Nordamerika #8 - USA/Der Südwesten - Vegas Baby!

Las Vegas. Die Stadt, die niemals schläft.

 

Schillernde Weltmetropole, Hauptstadt des Glückspiels und die wohl einzige Stadt in den USA, in der man bereits um 8 Uhr morgens harten Alkohol serviert bekommt, während man im Bademantel an einem einarmigen Banditen hockt und sein letztes Geld verzockt.

 

Eigentlich sind wir keine Großstadtfans, doch ein Abstecher nach Vegas gehört auch für uns zum absoluten Pflichtprogramm.

 

Ein befreundeter Motorradfahrer – Klaus aus München :-) -hat zufällig einen deutschen Freund, der bereits vor vielen Jahren nach Las Vegas ausgewandert ist, ebenfalls Motorrad fährt und sich spontan bereit erklärt, uns für ein paar Tage in seinem Haus in Las Vegas aufzunehmen. Genial!

 

Wir sind schweißgebadet und völlig durchgeschwitzt von unserer Fahrt durch den Glutofen der Mojave-Wüste, als wir am späten Nachmittag das Haus von Norbert in einem gepflegten Vorort von Las Vegas erreichen. Nach einem herzlichen Empfang, einem eiskalten Erfrischungsgetränk und einer kühlen Dusche fühlen wir uns super erfrischt und voller Neugierde auf die Stadt.

Der Strip von Las Vegas ist weltberühmt, Beschauliche Vororte eher weniger. ;-)

Bei einem extrem leckeren Abendessen, zubereitet von Norberts Frau Lisa, erzählen uns die beiden ausführlich über „ihr Las Vegas“ und was wir in der Stadt, die niemals schläft, auf jeden Fall tun sollten.

Abendessen bei Lisa & Norbert in Las Vegas.


 Wie es der Zufall so will, betreibt Norbert eine Firma, die für Touristen Touren durch Las Vegas und das Umland anbietet und so kommen wir in den Genuss, am nächsten Tag von Norbert auf seine Tour zum berühmten Hoover Staudamm mitgenommen zu werden.

Hoover Staudamm im Südwesten der USA. Ein berühmtes Wahrzeichen auch für die Filmindustrie.

Der Hoover Dam ist eine Talsperre auf der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Nevada und Arizona, knapp 45 Kilometer ostsüdöstlich von Las Vegas im Black Canyon. Der Damm staut den Colorado River zum Lake Mead auf. Der Stausee hat eine Fläche von ca. 65.000 Hektar – das entspricht gut 8 Mal (!!) der Fläche des Chiemsees -, eine Länge von rund 170 km und eine maximale Tiefe von etwa 180 Metern. Mit seinem Speicherinhalt von rund 35 Milliarden Kubikmetern ist er der größte Stausee der USA und dient vor allem zur Trinkwasserversorgung der angrenzenden Wüsten-Bundesstaaten Arizona, Nevada und Kalifornien.

 

Live mindestens so beeindruckend wie in den Hollywood-Filmen: Der Hoover Dam

 

Wir kennen den Hoover Dam aus einigen bekannten Hollywood Blockbustern wie Transformers oder San Andreas und von daher ist es ziemlich spannend, den gigantischen Damm einmal live und aus nächster Nähe zu sehen.

 

Erschrocken sind wir allerdings über den sehr niedrigen Wasserstand, denn der ist in den letzten Jahren von knapp 400 m auf nur noch 329 m gefallen. Kein Wunder also, dass die vier Wassereinlauftürme, deren Verbindungsbrücken einst auf einer Höhe mit dem Wasserspiegel waren, nun wie Stelzen aus dem Stausee herausragen.


Während wir zusammen mit gefühlt einer Million anderen Touristen ein obligatorisches Erinnerungs-Selfie schießen…

Selfie am weltberühmten Hoover Staudam in der Nähe von Las Vegas.

…verschaffen sich andere Besucher vor einer „Cooling Station“ – einem riesigen, mobilen Kältegebläse – etwas Abkühlung.

Cooling Station am Hoover Damm. Die spinnen, die Amis. ;-)

Irgendwie schon verrückt, die Amis! :-)



 Am nächsten Tag geht es für uns auf ins Herzen von Las Vegas, denn wir wollen den weltberühmten „Strip“, die Spielcasinos und die gigantischen Themen-Shoppingmalls erkunden.

