Nordamerika #5 - USA/Der Südwesten - Back to the Roots!

 Von Phoenix aus starten wir an einem hochsommerlich heißen Frühlingstag gen Norden.

Obwohl wir flott auf dem Highway unterwegs sind, kühlt uns der Fahrtwind nicht mehr ab. Ganz im Gegenteil, es fühlt sich an, als hielte uns jemand einen Haarfön direkt in den Kragen unserer Motorradkombis! Um bei dieser Affenhitze von weit über 40 Grad ja nicht zu dehydrieren – Bea und ihr etwas labiler Frauenkreislauf sind da recht gefährdet ;-) – legen wir regelmäßige Trinkpausen ein.

 Um der sengenden Hitze Arizonas zu entfliehen, verstecken wir uns an einer Tankstelle sogar in den Wasch-und Saugboxen, Hauptsache wir sind raus aus der Sonne! :-)

Nur gut, dass die Amis für solch heiße Tage top gerüstet sind, bieten sie an jeder Tankstelle doch super XXL Pappbecher mit eisgekühlten Getränken aus dem Sodaautomaten an. Na dann Prost!


Mit jedem Kilometer gen Norden nähern wir uns dem gut 1.500 m hoch gelegenen Colorado-Plateau bis wir vor den Toren Sedona´s schließlich von den imposanten Ausläufern des Mogollon Rim Gebirgszugs begrüßt werden. Eisenoxide färben die Sandsteinformationen tiefrot, weshalb die Gegend den bezeichnenden Namen „Red Rock County“ erhalten hat.

Red Rock County Nähe Sedona/ USA

Auf Grund der spektakulären Bergkulisse und des Wild West Flairs wurden hier in der Gegend im Übrigen über 60 berühmte Westernfilme – unter anderem der aus dem Jahr 1947 stammende Film „Der schwarze Reiter“ mit John Wayne - gedreht.

 

Bevor wir uns einen Zeltplatz für die Nacht suchen, legen wir in Sedona eine weitere Trinkpause ein und stärken uns bei der Gelegenheit beim GRÜNEN „M“ mit einem leckeren kleinen Vanilleeis.

 

Grünes M!? Ja, richtig gehört!

Das weltweite Markenzeichen der Fastfood-Kette McDonalds – normalerweiße ein goldenes M – ist hier in Sedona nämlich grün. Angeblich das einzige grüne M weltweit.

 

Der Grund?

Sedona ist eine malerische kleine Ortschaft inmitten der imposanten Kalksteinfelsen des Mogollon Rim Gebirges. Um den besonderen Charme des Ortes nicht zu zerstören, musste McDonalds vor dem Bau seines Schnellrestaurants zustimmen, die Optik des Gebäudes – und damit auch die Farbgebung – an die sehr strengen Richtlinien der Stadt anzupassen und so wurde aus dem goldenen Markenzeichen eben ein Grünes.

 

Dass sich das weltweit einzige grüne M als wahrer Touristenmagnet entpuppt – angeblich kommen Touristen extra nach Sedona gefahren, nur um das grüne M zu fotografieren! – hatten sich die Stadtväter und Bauherren sicher auch nicht träumen lassen…


 Am Ufer des Oak Creek finden wir wenig später einen schönen, im Schatten herrlich duftender Nadelbäume gelegenen Campingplatz.

 

Nur das Wasser des Gebirgsbachs ist doch deutlich kälter, als wir gedacht hätten. Aber da es auf dem Campingplatz keine Dusche gibt und wir von der langen und schweißtreibenden Fahrt des heutigen Tages ziemlich verschwitzt sind, heißt es Augen zu und durch! Brrr, ist das kaaaaalt!!!


Zurück an unserem Zelt hören wir plötzlich ein laut knatterndes und blubberndes Motorengeräusch und staunen nicht schlecht, als plötzlich ein astreiner Hot Rod, der aussieht, als wäre er einer Episode der Addams Family entsprungen, vorfährt.

