Nordamerika #6 - USA/Der Südwesten – Wüsten, Canyons & Nervenkitzel

Bevor es für uns weiter zu einem der absoluten touristischen Highlights jedes USA-Besuchs geht, machen wir noch einen kurzen Boxenstopp und besuchen eine schon fast vergessene Kindheitserinnerung: Willkommen bei der Familie Feuerstein!

Neben Barney´s Supermarkt, Wilma´s Wäscherei und einem kleinen Flinstones-Souvenirladen bietet der leider schon etwas in die Jahre gekommene Campingplatz nicht viel Spannendes und so nehmen wir nur kurz auf dem hölzernen Steinzeit-Mobil Platz, bevor es weiter geht.

Einmal mit Fred Feuerstein´s Steinzeitgefährt eine Runde drehen. Da werden Kindheitserinnerungen wach.

 Als wir ein paar Meter weiter eine Verschnaufpause im Schatten einer Tankstelle machen, fallen uns schon wesentlich beeindruckendere Oldtimer ins Auge, denn auf einem überdachten Vorplatz sind einige wahre Schätzchen ausgestellt.

 

Zum einen ein rosafarbener (!!) Ford Thunderbird aus den 1960er Jahren, ein „nicht mehr ganz so frischer“ Ford-Truck sowie ein auf Hochglanz polierter Traum aus Chrom und leuchtend orangem Airbrush-Design in Form eines Custom Bikes.

 

Na, für welches der Schmuckstücke würdet ihr euch entscheiden? ;-)


Willkommen am GRAND CANYON!

 

Bei so viel Faszination auf zwei und vier Rädern hätten wir fast, aber nur fast, unser heutiges Tagesziel aus den Augen gelassen… doch zum Glück kommen wir gerade noch rechtzeitig, um einen kurzen Blick auf die wohl berühmteste Schlucht der Welt zu werfen, bevor die Sonne am fernen Horizont untergeht: Willkommen am GRAND CANYON!

Sonnenuntergang am Grand Canyon. Ein unglaublich beeindruckendes Farbenspiel.


Die Nacht verbringen wir auf einem der Campingplätze direkt im Grand Canyon Nationalpark, so können wir die 450 km lange Schlucht am nächsten Tag ein wenig zu Fuß abwandern.


Wir besuchen einen mehrere Stockwerke hohen, steinernen Aussichtsturm, in dem unter anderem auch traditionelle, bis zu 3.000 Jahre alte Indianer-Zeichnungen sowie historischer Schmuck, Werkzeug und Haushaltsgegenstände ausgestellt sind.


Der Grand Canyon ist im Bereich des Nationalparks im Übrigen gut 1,6 km tief und 16 km breit. Am Fuße des Canyons fließt der Colorado River, der wichtigste Fluss der westlichen USA. Er entspringt in den Rock-Mountains in Colorado und fließt dann über 2.333 km durch 5 Bundesstaaten der USA und durch den Norden Mexikos, bis er schließlich im Golf von Kalifornien mündet.

Grand Canyon Panorama

Der im Jahr 1919 gegründete Grand Canyon Nationalpark schließt ca. die Hälfte des gesamten Schluchten-Systems ein und bietet Schutz für viele Tier- und Pflanzenarten.


Wir beobachten die stolzen Wildtiere aus nächster Nähe

 

Um so viel wie möglich von dem knapp 5.000 km² großen Nationalpark zu sehen, drehen wir am Nachmittag eine Runde auf unseren Motorrädern durch den Park.

 

Wir fahren vorbei an einem kleineren Waldbrand, den die Parkranger aber augenscheinlich schnell unter Kontrolle bekommen konnten und wir haben die einmalige Gelegenheit, einige Elche in freier Wildbahn zu sehen. Sie sind überhaupt nicht scheu, ganz im Gegenteil, die Tiere trotten mit einer Seelenruhe vor uns über die Straße während wir anhalten, um die stolzen Wildtiere passieren zu lassen.


Auch am zweiten Abend im Grand Canyon Nationalpark wollen wir uns den spektakulären Sonnenuntergang, der die viele hundert Meter hohen Steilwände aus orangem und ockerfarbenem Sandstein nur so zum glühen bringt, nicht entgehen lassen.

