Melbourne und Umgebung


Reisebericht Australien



Einreise & Motorradimport:

Detaillierte Infos zu Einreisebestimmungen sowie zum temporären Fahrzeugimport findest du in unseren Länderinfos & Reisetipps Australien

 

Route:
(mit unseren Gastgebern: Melbourne - Marysville - Melbourne - Bairnsdale - Bruthen - Bemm River - Lakes Entrance - Melbourne)

 

Die Route auf der Google Karte dient der Übersicht und zeigt im Großen und Ganzen unsere gefahrene Strecke, im Detail kann es aber zu Abweichungen kommen.
 
Gefahrene Kilometer von Burghausen: 

53.650 Km

Spritpreis: 

1,15 € (E10/ 91 Oktan)
         
Währung: 

Australischer Dollar

Probleme mit den Motorrädern:
- Batterie ersetzt (Dicke Rosi + Alperer)
 
Stürze/ Umfaller: -

Gesundheit/ Verletzungen:
- Probleme mit den Ohren (Bea)


 

 

Da heute Sonntag ist, wollen Lorraine und Cameron etwas mit uns unternehmen. Als wir gegen halb 9 Uhr aus den Betten kriechen, duftet es im ganzen Haus schon nach gebratenem Speck und Eiern. Cameron ist schon wach und kocht Frühstück für alle! Mhm, lecker! Nach einem ordentlichen Frühstück richten wir noch Brotzeit her, bevor es mit dem Land Cruiser ins gut 60 km entfernte Marysville geht. Marysville ist ein recht beschaulicher, bei Touristen sehr beliebter kleiner Ort im bergigen Hinterland Melbournes. Die kleinen Geschäfte verkaufen Kleinkunst, Antikes und Souvenirs und jede Menge Cafés laden dazu ein, einen Cappuccino an einem der im Schatten der Bäume gelegenen Tische zu schlürfen. Doch in Marysville ging es nicht immer so ruhig und beschaulich zu. Denn am „Schwarzen Samstag“ den 7. Februar 2009 wurde das Städtchen ohne Vorwarnung von einem schweren Buschfeuer überrollt das über 90 % der Häuser der Stadt zerstörte und 45 der nur 500 Menschen zählenden Gemeinde das Leben kostete. Noch heute, gut 4 Jahre nach dieser Katastrophe sind nicht alle Gebäude wieder aufgebaut, da viele ehemalige Bewohner nicht mehr in den Ort zurückkehren wollten.


Von Marysville aus statten wir den Steavenson Falls, die nur einen Katzensprung vom Ortszentrum entfernt liegen, einen Besuch ab. Die Steavenson Falls fallen über 5 Kaskaden insgesamt 122 Meter in die Tiefe, was von der Besichtigungsplattform direkt unterhalb des Wasserfalls schon ganz schön beeindrucken wirkt.

 

 

 

 

Von den Steavenson Falls aus schlagen wir laut Cameron eine Abkürzung nach Warburton ein. Diese „Abkürzung“ ist zuerst ein schmales Teersträßchen, das dann irgendwann in einen noch schmäleren Offroad-Track übergeht. Aber dank Cameron´s Toyota Land Cruiser ist das kein Problem. Ganz im Gegenteil, es ist für uns total interessant mal in einem 4WD über eine Offroad-Piste zu fahren und zu vergleichen, wie sich die Strecke in einem Fahrzeug anstatt auf einem Motorrad anfühlt. Der Track führt durch einen wunderschönen, fast schon urzeitlich anmutenden Wald aus extrem hohen Bäumen, die viele, viele Meter über uns ein undurchdringliches grünes Dach aus Blättern bilden während im Bodenbereich urzeitliche Farne wachsen.

 

Unser nächstes Ziel ist der mit gut 1.250 m hohe Mount Donna Buang ein für australische Verhältnisse doch recht hoher Berggipfel. Um die Höhe des Berges noch einmal zu toppen, wurde am Gipfel eine Besichtigungsplattform aufgestellt, die man über 126 Stufen (Bea hat gezählt! *g*) erreicht. Von der Plattform aus hat man eine spektakuläre Aussicht über die Yarra Range Gebirgskette und kann sogar in der Ferne die Hochhäuser von Melbournes Stadtzentrum erkennen.

