch, wartet nicht zu lange damit, probiert viel aus, springt über euren Schatten und hört auf euer Bauchgefühl ;-) Das Leben auf 2 Rädern, egal mit welcher Marke, wartet auf euch!

  • #11

    Smarty (Freitag, 16 März 2018 15:38)

    Hey Bea,
    super geschrieben dein Artikel, ich suche noch und das mit Mitte 50. Fakt ist, dass ich einen leichten 650 Kurvenräuber habe (SV650) perfekt zum durch die Gegend ballern. Hinzu kam in 2015 ein alte African Twin RD04, du kennst sie (als ihr zurück gekommen seid-Eskorte ab Karlsruhe). Ein Traumbike, zuverlässig, easy zu fahren On- und Offroad, aaaaber... das große Aber. Sie ist sauschwer, hat einen extrem hohen Schwerpunkt und kippt sehr leicht beim rangieren. Weswegen sie mir auch schon x mal umkippte. Nichts destotrotz, fahre ich auch alleine los in Urlaub, jedoch nicht mal Schottern würde ich mit ihr alleine. Ich stelle sie alleine einfach nicht mehr auf. Keine Chance.
    Ich schwanke extrem, weil offroaden relativ neu für mich ist und ich voll angefixt bin, aber auch den Charakter eines V2 einfach nicht missen möchte. Dazu kommt mein Budget, welches nicht gerade viel her gibt...Meine Gedanken kreisen um eine alte DR 650 SP46. Max. 150 kg und leicht zu handeln, dafür deutlich weniger Leistung. Viele andere Bikes, auch die 250ccm und 400 ccm sind sau hoch und müssen wieder für viel Geld umgebaut werden, damit sie niedriger werden usw...
    Wohl fühle ich mich auf meiner AT, liebe es mit ihr zu fahren, aber möchte unglaublich gerne auch mal alleine Schottern können. Ich fahre seit über 30 Jahren und sicher nicht schlecht, aber das perfekte bike für mich, sollte ein V2 Enduro mit max. 150 kg haben.. Eine Idee? Ich nicht *lach*
    BMW, kann ich mir nicht leisten und sowieso haben alle Alternativen nur 1 Zylinder... seufz.. Aber ich sollte mich sicher irgendwann von der AT trennen.. seufz

    Danke für deinen Bericht

    LG Smarty

  • #12

    Kurt (Freitag, 16 März 2018 21:16)

    Servus Bea
    Da liegt viel Wahrheit in dem von dir geschriebenen. Wie du ja weißt fahren wir auch zwei Transalps - sind PD10er. Natürlich nicht so weit herum gekommen wie ihr, haben wir jedoch in Europa schon viel gesehen und gefahren - auch viel Schotterpisten in den alpen und am Balkan.
    Aber für die die heurige geplante Tour rundum und entlang des Karpatenbogens haben wir beschlossen unsere "schweren" Transalps zu Hause zu lassen und haben uns um Jänner zwei DR650SE (SP46) gekauft. Leider sind diese Motorräder doch schwerer als Silke es schrieb ... aber mit 165 kg vollgetankt ist man dabei und damit und gute 50 kg leichter als die Transen.
    Ich/Wir erhoffen uns von den Motorrädern, dass wir uns auf den Abschnitten des TET Rumänien einfach leichter tun und vor allem Verena wieder mehr Fahrspass beim Fahren abseits asphaltierter Pisten bekommt - und ich natürlich auch :-D

    Servus und Grüße an Helmut, Kurt

  • #13

    jörg hogrefe (Freitag, 16 März 2018 22:44)

    guter artikel,vielen dank für eure gedanken,
    grad bei der wahl vom mopped weg vom grösser höher schneller schwerer wahnsinn wegzukommen erfordert selbstbewusstsein und ein gutes selbstwertgefühl.
    habe mir grad eine alp 350 als reisebegleiterin hergerichtet und bekomme oft fragen, aber damit willst du doch nicht so weit weg ? dann antworte ich immer, wenn du für 1000km einen tag brauchst und ich brauch dafür zwei tage dann hab ich einen gag mehr freude als du ! ✌

  • #14

    Conny (Freitag, 23 März 2018 09:17)

    Danke für diese wahren Worte, die mir aus der Seele sprechen.
    Habe mich zu meinem ersten Motorrad überreden lassen, eine Suzi gs500e, will gar nicht sagen wie oft ich die abgelegt habe und zum Schluss schon alles hinschmeissen wollte. Dann muste ich einfach um denken, das was ich gerne fahren wollte war für mich alles nicht geeignet. Geworden ist es eine Kawa Vulcan S, mit der ich jetzt seit 2 Jahren super glücklich bin und nie wieder auf mein Hobby verzichten möchte.