 

Nach einem kurzem Gespräch stellt sich heraus, dass es sich bei den Besitzern um Vater und Sohn handelt, die gerade auf einem Männer-Road-Trip entlang der legendären Route 66 sind. Wie cool ist das denn!



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Am nächsten Tag fahren wir auf einer herrlich kurvigen Bergstraße durch die leuchtend grünen Nadelwälder des Mogollon Rim Gebirges immer weiter gen Norden. Nach der brütenden Hitze der letzten Tage ist die Fahrt in der angenehm kühlen Bergluft auf gut 1.500 m Höhe eine wahre Wohltat.


 Am Nachmittag machen wir einen kurzen Abstecher zum gut 70 km östlich von Flagstaff gelegenen Meteor Crater.

Meteor Crater in Flagstaff/Arizona

Der Krater hat einen Durchmesser von etwa 1.200 m, eine Tiefe von 180 m und ist durch das Wüstenklima Arizonas besonders gut erhalten.

Der Einschlag fand vor ungefähr 50.000 Jahren statt und der einschlagende Meteorit hatte einen Durchmesser von 45 Metern, wog gigantische 300.000 Tonnen und bestand im Wesentlichen aus Eisen. Er schlug mit einer unglaublichen Geschwindigkeit von ungefähr 55.000–110.000 km/h ein und löschte in einem Umkreis von vier Kilometern alles Leben aus. Die durch den gewaltigen Einschlag entstandene Druckwelle verwüstete mit einer Geschwindigkeit von 2.000 km/h alles im Umkreis von 14 bis 22 km und erreichte noch in 40 km Entfernung Hurrikanstärke. Einfach unglaublich!

Meteor Crater in Flagstaff/Arizona

Neben dem gewaltigen Krater wurde ein kleines Museum erbaut, in dem unter anderem einige archäologische Funde sowie eine Gedenkstätte an amerikanische NASA Astronauten errichtet wurde. Auch eine Apollo Testkapsel steht auf dem Gelände, die in den 1960er Jahren von der NASA im Rahmen der Ausbildung der Astronauten eingesetzt wurde. Wenn wir uns die in die Jahre gekommene Testkapsel so anschauen, dann fragen wir uns wirklich, ob die Amis wirklich jemals auf dem Mond waren?


 Da der sehr interessante Besuch des Meteor Crater sowie des angeschlossenen Museums doch deutlich länger dauern als erwartet, suchen wir uns am Abend in den Wäldern des nördlich von Flagstaff gelegenen Mt. Humphreys ein ruhiges Plätzchen, um unser Zelt aufzuschlagen.

 

Mit über 3.800 m ist Mt. Humphreys der höchste Berg Arizonas und so überrascht es nicht, dass Teile des Berges nach wie vor mit Schnee bedeckt sind während es im Flachland bereits hochsommerlich heiß ist.


Dass sich die Suche nach einem geeigneten Nachtlager als kleiner Offroad-Ausflug über Stock und Stein entpuppt, damit hätten wir allerdings nicht gerechnet. Vor allem Bea, die in Flagstaff gerade noch eine 6er Packung frische Eier für´s Abendessen gekauft hat, schwitzt Blut und Wasser aus Angst, dass ihr die empfindlichen kleinen Scheißer auf der holperigen Piste zu Bruch gehen und sich im gesamten Koffer ausbreiten. Wäre nicht das erst mal auf dieser Reise! :-)

Offroad am Mt. Humphreys in Flagstaff/Arizona

Auf einer kleinen Lichtung inmitten eines wunderschönen Birkenhains finden wir schließlich ein ruhiges und verstecktes Plätzchen, an dem wir unser Zelt aufschlagen. Kaum ist die Sonne hinter den Baumwipfeln verschwunden, wird es ziemlich frisch und so nutzen wir die letzten Sonnenstrahlen, um etwas Holz für ein wärmendes Lagerfeuer zu sammeln, an dem wir es uns später gemütlich machen. Hatten wir schon erwähnt, dass wir Campen lieben?