 

 

 

 

Auf dem Rückweg vom Mount Donna Buang stoppen wir noch bei einer natürlichen Bergquelle, wo Bea zwei Wasserflaschen auffüllt. Die Quelle scheint bei den Einheimischen sehr beliebt zu sein, denn einige Besucher haben über 20 riesige Plastikbehälter dabei, in die sie das kalte Quellwasser füllen. Freundlicherweise darf sich Bea mit ihren zwei kleinen Flaschen dazwischen quetschen, sonst hätten wir ganz schön lange warten müssen…


Auf unserem Rückweg nach Melbourne stoppen wir noch kurz in Warburton um einen kurzen Spaziergang über eine Hängebrücke über den Yarra River zu machen. Was am Yarra River so interessant ist? Der Fluss, der hier in Warburton eher ein unscheinbares Flüsschen ist, verwandelt sich auf seinen 242 km Länge zu einem gewaltigen Strom, der sich bis durch Melbournes Stadtzentrum schlängelt und schlussendlich in der Port-Phillip-Bucht ins offene Meer fließt.

 

 


Das günstigste Bier in Australien? Öttinger Import!


 

 

Da wir uns dazu entschlossen haben noch einige weitere Tage bei Lorraine und Cameron zu bleiben – Helle hat das Angebot bekommen Cameron am kommenden Wochenende auf einen Angel-Ausflug zu begleiten – haben wir jede Menge Zeit um weiter fleißig in die Tasten zu hauen. Während Bea, die schon wieder neu angesammelten Emails bearbeitet, brütet Helle den ganzen Tag über einem Logo für T-Shirts, die wir in unserem „Tante-Emma-Laden“ anbieten wollen. Und was sollen wir sagen, Logos designen kann gaaaanz schön dauern. Unsere einzigen Ablenkungen bestehen in einem frechen Magpie der uns jeden Nachmittag besuchen kommt, um nach Futter zu betteln und dem Ausblick auf ein kühles Feierabendbier.

 

Da Alkohol in Australien ja bekanntlich recht teuer ist, suchen wir immer nach dem günstigsten Bier… und siehe da, das deutsche „Öttinger“ ist das günstigste, das wir finden! Wie das trotz des langen Importweges gehen kann? Wir haben keine Ahnung…

 

 

 

 

Außerdem stattet Helle dem Geschäft, bei dem wir vor gut einem Monat zwei Schaffell-Sitzbezüge für unsere Motorräder haben machen lassen, einen Besuch ab. Wir hatten die Felle vor einigen Tagen zurück gebracht, da bei beiden Fellen einige Nähte aufgerissen waren, was nach knapp einem Monat Benutzung eigentlich nicht sein sollte. Als Helle die beiden Felle in Empfang nimmt, überprüft er sie noch einmal… und siehe da, er entdeckt schon wieder zwei Stellen, die nicht vernünftig nachgenäht sind! Das kann doch echt nicht wahr sein! Also wieder zurück in den Laden. Diesmal nähen sie die Stellen wenigstens sofort. Aber trotzdem, bei handgefertigten Sitzbezügen zu diesem Preis sollte man eigentlich meinen eine einwandfreie Arbeit zu bekommen… naja…


Dann geht´s noch weiter zum Outdoor-Shop, bei dem wir ebenfalls vor gut einem Monat ein neues antihaftbeschichtetes Topf-Set gekauft hatten. Leider hatte die Antihaftbeschichtung der Pfanne bereits nach dem zweiten Gebrauch ihren Geist aufgegeben und so hatten wir die Pfanne letzte Woche bereits reklamiert. Man versprach uns anzurufen, sobald die Ersatzpfanne eingetroffen ist. Doch als nach fast einer Woche noch immer keiner anruft, stattet Helle dem Laden lieber nochmal einen persönlichen Besuch ab. Und siehe da, der Hersteller hat bereits Ersatz geschickt. Leider einen Topf und keine Pfanne! Oh nein! Nach einigem hin und her bekommen wir dann eine Pfanne, die eigentlich im Geschäft zum Verkauf ausgelegen war. Naja, uns soll´s recht sein. Diese Pfanne ist sogar größer als die, die eigentlich bei unserem Set dabei war, na immerhin!

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Als Cameron am Freitagnachmittag nach Hause kommt packen wir noch schnell einiges Campingequipment und Angelausrüstung zusammen und dann sitzen wir auch schon im Auto und machen uns auf den Weg ins über 400 km westlich von Melbourne direkt an der Küste gelegene Bemm River.

 

Es ist bereits stockfinster als wir nach gut fünf Stunden Fahrt am Zeltplatz in Bemm River ankommen. Cameron´s Chef Edd sowie sein Kumpel Paul, die in einem kleinen Bus unterwegs sind, sind bereits vor Ort und warten auf uns. So schlagen auch wir schnell das große Zelt auf, das Cameron für uns alle dabei hat und machen unsere Schlaflager klar. Als wir am Morgen aufstehen schauen wir uns zuerst einmal genauer um. Gestern Abend als wir ankamen war ja alles stockfinster gewesen und so sehen wir erst jetzt, dass uns nur wenige Meter vom Seeufer trennen und dass der See eine ganz schön beachtliche Größe hat.