 

Zu unserer großen Überraschung hat uns Lisa, die in einer sehr guten Position in einem der Casinos arbeitet, für eine Nacht ein Zimmer im neuen und angesagten „The Cosmopolitan“ organisiert. Und zwar umsonst, was für uns natürlich absolut genial ist, denn von unserem eng kalkulierten Weltreise-Budget könnten wir uns ein Zimmer mit so genialer Aussicht über den „Strip“ nicht leisten!

 Trotz luxuriösem Hotelzimmer hält es uns nicht lange in unseren vier Wänden, wir sind schließlich hier, um uns ins Getümmel dieser verrückten Stadt zu stürzen!

 

Natürlich geht es für uns erst mal auf den „Strip“, einen knapp 7 km langen Abschnitt des Las Vegas Boulevard. Der Strip beginnt im Süden am Mandalay Bay Hotel und endet am Stratosphere Tower im Norden. Auf der Strecke reiht sich ein gigantisches Spielcasino an das nächste, während die einzelnen Casinos durch verschiedene „Motti“ wie das Paris – inklusive Nachbau des Pariser Eifelturms, das Caesars Palace – ein komplexer Bau aus mehreren Tempelartigen Gebäuden – oder das Venetian – ein gigantischer Indoor-Nachbau von Venedigs Altstadt inklusive kleiner Wasserkanäle und Gondolieri – versuchen, die Touristen für sich zu begeistern.


Für uns ist der Strip ein wahrer Mikrokosmos aus Prunk, Protz, Kitsch, Kommerz, verrückten Menschen und auch Armut und gescheiterte Existenzen auf kleinstem Raum. Einzigartig, spannend und doch auch etwas erschreckend zugleich…


 Nicht umsonst trägt Las Vegas den Ruf der „Stadt, die niemals schläft“, denn es erscheint fast so, als würde die Stadt erst Nachts so richtig aufblühen.

 

Die Stadt, die niemals schläft!

 

Obwohl es bereits spät ist, sind die Temperaturen noch immer angenehm lau, die Casinos erstrahlen im Millionen von bunten Lichtern, der stete Straßenverkehr zieht sich wie eine nicht enden wollende Lichterschlange über den Las Vegas Boulevard und die Luft ist erfüllt von den rhythmische Melodien der Straßenkünstler, die in der Fußgängerzone ihr Können darbieten.


Auch wenn wir mit Casinos und Glückspiel nur wenig anfangen können, so lassen auch wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, einmal selbst an einem einarmigen Banditen – in diesem Fall eine „Penny Machine“, also ein Weltreise-freundlicher Automat, denn er funktioniert mit 1 Penny Stücken :-) – zu sitzen, und einen ganzen Dollar lang auf den großen Gewinn zu hoffen.

 

Selbstverständlich vergeblich, wie ihr sicher bereits ahnt! :-)


 Bevor wir uns auf den Weg zurück in unser Hotel machen, statten wir allerdings dem Luxushotel Bellagio noch einen Besuch ab, um die weltberühmte Wassershow zu bewundern.

 

Die Anlage des Hotels ist der italienischen Landschaft des Comer Sees nachempfunden und auf dem hoteleigenen 3,2 Hektar großer See findet allabendlich mehrmals die imposante Show statt. Über einhundert Wasserfontänen tanzen im Takt der Musik, schießen mehrere Meter in die Höhe, verneigen sich vor dem Publikum und gipfeln schließlich in einem fulminanten Finale aus Wasser, Musik und Licht. Absolut sehenswert!

Wasserspiele vor dem berühmten Bellagio Casino & Hotel in Las Vegas

Nach so viel Aufregung und Trubel freuen wir uns auf unseren Hotelbalkon, von dem wir einen spektakulären Ausblick über den Strip und das geschäftige Treiben unter uns haben.