 

Doch bei den gut 5 Millionen Besuchern – das sind im Durchschnitt fast 14.000 Besucher TÄGLICH! - die jährlich in den Nationalpark strömen, ist es gar nicht so einfach, ein ruhiges Plätzchen mit guter Sicht zu ergattern…

Warten auf den Sonnenuntergang am Grand Canyon

Doch irgendwann haben wir ein passendes Plätzchen auf einem kleinen Felsvorsprung etwas abseits der Touristenhorden gefunden und genießen ein weiteres Mal das faszinierende Farbenspiel über dem Grand Canyon.

Beeindruckende Kulisse mit Sonnenuntergand am Grand Canyon


Früh am nächsten Morgen brechen wir auf, um einige Kilometer gut zu machen, bevor uns die sengende Hitze Arizonas wieder fest in ihrem Griff hat.

 

Vom Grand Canyon aus geht es für uns viele hundert Kilometer fast schnurgerade durch die schier endlose Wüstenlandschaft Arizonas und Utahs und die im Tagesverlauf immer heißer werdenden Temperaturen lassen uns trotz unzähliger Trinkpausen relativ schnell ermüden.


Schauplatz vieler weltberühmter Western: Das Monument Valley

 

Umso euphorischer sind wir, als am späten Nachmittag das Wahrzeichen des Monument Valley, die drei Tafelberge West Mitten Butte, East Mitten Butte und Merrick Butte, vor uns auftauchen.


Schnell schlagen wir unser Zelt zwischen ein paar Sanddünen und trockenen Dornenbüschen am Fuße des Monument Valley auf, denn dunkle Gewitterwolken und Regenschauer, die sich wie dunkle Schlieren am Horizont entlang ziehen, verheißen nichts Gutes.


Obwohl sich die wenigen spärlichen Pflanzen, die sich überhaupt im rauen und lebensfeindlichen Wüstenklima Arizonas und Utahs behaupten können, wahrscheinlich sehr über den lebensspendenden Regen gefreut hätten, so bleiben wir zum Glück verschont von der Regenfront und kommen in den Genuss einer sternenklaren Nacht über dem Monument Valley.

 

Bis weit nach Mitternacht sitzen wir in den Dünen vor unserem Zelt und genießen die Aussicht. Der Sand unter unseren Füßen ist noch immer warm von der Hitze des Tages und auch die Luft ist angenehm lau.

 

Doch der Ausblick über das Wüstental mit seinen drei bis zu 300 m hohen Tafelbergen aus Kalk- und Sandstein, die in die sternenklare Sommernacht hinein ragen, ist einfach unbeschreiblich. Einfach nur WOW!




Die nächsten drei Tage verbringen wir auf einem kleinen, staubigen und schrecklich überteuerten Campingplatz am Rande des Monument Valley, wo wir trotz schrecklich langsamem und instabilem Internet an unserer Homepage arbeiten, Emails beantworten und unsere weitere Route planen.

 

Und auch eine kühle Dusche ist nach mehreren Tagen in sengender Hitze gar nicht sooo schlecht! ;-)


Camping, Technik & Fernweh



Nächste Station auf unserer Reise durch den Südwesten der USA ist das im Bundesstaat Utah gelegene Städtchen Moab. Es soll uns nicht nur als Ausgangspunkt für zwei weitere spektakuläre Nationalparks – den Arches National Park sowie den Canyonlands National Park – dienen, es hat auch den Ruf, ein perfekter Ort für jede Art von Outdoor-Abenteuern zu sein. Das klingt doch vielversprechend!

 

Auf den Spuren des weißen Mannes

 

Auf dem Weg nach Moab kommen wir nur durch sehr wenige kleine Dörfer. Die meisten davon halb ausgestorben, staubig und heruntergekommen. Doch wir treffen auch auf die historischen Spuren der ersten europäischen Siedler. Auch wenn die frühe Geschichte des weißen Mannes in Amerika keine glanzvolle ist, so ist es für uns sehr interessant, durch ein historisches Dorf aus einfachen Holzhütten zu schlendern und eine Zeitreise zu machen und auf den Spuren der ersten europäischen Siedler zu wandeln…


 Kurz vor den Toren Moabs erspähen wir neben der Straße bereits eines der Wahrzeichen, für das die gesamte Region bekannt ist, nämlich einen sogenannten „Arch“, einen riesigen Steinbogen, der sich aus der kargen Wüstenlandschaft erhebt und die ebene Fläche in über einhundert Metern Höhe überragt.