 

Nach einem ordentlichen Frühstück geht´s im Land Cruiser samt Boot auf dem Anhänger in Richtung Bootanlegestelle, wo wir das Boot zu Wasser lassen. Da wir eigentlich keine Erfahrung damit haben, wie man ein Boot zu Wasser lässt, erklärt uns Cameron erst mal, wie alles von Statten geht und so ist das Boot eigentlich viel einfacher und schneller ins Wasser gelassen, als wir zuerst annehmen. Direkt neben der Bootanlegestelle befindet sich eine Einrichtung um seine gefangenen Fische auszunehmen. Um diesen Platz herum sitzen einige riesige Pelikane auf der Lauer und hoffen, dass ihnen die Leute die Überreste der ausgenommenen Fische zuwerfen. Die Vögel scheinen sehr an die Menschen gewöhnt zu sein, kommen sie doch richtig nahe. Wir nutzen diese seltene Gelegenheit um einige Fotos dieser riesigen und beeindruckenden Vögel zu schießen.

 

 

 

 

Als erstes fahren wir vom See aus in den Zufluss des Sees, den Bemm Fluss. Einige Kilometer flussaufwärts gehen wir in der Nähe eines großen, ins Wasser gefallenen Baumes vor Anker, da Cameron meint, dass sich die Fische sehr gerne in dem undurchdringlichen Unterwassergestrüpp des umgestürzten Baumes verstecken.

 

Leider hat nach gut einer Stunde nur eine einzige kleine Brachse angebissen, die Helle wieder zurück ins Wasser wirft, da sie zu klein zum Essen ist. Dafür haben die beiden Männer alle zuvor gekauften Köder-Prawns verloren. Sei es, dass die Hacken sich in dem Baum verhangen haben oder doch der eine oder andere Fisch ein wenig an den Ködern geknabbert hat, ohne richtig anzubeißen. Na egal, Fazit: Keine Köder mehr da! :-/

 

 


Ein typisch australischer Angelausflug am Bemm River


 

 

Nach diesem äußerst mauen Start fahren wir zurück in den Sydenham Inlet See und von dort weiter in einen Kanal, der direkt an das offene Meer der Bass Strait grenzt. Einzig eine etwa 100 m breite Sanddüne trennt den Kanal vom Meer. Cameron erklärt uns, dass hin und wieder eine Verbindung zwischen dem See und dem offenen Meer besteht und der Bereich hinter der Sanddüne daher aus recht salzigem Brackwasser besteht.

 

Und während neben uns ein Boot samt „Hunde-Kapitän“ vorbei schießt, versuchen die Jungs also hier noch mal ihr Glück… und siehe da, nach etwa einer halben Stunde hat Helle seinen ersten essbaren Fisch an der Angel, der auch noch groß genug zum Essen ist: Einen sogenannten „Flathead“. Woher der Name kommt kann man sich bei dem flachen Kopf des Fisches sehr leicht denken.

 

 

 

 

Da Cameron´s Boot bestens ausgerüstet ist, wird der Fisch sofort getötet, ausgenommen und liegt keine 5 Minuten nach dem Fang bereits in einer kleinen Pfanne, die von einem Gaskocher erhitzt wird und brät vor sich hin. Noch frischer bekommt man seinen Fisch definitiv nicht! :-) Helle ist natürlich mächtig stolz auf seinen ersten richtigen Fang und grinst von einem Ohr zum anderen wie ein Honigkuchenpferd!

 

Danach haben die beiden jedoch kein wirkliches Anglerglück mehr. Es beißt zwar noch einmal eine Brachse an Helles Angel an, doch auch diese ist nicht wirklich groß und so geht auch sie zurück ins Wasser. Da es scheinbar im Moment keinen großen Sinn zum Angeln hat, legen wir auf der Sanddüne an, die den Kanal vom Meer trennt und machen dort einen kleinen Spaziergang, genießen das herrlich warme Wetter und beobachten eine Gruppe Pelikane, die sich ebenfalls auf der Sanddüne sonnt.

 

 

 

 

Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg, denn wir wollen nach einem ordentlichen Abendessen noch einmal kommen, um im warmen, seichten Brackwasser nahe der Sanddüne nach Garnelen Ausschau zu halten. Leider gibt es keine Möglichkeit das Boot im Wasser zu lassen, so müssen wir es wieder auf den Hänger laden und mit zurück zum Zeltplatz nehmen. Leider geht es nicht nur uns so, denn vor uns stauen sich schon die Boote, die alle an Land gebracht bzw. gerade zu Wasser gelassen werden. Wir haben den Eindruck, dass jeder Australier der Umgebung, der ein Boot besitzt, heute an diesem See ist…mhm…


Als wir gerade an Land gehen, sehen wir, dass die Insassen des Bootes vor uns von einem Beamten der Fischereibehörde kontrolliert werden. Auch in Australien braucht man eine Angler-Lizenz, auch wenn diese wesentlich einfacher und günstiger zu bekommen ist wie in Deutschland. Und natürlich müssen die Größen der gefangenen Fische denen der gesetzlichen Fangbestimmungen entsprechen. Als unser Boot an der Reihe ist, wird Bea ein wenig nervös, denn sie hat ja, weil sie auch nicht angelt, keine Lizenz.+

 

 


Wie angelt man Garnelen in Australien?


