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Warum eine Kreidler Florett zum Reisen


Mit 50 ccm durch die Welt



 

Es ist Sommer 2020 und wir sind gerade mit unseren beiden Transalps auf einer Reise entlang der Alpen unterwegs. Eines Abends als wir gemeinsam ums Feuer vor unserem Zelt sitzen, sinnieren wir über unsere vergangenen Abenteuer mit unseren beiden treuen Reisegefährten und dass es langsam an der Zeit sein würde, die beiden alten Ladies in ihren wohlverdienten Ruhestand zu schicken. Aber was dann? Mit was wollen wir dann unterwegs sein?

 

Das ist eine gute Frage, auf die wir sogleich auch keine Antwort wissen. Wir hatten in der Zeit seit der Rückkehr von unserer Motorrad Weltreise die tolle Möglichkeit, verschiedene Motorräder angefangen bei den BMW GS Modellen, KTM 790 Adventure, Tenere 700 und die Multistradas von Ducati ausführlich Probe zu fahren und jedes einzelne Bike hat uns auf seine Art mächtig Spaß gemacht. Aber irgendwie haben wir auch das Gefühl, dass sich der Spirit des Motorradfahrens & Reisens über die Jahre verändert hat. Früher stand der Weg an sich zusammen mit dem Gefühl des "Motorradfahrens" im Vordergrund, heutzutage scheint es, dass man eine Motorradtour (egal ob wenige Tage oder mehrere Jahre) nur mit dem neuesten Motorrad, der schicksten Bekleidung und der teuersten Ausrüstung meistern kann. Versteht uns nicht falsch, uns geht es nicht darum, mit was oder wie weit jemand fährt, sondern um das WARUM.

 

 

Ist Motorradfahren ein weiteres Statussymbol geworden oder geht es um den Spirit - Die Gemeinschaft, den Wind im Gesicht und das Gefühl von Freiheit und Abenteuer?

 

 


Einige Bier später und inspiriert durch ein paar Jungs, die sich am Nachmittag mit zwei alten Mofas den Nufenenpass hoch gekämpft hatten, steht unsere Entscheidung schließlich fest: Wir wollen zu den Wurzeln des Motorradfahrens zurückkehren und uns Motorräder ohne viel Schnickschnack zulegen. Motorräder, bei denen es einfach nur um den Wind im Gesicht und das grenzenlose Gefühl von Abenteuer und Freiheit geht. Kurz gesagt: Zwei charismatische Oldtimer. Und da Helmut schon lange ein Fan von alten Mopeds ist, sind mögliche Kandidaten für die zukünftigen Wunschbikes auch schnell gefunden: Zwei Kreidler Florett oder Zündapp KS 50 sollen es werden. Da wir spontan auch gleich ein ganz besonderes Abenteuer für unsere beiden "neuen" Mopeds im Sinn haben (dazu mehr in einem anderen Beitrag), fällt unsere Wahl schließlich auf die Kreidler. Und ihr kennt das sicher, man hat eine Idee, man unterhält sich voller Begeisterung darüber und schon nach kurzer Zeit entsteht ein ganz genaues Bild im Kopf, wie das neue Fahrzeug aussehen wird und wie es sich anfühlen wird, damit zu fahren (ein paar Bierchen sind hier im Übrigen sehr hilfreich!). Einige Tage später haben wir uns Zuhause zusammengesetzt und am Computer gleich die ersten Entwürfe unserer neuen Reisegefährten entwickelt:

 

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#zementmattgrau

#dackelkotmetallic


 

Auch wenn uns das originale Grau der älteren K54 sehr zugesagt hat, so haben wir uns dennoch für die eher ungewöhnliche Lackierung in Rostoptik entschieden. Der ein oder andere Oldtimerfan wird uns dafür zwar steinigen, aber am Ende müssen wir selbst an den beiden Mopeds unsere Freude haben und das Ergebnis kann sich unserer Meinung nach echt sehen lassen:

 

 

Welche Farbvariante ist euer Favorit und was denkt ihr über den Spirit des Motorradfahrens?

Lasst uns dazu sehr gerne ein Kommentar da!

Kommentare: 1
  • #1

    Don Pedro (Donnerstag, 07 April 2022 22:01)

    "Hai" Ihr Zwei,

    Kackbraun ist der Burner auf diesen Florett-Ladies. Ich durfte die beiden Oldtimer ja schon live sehen und bin sehr begeistert. Die umfängliche Restauration, die Helmut an diesen edlen Teile vorgenommen hat, ist ein Meisterstück - glernt ist glernt, sag ich nur.

    Mir hat der Rückschritt "back to the roots" von Helmut und Bea schon sehr zu zu denken gegeben und als Oldtimer-Fan, der ich nun mal bin (habe 70er und 80er Schätzchen bei mir in der Werke/Garage), werde ich mich demnächst verstärkt um meine alte Yamaha XT 500 1U6 bemühen und diese aus dem Dornröschenschlaf wecken, säubern, checken, neu bereifen, tüven und ihr 34 PS-Grollen (Devil-Auspuff ... Original völlig verfault) lächelnd vernehmen.
    Eine Vorgängerin hat mir 2001 zwar in den französischen Seealpen übelst mitgespielt (schwerer Unfall), aber die Lust an der "Urmutter" aller Ténérés ist mir nie richtig vergangen.
    Deshalb fahre ich auch eine XT 600er Ténéré (3AJ) aus 1988, mit der ich seit 2016 überglücklich bin. Bei der neuen XT 690 Ténéré (T700) aus 2020 musste ich allerdings eine Ausnahme machen, da ich diese so unwahrscheinlich unwiderstehlich finde. Sie ist sozusagen die Krönung der Trilogie; die XT 1200 Ténéré hat aber das Maß völlig überschritten, kann mit dem Spirit gar nicht mithalten und ist außen vor.

    Ich denke, dass einem der Geist des Motorradfahrens, wenn einmal Benzin geschnuppert, ein Leben lang nicht mehr loslässt. Es ist ein Sucht, der mann/frau frönt und wenn es mit Fernweh verbunden ist, eine noch galantere.

    Danke, dass Ihr mich gedanklich wieder auf den Ursprung gebracht habt.

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