 

Der Aufstieg zum Fuß des Arch ist gar nicht so einfach, denn der rostrote Sandstein ist so glatt, dass wir mit unseren schweren Motorradstiefeln kaum Halt finden.


Doch der schweißtreibende Aufstieg in der sengenden Mittagshitze hat sich gelohnt. Der Blick durch den Arch und über die umliegende Landschaft ist einfach grandios!


Eigentlich hatten wir gehofft etwas außerhalb von Moab am Ufer des Colorado River einen idyllischen Platz zu finden, an dem wir unser Zelt aufschlagen können. Doch da wir uns gerade in der touristischen Hauptsaison befinden, scheinen die weitläufigen Plätze, die zum freien Campen ausgeschrieben sind, wirklich bis auf den letzten Platz belegt zu sein. Das darf doch nicht wahr sein!

 

Wir fahren den Colorado River auf und ab und mit jedem Platz, den wir abklappern und der nur wieder voll belegt, ist, werden wir genervter. Dass darf doch nicht wahr sein, jetzt sind wir an einem so traumhaften Flecken Erde und finden einfach keinen Platz, um unser Zelt aufzustellen! Aahahah!

 

Nachtlager am Ufer des Colorado River

 

Nach über 1 ½ Stunden und gefühlt einhundert Plätzen entlang des Flussufers finden wir dann aber tatsächlich noch einen freien Flecken und beginnen in Windeseile unser Zelt aufzuschlagen, um noch vor der bald einsetzenden Dämmerung den Grill anzuwerfen.




Bevor wir am nächsten Tag das kleine Wüstenstädtchen Moab erkunden, steht erst einmal die Generalreinigung unseres Zeltes auf dem Programm.

 

Die vielen Nächte, die wir in letzter Zeit auf sandigem, staubigem Wüstenboden gecampt haben, bekommen vor allem den Reißverschlüssen unseres mobilen Eigenheims gar nicht gut, deshalb ist es sehr wichtig, diese in regelmäßigen Abständen von Staub und Schmutz zu befreien, damit sie möglichst lange (über)leben.


 

Mehr Tipps rund um das Thema Reißverschlusspflege findet ihr im Übrigen in unserem Video-Tutorial #2

 

Nach getaner Abend machen wir uns auf in den Ort, denn wir wollen uns über die verschiedenen Outdoor-Aktivitäten informieren, die hier angeboten werden. Wir haben da nämlich schon etwas ganz bestimmtes im Auge… :-)

 

Was uns sofort auffällt, als wir langsam durch die Straßen der kleinen Ortschaft rollen, sind die überdachten Außenbereiche der Cafés und Restaurants, die nicht nur durch die Überdachungen vor der sengenden Wüstensonne schützen. Auch sind um die Überdachungen herum dutzende kleine Düsen angebracht, die den Bereich mit fein vernebeltem Wasserdampf besprühen und so für angenehme Kühlung bei den Gästen sorgen. Zugegeben, das ist echte Wasserverschwendung, aber bei weit über 30 Grad im Schatten und regelmäßigen kleinen Sandstürmen eine echte Wohltat! :-)

Wasserbedampfte Cafes und Pubs in Moab/Utah

Adrenalinkick auf vier Rädern

 

Wir entscheiden uns schließlich, uns ausnahmsweise mal etwas ganz besonderes zu gönnen. Wir mieten uns ein ATV!

 Ein ATV!?

Was das sein soll?

 

ATV steht für All Terrain Vehicle und ist der letzte Schrei in den USA. Die zwei- oder viersitzigen Fahrzeuge ähneln einem Quad, überzeugen aber durch deutlich mehr Bodenfreiheit und einen Überrollkäfig, der die Insassen bei all zu waghalsigen Manövern vor Schlimmerem bewahren soll.