  • #15

    Martina (Freitag, 23 März 2018 18:22)

    Hallo Bea, ein toller Artikel, der mir aus dem Herzen spricht. Ich zähle mich zu Typ 3 und kann nur jeder Motorradfahrerin ebenso sagen, dass es nicht das "Frauenmotorrad" gibt. Ich fahre eine BMW R 1200 GS leidenschaftlich gerne. Das ist mein Motorrad. Und ich berichte auch darüber auf www.motorrad-reise-bericht.de
    Meine Touren sind überschaubar, aber auch geprägt von etwas Abenteuer und viel Leidenschaft.
    Ich wünsche Dir eine gute Zeit, wo auch immer Du gerade unterwegs bist.
    Liebe Grüße Martina

  • #16

    Katharina (Samstag, 24 März 2018 20:20)

    Nun will ich doch auch noch meinen Senf dazugeben. Nach vielen Touren durch Europa auf ner Transe Bj 90 habe ich für unsere Weltreise auf DRZ 400 umgesattelt, um im schweren Gelände eben nicht so viel Probleme mit dem Gewicht zu bekommen. Und ich kann sagen, ich hab diese Entscheidung nie bereut!
    Die 40 PS der DRZ haben immer gereicht und auf den hohen Andenpässen bin ich Thomas mit seiner Transalp oft davongefahren, das leichtere Handling und der zuverlässige, sparsame Motor haben mich auf weit über 100000 km immer wieder aufs Neue überzeugt. Nur Autobahnfahren macht mit der Kleinen keinen Spaß, aber wer braucht schon Autobahnen, wenn es kleine Kurvenstrecken gibt �
    Viele Grüße aus Norddeutschland ☺
    Katharina
    www.globusbiker.de

  • #17

    Bea (Samstag, 31 März 2018 16:27)

    @Marion:
    Erst mal vielen Dank für dein positives Feedback und umso mehr freut´s mich, wenn du den Artikel teilst! Ich bin mir sicher, dass jede Motorradfahrerin – und sicher auch alle männlichen Vertreter! :-) – sich einige ganz tolle Anregungen und vor allem Denkanstöße holen können!
    Toll, wie du von deiner „Motorradkarriere“ berichtest und bei so mancher Stelle musste ich schmunzelnd nicken, da es mir sicher ähnlich ergangen wäre! :-)
    Was das Fahrgefühl auf einer Chopper angeht, da kann ich allerdings leider gar nicht mitreden! Bin ich noch nie gefahren, nicht mal probeweise um den Block!
    Sollte ich, wenn sich die Gelegenheit bietet, wirklich mal machen, da es mich schon sehr interessieren würde, wie das Fahrgefühl auf einer Harley so ist!

    @Smarty:
    Hey Smarty! Vielen Dank auf für dein Feedback! Klar kann ich mich erinnern! War echt Mega, von so vielen Bikes quer durch Deutschland und bis nach Hause begleitet zu werden! Unvergesslich! :-)
    Ich kann deine Schilderung bezüglich deiner AT absolut nachvollziehen!
    Ja da hast du nicht unrecht, die meisten kleinen und handlichen Enduros sind Einzylinder, da wird´s schwierig, wenn du dich nicht von deinem V2 trennen möchtest…
    Muss mal Helmut fragen, ob der einen Tipp für dich hat!

    @Kurt:
    Noch ein Mann, der sich zu Wort meldet, wie schön! :-)
    Ich persönlich kann auch dir nur absolut recht geben. Ich habe meine „Dicke Rosi“ wirklich schon viel On- und auch Offroad durch die Gegend gescheucht. Mal mehr, mal weniger erfolgreich… ;-)
    Aber für eine eher offroad-lastige Motorradtour würde ich mir definitiv auch ein leichteres, handlicheres Bike wünschen da ich glaube, damit einfach noch mehr Spaß im Gelände zu haben!
    Helmut steht aber drauf, seinen Alperer überall hin zu quälen. Seine Devise ist ganz klar geht nicht gibt’s nicht! :-D
    Wann werdet ihr in Rumänien unterwegs sein?