Eigentlich sind die Stadt und die Aussicht viel zu beeindruckend, um an Schlaf zu denken, doch das viele herumlaufen und die brütend heißen Tagestemperaturen sorgen dafür, dass wir irgendwann total erschöpft in unser Bett fallen und den seltenen Luxus eines klimatisierten Zimmers genießen, während wir binnen Sekunden in einen tiefen, erholsamen Schlaf fallen…

Blick auf den Strip von Las Vegas bei Nacht

Auf diesem Wege möchten wir uns noch einmal recht herzlich bei Norbert & Lisa für die tolle Zeit in Las Vegas bedanken!!!

Alles Gute euch beiden! :-)

Lisa & Norbert vor ihrem Haus in Las Vegas. Vielen Dank euch beiden für die Gastfreundschaft.




Seit wir in den USA sind, waren wir in den sengend heißen und kargen Wüsten und Steppen Arizonas, Utahs und Nevadas unterwegs. Es wird also höchste Zeit, dass wir uns auf machen in Richtung Küste!

 

Willkommen am legendären „Muscle Beach“!

 

Der Westen der USA hat einige der berühmtesten Weltmetropolen zu bieten und so führt uns unser Weg von Las Vegas direkt weiter in die Filmschmiede Hollywoods, nach Los Angeles!

 

Dank der spontanen Gastfreundschaft eines kalifornischen Bikers, den wir vor einigen Wochen auf der Overland Expo West kennen gelernt hatten, verbringen wir die nächsten Tage im Hafen von Los Angeles auf einem kleinen Segelschiff.

 

Wie, auf einem Segelschiff!?

 

Da unser Gastgeber Danny in seinem direkt am Santa Monica Pier gelegenen Apartment kein Gästezimmer hat, fragt er uns, ob es uns etwas ausmachen würde, auf seinem kleinen Segelschiff zu übernachten?

 

Ähm… Nein, natürlich macht uns das nichts aus!

Ganz im Gegenteil, wie geil ist das denn!? Fast fühlen wir uns wie Danny Glover und Mel Gibson in dem Filmklassiker "Leathal Weapon" ;-)

 Und so kommt es, dass wir die nächsten Nächte in der Kajüte des Einmasters Quartier beziehen. :-)

In Los Angeles wohnen wir dank Danny auf einem Segelschiff. Wir fühlen uns fast wie Danny Glover und Mel Gibson in Lethal Weapon. ;-)

 Unser erster Weg führt uns zum nur wenige Gehminuten entfernt gelegenen Santa Monica Pier. Zugegeben, die Glanzzeiten dieser weltberühmten Uferpromenade liegen schon ein paar Jahre zurück, was auch an den Fassaden der Häuser und des durch Arnold Schwarzenegger berühmt gewordenen Muscle Beach Fitnesscenters zu sehen ist.

 

Sehen und gesehen werden

 

Trotzdem sind wir begeistert vom bunten Treiben und den schrillen Persönlichkeiten, die sich auf dem Pier zur Schau stellen. Sehen und gesehen werden, das ist das Motto in L. A.!


Wir könnten den verschiedenen Straßenkünstlern und schrillen Persönlichkeiten Stunden lang zusehen, doch kurz bevor die Sonne am Abend hinter den Hollywood Hills untergeht, machen wir uns auf dem Weg zum Pier, um den Sonnenuntergang etwas abseits des Trubels und der Menschenmassen zu genießen.

Sonnenuntergang am Pier von Venice Beach in Los Angeles


Wir wollten schon immer mal AUF Arnold Schwarzenegger stehen!

 

Auch ein Besuch des berühmten Hollywood Boulevard und des Walk of Fame dürfen natürlich nicht fehlen, oder wolltet ihr nicht auch schon mal AUF Arnold Schwarzenegger oder Halle Berry stehen?


Neben den Sternen von berühmten Schauspielern, Regisseuren und Sängern treiben sich auf dem Hollywood Boulevard allerdings auch noch jede Menge zum Teil äußerst seltsame Gestalten herum… so treffen wir unter anderem auf Chewbacca, Michael Jackson und Zorro, bevor wir uns auf in die heute leider ziemlich versmogten Hollywood Hills machen.


 Der krönende Abschluss unseres L. A. Besuchs ist aber mit Sicherheit der Segelturn entlang der Küste, zu dem uns Danny einlädt.