 

Um Moab herum gibt es gleich mehrere speziell für solche ATV´s ausgewiesene Allrad-Strecken und sogar Parcours und die werden wir heute mal so richtig unter unsere vier neuen Räder nehmen! :-)

 

Zuerst geht es auf einem noch recht harmlosen Offroad Track durch die Sandsteinberge rund um den Colorado River und Bea strahlt wie ein Honigkuchenpferd, als sie unser ATV über Stock und Stein, durch tiefen Sand und durch kleinere Bäche jagt. Was für ein heiden Spaß!


Als wir dann aber eine Strecke mit dem aussagekräftigen Namen „Devil´s Revenge“, die nur für 4WD Fahrzeuge mit hoher Bodenfreiheit geeignet ist, in Angriff nehmen, wird ihr Angst und Bange und Helmut muss das Steuer übernehmen.

 

Als ATV-Anfänger fällt es uns noch etwas schwer, die Grenzen unseres Offroad-Gefährts richtig einzuschätzen und so schwitzen wir mehr als einmal Blut und Wasser, als wir uns mehrere Meter auf schmalen Sandsteinfelsen in die Höhe schrauben, nur um dann auf einer gefühlt fast senkrechten Abfahrt wieder dem sandigen Boden entgegen zu rasen. Hier ist der Name wahrlich Programm ;-)


Im Laufe des Tages bekommen wir aber ein immer besseres Gefühl dafür, was unser kleines Spaßmobil so alles kann. Wir werden immer übermütiger, rumpeln mit unserem Gefährt über steinige Buckelpisten, steile Pisten hinauf und wieder hinunter und haben einfach uuuunglaublich viel Spaß dabei!


Ein weiterer aufregender Tag auf unserer Reise durch die USA geht zu Ende und auch die nächsten Tage versprechen sehr, sehr spannend zu werden, denn es warten sowohl weitere spektakuläre Nationalparks, wie auch weltberühmte Großstädte wie Las Vegas oder Los Angeles auf uns.

 

Abenteuer, wir kommeeeen!

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Infos am Rande
[x]

Dokumente für die Einreise:

Visum:

- Reisepass

- B2 Touristenvisum: Vorab zu beantragen inkl. persönlichem Interview; aufwendig; Aufenthaltsdauer: 6 Monate, Multiple Entry

- Alternativ: ESTA Reisegenehmigung online beantragen; einfach; Aufenthaltsdauer: 3 Monate, Single Entry

 

Motorradimport:

- Fahrzeugpapiere

- Vorab muss per Email (Imports (at) epa.gov) ein „EPA Nonresident exemption letter“ beantragt werden

An der Grenze sind zusätzlich die beiden folgenden Zolldokumente vorzulegen

  • EPA Form 3520-1
  • DOT Form HS-7

Gefahrene Route:

Fort Valley - Tusayan - Grand Canyon Village - Desert View - Cameron - Willow Springs - Page - Kaibito - Kayenta - Monument Valley - Bluff - Monticello - Moab

 

Gefahrene Kilometer von Burghausen: 134.235  km

Spritpreis: Arizona (Schnitt) 2,04 €/Gal (89 Oktan) - Utah (Schnitt) 2,25 €/Gal (89 Oktan)

                  
Währung: Amerikanischer Dollar


Ortszeit: - 7 Stunden (Sommerzeit)

Transport: -

 

Probleme mit den Motorrädern: -

 

Stürze/ Umfaller: -

Gesundheit/ Verletzungen: -


Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Hans aus Perach (Mittwoch, 10 Mai 2017 18:42)

    Hey ihr zwei:

    schön dass es wieder weiter geht mit den Reiseberichten. Wie immer tolle Fotos!!
    Freu mich schon auf den nächsten Bericht.

  • #2

    Rossi (Donnerstag, 11 Mai 2017 12:33)

    Cool, da wollen wir 2019 auch hin. Was habt ihr in den USA für ein Tagesbudget gebraucht?
    LG, Rossi

  • #3

    Klaudia K. (Donnerstag, 18 Mai 2017 14:15)

    SOOOOO tolle Fotos! Danke für diese Einblicke und Erzählungen. Und: Passt gut auf euch auf. Mir kommt manches schon sehr gefährlich vor.

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