    @Jörg:
    Ja, da hast du vollkommen recht.
    Das einzige Argument, das ich allerdings wirklich nachvollziehen und bei dem ich zustimmen kann sind die oft langen Autobahnetappen, die man hat, bevor man in die Gegend kommt, in der man längere Zeit verbringen und auch viele kleine und kleinste Straßen fahren will.
    Da ist eine bequeme, gut motorisierte Reiseenduro, mit der ich auch mal länger 180 km/h fahren kann, ohne dass es mich und das Bike komplett durchvibriert, durchaus angenehm…
    Aber hier muss ganz klar jeder für sich den bestmöglichen Kompromiss finden und das Bike, das am besten zu seinem persönlichen Reisestil passt.

    @Conny:
    Wie schön, das freut mich sehr!
    Ich kenne nicht wenige Mädels, die aus genau diesem Grund wieder aufgehört haben, Motorrad zu fahren.
    Deshalb freut´s mich umso mehr, dass du und dein ganz persönliches „perfektes“ Motorrad am Ende doch noch zueinander gefunden habt! :-)

    @Martina:
    Vielen Dank für deinen Kommentar. Das zeigt einmal mehr, dass Frau nicht automatisch ein kleines Motorrad fahren muss, um sich wohl zu fühlen!
    Auch wenn sich die meisten Mädels nach den Kommentaren zu urteilen – und mich eingeschlossen – schon eher auf einem kleineren und handlicheren Motorrad zu Hause fühlen.
    Aber wie schön, dass wir alle unterschiedlich sind und so jeder am Ende hoffentlich das Bike fährt, das perfekt zu einem passt! :-)

    @Katharina:
    Ja, da schwimm ich total mit dir auf einer Wellenlänge!
    Nicht dass ich es bereut habe, mit meiner Dicken Rosi auf Weltreise gegangen zu sein, aber würde ich die Reise heute noch einmal planen, würde ich mich wahrscheinlich auch für ein etwas kleineres und leichteres Bike entscheiden.
    Beim nächsten Mal dann! :-D

    @ ALLE:
    VIELEN, VIELEN DANK FÜR EURE ZAHLREICHEN KOMMENTARE, EURE AUSFÜHRLICHEN BERICHTE ÜBER EURE EIGENEN ERFAHRUNGEN UND EUER RUNDUM POSITIVES FEEDBACK!!!

  • #18

    Sven (Dienstag, 03 April 2018 22:36)

    Stimmt!

  • #19

    Antje Tilsner (Dienstag, 29 Mai 2018 23:25)

    Danke für den tollen Bericht, spricht mir total aus der Seele.

  • #20

    Kai (Donnerstag, 14 Juni 2018)

    Darf ich hier auch was schreiben, auch wenn’s ein Kapitel für die Mädels ist?

    Der Trend bei den Reiseenduros fing ja in den letzten Jahren immer mehr zu grösser, stärker, schwerer und auch höher. Gerade eben musste ich wieder einmal einsehen, dass die Kombination ”Dackelbeine” (nicht alle Männer sind einsachzig...), hohes Gewicht und hohe Sitzhöhe mit Alleinefahren im Gelände alles andere als optimal ist. Deshalb: habt Mut zum kleineren / leichteten Motorrad! Ich hoffe bei mir steht noch dieses Jahr eine CRF250L in der Garage. Ob ich mit der bis Rumänien käme? Hmmmm...?!

  • #21

    Sylke (Montag, 25 Juni 2018 13:22)

    Ich bin ziemlich froh, diesen Bericht entdeckt zu haben.
    Vor 10 Jahren ( ich bin jetzt 50) habe ich meinen Schein gemacht und bin damals auf der Kawa 600 von meinem Freund sehr wenig gefahren, für mich ein total unbequemes Motorrad.
    Nach etlichen Jahren Pause, habe ich mir eine Honda600cbf zugelegt, da auf einmal alle in unserem Bekanntenkreis angefangen haben zu fahren, so auch mein Mann - voller Begeisterung fährt er jede freie Minute. Um nicht alleine zu Hause zu sitzen, wollte ich es auch noch einmal versuchen und gehöre seitdem zu der Kategorie 2 !!! Ich hab jedes mal Bammel auf dem Bike und gerate dadurch natürlich auch immer wieder in peinliche Situationen- neulich bin ich beim Anfahren in einer Supermarktausfahrt einfach umgekippt, weil ich den Fuß nicht rechtzeitig unten hatte.Alleine kriege ich meine "Dicke" aber nicht hoch und so fahre ich jetzt nur noch in Begleitung meines Mannes. Ich kriege sie auch nicht durch den Kies geschoben, wenn wir mal auf einem Kiesparkplatz Rast machen. Sowieso ist rückwärts schieben immer mega anstrengend und ich habe das Gefühl, ich habe dieses Moped nicht im Griff.
    Ich überlege wirklich öfter das Fahren wieder aufzugeben, obwohl ich mich dann aus unserer Clique ausklinke.
    Durch deinen Artikel habe ich jetzt aber wieder Mut gefasst, denn eigentlich fahre ich sehr gerne Motorrad, nur dieses Ausparken und Wenden ist mit meinem Motorrad so wahnsinnig schwer.
    Aber ich werde mich jetzt auf die Suche nach Alternativen machen, die vielleicht nicht so cool aussehen und nicht soviel PS haben (scheint ja auch laut vieler Kommentare gar nicht nötig zu sein) aber leichter sind und die ich besser in den Griff bekomme.