 

Bei traumhaft kalifornischem Sommerwetter segeln wir vorbei am berühmten Pacific Park, ein auf dem Pier gelegener Freizeitpark, der quasi über dem Meer schwebt, winken den duzenden von Anglern, die auf dem Pier ihr Glück versuchen und genießen die frische, salzige Meeresluft, die uns um die Nase weht. Ah, einfach herrlich! :-)




An unserem letzten Abend in Los Angeles machen wir es uns auf unserer kleinen Nussschale gemütlich und genießen den Sonnenuntergang fernab des hektischen Treibens für uns ganz alleine.

Durch das feuchte Meeresklima wird es abends unerwartet kühl und eine salzig-feuchte Schicht legt sich über uns und das Boot, aber ordentlich in unsere Schafsäcke eingewickelt lässt es sich prima aushalten! :-)


An dieser Stelle noch einmal vielen, vielen Dank an unseren Gastgeber Danny und seine Frau Hila für die grandiose Zeit und den sehr interessanten Einblick hinter die Kulissen einer der schillerndsten Städte der Welt!

Unsere Gastgeber in Los Angeles. Danny und Hila

Nach so viel Trubel, Sightseeing und hektischem Treiben sehnen wir uns nach Natur, Abgeschiedenheit und einsamen Motorradstrecken.

 

Wirklich einsam sind wir zwar auf unserem weiteren Weg entlang der Küstenstraße Nummer 1 gen Norden nicht, aber dafür hat die kurvenreiche Strecke viele spektakuläre Aussichten auf die Steilklippen und den Pazifischen Ozean zu bieten und wer weiß, mit etwas Glück finden wir vielleicht auch das eine oder andere idyllische Plätzchen, um unser Zelt direkt an der Küste aufzuschlagen…

 



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Infos am Rande
[x]

Dokumente für die Einreise:

Visum:

- Reisepass

- B2 Touristenvisum: Vorab zu beantragen inkl. persönlichem Interview; aufwendig; Aufenthaltsdauer: 6 Monate, Multiple Entry

- Alternativ: ESTA Reisegenehmigung online beantragen; einfach; Aufenthaltsdauer: 3 Monate, Single Entry

 

Motorradimport:

- Fahrzeugpapiere

- Vorab muss per Email (Imports (at) epa.gov) ein „EPA Nonresident exemption letter“ beantragt werden

An der Grenze sind zusätzlich die beiden folgenden Zolldokumente vorzulegen

  • EPA Form 3520-1
  • DOT Form HS-7

Gefahrene Route:

Las Vegas - Barstow - Los Angeles

 

Gefahrene Kilometer von Burghausen: 136.943  km

Spritpreis: Nevada (Schnitt) 2,16 €/Gal (89 Oktan) - Kalifornien (Schnitt) 2,33 €/Gal (89 Oktan)

                  
Währung: Amerikanischer Dollar


Ortszeit: - 7 Stunden (Sommerzeit)

Transport: -

 

Probleme mit den Motorrädern: -

 

Stürze/ Umfaller: -

Gesundheit/ Verletzungen: -


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Kommentare: 2
  • #1

    Don Pedro (Sonntag, 27 August 2017 20:03)

    Wieder ein gelungender Bericht, diesmal über Eure Las Vegas- und Los Angeles-Erfahrungen und Erlebnisse.
    Habt Ihr auf der Weiterfahrt an der berühmten Küstenstraße noch Euer Plätzchen gefunden?
    Freue mich auf weitere Stories aus dem Nähkästchen zwischen West-USA und der Weltstadt Burghausen. ;-)

  • #2

    Klaus (Montag, 28 August 2017 12:55)

    Hallo Ihr zwei,
    Norbert und Lisa war es übrigens eine Ehre euch behergen zu dürfen. Norbert hat übrigens zwischenzeitlich die Firma verkauft aber René, sein Nachfolger bietet unter https://www.treasuretours.net auch weiterhin Touren an. Soll auch ein neter Kerl sein. Wie man sieht, Las Vegas und LA haben Euch gefallen, obwohl ja Stadt nicht so ganz das Eurige ist. Eure Fotos übrigens wieder mal unglaublich. Da macht Euch so schnell keiner was vor - einfach grandios. Und auch Euer Bericht ist wie immer eine Mischung aus Information und kurzweiliger Unterhaltung. Super geschrieben.
    Ganz liebe Grüße aus Puchheim,
    Klaus

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