Camping und Lagerfeuer am Mt. Humphreys in Flagstaff/Arizona


Der nächste Morgen weckt uns mit bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein. Die Vögel zwitschern von den Bäumen und das leuchtend grüne Blattwerk der Birken raschelt in einem sanften Rauschen im Wind.

 

Gut gelaunt starten wir nach einer kurzen Morgentoilette in den Tag und freuen uns auf eines DER Highlights unserer Motorradreise durch die USA. Für uns heißt es nämlich Nächster Halt: GRAND CANYON!!!


Camping, Technik & Fernweh




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Infos am Rande
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Dokumente für die Einreise:

Visum:

- Reisepass

- B2 Touristenvisum: Vorab zu beantragen inkl. persönlichem Interview; aufwendig; Aufenthaltsdauer: 6 Monate, Multiple Entry

- Alternativ: ESTA Reisegenehmigung online beantragen; einfach; Aufenthaltsdauer: 3 Monate, Single Entry

 

Motorradimport:

- Fahrzeugpapiere

- Vorab muss per Email (Imports (at) epa.gov) ein „EPA Nonresident exemption letter“ beantragt werden

An der Grenze sind zusätzlich die beiden folgenden Zolldokumente vorzulegen

  • EPA Form 3520-1
  • DOT Form HS-7

Gefahrene Route:

Phoenix - Camp Verde - Village of Oak Creek - Sedona - Flagstaff - Winona - Twin Arrows - Meteor City - Winona - Flagstaff - Fort Valley

 

Gefahrene Kilometer von Burghausen: 132.735  km

Spritpreis: Arizona (Schnitt) 2,04 €/Gal (89 Oktan)

                  
Währung: Amerikanischer Dollar


Ortszeit: - 7 Stunden (Sommerzeit)

Transport: -

 

Probleme mit den Motorrädern: -

 

Stürze/ Umfaller: -

Gesundheit/ Verletzungen: -


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Kommentare: 5
  • #1

    Gunnar (Sonntag, 19 März 2017 09:01)

    Ich liebe es eure Berichte zu lesen. Das Fernweh steigt dabei enorm an.
    Leibe Grüße Gunnar

  • #2

    Harry (Sonntag, 19 März 2017 20:04)

    Hab ich schon erwähnt das ich eure Berichte liebe und seit ich euch kenne vor Fernweh platze ? Eine Weltreise wird es bei mir nie werden aber wenn ich wenigstens ein paar Tage in eure Fußstapfen oder Reifenspuren treten kann wäre das ein großes Erlebnis für mich.
    Nur eins, ich liebe Camping, meine Silvia hasst es ;-)

  • #3

    Günther Wagner (Montag, 27 März 2017 14:17)

    Mmmmmh, schön wieder einen so herrlich erfrischenden Bericht von Euch lesen zu dürfen.

    Sind wieder echt tolle Fotos.

    Liebe Grüße
    Günther

  • #4

    Klaus (Samstag, 01 April 2017 09:15)

    Und wie immer ein super Bericht mit tollen Bildern. Die Gegend ist echt beeindruckend. Wir waren davor drei Jahren, leider aber mit dem Auto und nicht mit dem Zelt. Irgendwann muß ich da nochmal hin. Ich freu mich schon auf die weiteren Bereichte.

  • #5

    Bea & Helle (Donnerstag, 13 April 2017)

    Hallo Zusammen,

    vielen, vielen Dank für euer Lob bezüglich unserer Bilder & Reisegeschichten!
    Es ist jedes Mal aufs Neue so schön zu hören bzw. zu lesen :-) dass euch unsere Reiseberichte so gut gefallen!

    Am Wochenende gibt´s den nächsten! :-)

    Herzliche Grüße,
    Bea & Helmut

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