    Vielen Dank für den tollen Bericht - ich hoffe , ich gehöre dann doch noch zu den Mädels, die mit dem richtigen Bike die Kurve kriegen und dabei bleiben.

  • #22

    Bea & Helmut (Donnerstag, 28 Juni 2018 16:43)

    Vielen Dank, vor allem an Kai und Sylke, dass ihr eure eigenen Geschichten und Erfahrungen mit uns teilt und wirklich schön zu hören, dass unser Artikel euch ein wenig mehr in dem bestätigt, wie es euch aktuell geht und was ihr für die Zukunft Motorradtechnisch vor habt!
    Wir wünschen euch, dass ihr euer perfektes Motorrad findet und noch ganz viele tolle Abenteuer damit erlebt! :-)
    Herzliche Grüße,
    Bea & Helmut

  • #23

    Evi (Samstag, 14 Juli 2018 15:00)

    Ich habe mir nach langer Motorradabstinenz (Familie, Kinder) wieder eine BMW gekauft; eine F 700 GS. Ist für die Landstrasse gut. Für kurze Strecken zu gross. Und auf der Autobahn ab 120/130 km/h zu nervig. Trotz Windschild mag ich nicht schneller damit fahren. Vielleicht ist auch was falsch eingestellt.
    Habe den Beitrag von Marion Pulter (16. März) gelesen und mir die Royal Enfield angeschaut. Die neue Himalayan finde ich optisch richtig klasse; aber mit nur einem Zylinder, 24 PS und max. 130 km/h auf der Autobahn möchte ich ja noch nicht mal von Karlsruhe bis Stuttgart fahren! (wenn man´s mal eilig hat...)
    Hat jemand Erfahrung mit Royal Enfield???

  • #24

    Conny (Freitag, 21 September 2018 22:04)

    Huhu,
    habe mich bei deinem Eintrag sehr oft wieder erkannt :) ich habe meinen Schein noch keine 2 Jahre und hatte mangels eigener finanzieller Mittel keine andere Wahl als meinem Papa sein altes "Rentnermoped" zu fahren. Glücklicherweise eine BMW F 650gs :) Anfangs war es die Hölle... Hatte ich doch für meinen Geschmack zu wenig Bodenkontakt. Aber nach 2000 km durch die französischen Seealpen haben Hugo und ich uns sehr gut angefreundet. Sozusagen Liebe auf den zweiten Blick ;) auch wenn er mittlerweile 5x ziemlich dämlich umgefallen ist ^^ und da hast du wirklich Recht: man muss sich dafür nicht schämen! Und man muss sich einfach wieder aufrappeln, schließlich macht Motorrad fahren riesig Spaß und ich freu mich schon auf den nächsten kleinen oder großen Urlaub.
    Also vielen Dank fürs Mut machen!

  • #25

    klara (Sonntag, 04 November 2018 11:42)

    Ich habe mir zum Reisen die BMW R1100R gekauft. Tolles Mopped - aber es gibt keine Reifen für schlechte Strassen sondern nur noch eine sehr eingeschränkte Auswahl.
    Dann als 2.Mopped für Marokko die Einzylinder BMR R650. Tolles Motorrad, Reifenauswahl reichlich - aber man kann nicht ohne Kupplungseinsatz Schritttempo fahren wie steile Pisten mit dicken Steinen und dann noch Gepäck...
    Also: auf Reifenauswahl achten und ein 2Zylinder oder Einzylinder, der auch mit Power Schritttempo zulässt.
    Gruß, K.

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