 

 

Was ist aber, wenn ihr der Beamte nicht glaubt, dass sie nicht geangelt hat? Aber alles kein Problem, Cameron erklärt dem Beamten einfach, dass nur er und Helle geangelt haben, die beiden zeigen ihre Ausweise, dann checkt der Beamte noch alle Kühltruhen des Boots um sicher zu gehen, dass Cameron´s Aussage, dass wir keine Fische an Bord haben, auch stimmt, und das war´s dann auch schon. Wie gut, dass sich Helle, der alte Schwarzfischer, diesmal für eine dreitägige Anglerlizenz für ein paar Dollar entschieden hatte, sonst wäre uns dieser Angelausflug echt teuer gekommen! Puh! In der Dämmerung geht´s dann auch schon wieder los ab über den See und durch den Kanal bis zu der Sanddüne, die das Gewässer vom Meer trennt.

 

Dort angekommen bereiten sich Helle und Cameron schon mal vor. Sie haben beide Badehosen und Turnschuhe mit Socken an. Das sieht zwar echt lustig aus, soll aber vor am Boden herumliegenden (Muschel-)Scherben schützten. Während wir auf die Dunkelheit warten, kommen wir in den Genuss eines echt spektakulären Sonnenuntergangs, dessen leuchtend roten und orangen Farben sich im Kanal vor uns spiegeln. Dieser Anblick entschädigt dann auch etwas für die myriaden von Moskitos, die uns pünktlich zum Sonnenuntergang heimsuchen und sich weder von langen Hosen noch von Moskitospray wirklich beeindrucken lassen.

 

 

 

 

Sobald es dunkel ist, schalten Cameron und Helle ihre speziellen „Prawn-Lichter“ an. Das sind extrem helle Lampen, die wasserdicht an einem langen Stab angebracht sind und wodurch man die kleinen Tierchen im Wasser sehen kann. Anschliessend versucht man die  Garnelen mit einem Kescher einzufangen, was aber gar nicht so einfach ist, weil die kleinen Viecher echt schnell sein können!

 

Während Helle und Cameron gefühlte Stunden zusammen mit vielen, vielen anderen Fischern am seichten Strand auf und ab waten und Garnelen fangen, macht es sich Bea im Boot bequem und liest ein Buch. So kann man einen Abend auf dem See auch rum bekommen! Gegen 10 Uhr geben die Männer dann auf. Sie haben doch einige Garnelen gefangen und wollen diese jetzt so schnell wie möglich zurück zum Zeltplatz bringen um sie fangfrisch zu kochen. Außerdem sind beide bis zum Bauchnabel nass und so langsam beginnt es auch die härtesten Männer zu frieren. Als wir aus dem Kanal wieder zurück auf den offenen See fahren gibt Cameron so richtig Gas und wir schießen mit gut 50 km/h über den See. Erleuchtet wird das Gewässer nur von den Sternen, die den Nachthimmel erhellen und so ist die Fahrt schon ein keiner Nervenkitzel, da man überhaupt nicht sieht, was vor einem liegt…

 

 

 

 

Da Bea morgen noch einmal einen Arztbesuch hat, müssen wir leider noch einige weitere Tage in Melbourne bleiben. Zum Glück macht das Cameron und Lorraine nichts aus und dass wir uns mit der Zubereitung des Abendessens immer abwechseln, kommt den beiden auch ganz entgegen!

And dieser Stelle mal ein Wort zum australischen Gesundheitssystem: Bea hat seit einiger Zeit wieder Probleme mit ihrem rechten Ohr dass ihr seit ihrem Barotrauma nach unserem gescheiterten Anfängertauchkurs in Thailand immer wieder Schmerzen und Probleme bereitet. Sie hatte sich nun entschlossen dem ganzen hier in Melbourne noch einmal richtig auf den Grund zu gehen, nicht dass sie eine Infektion verschleppt, die ihr immer wieder die Probleme macht. Zuerst heißt es allerdings ab zum sogenannten „GP“ dem „General Practitioner“ was dem deutschen Hausarzt entspricht. Einen GP-Termin bekommt man in der Regel auch binnen eines Tages. Da der GP erwartungsgemäß kein Ohrenarzt ist, schreibt der eine Überweisung zum Ohrenarzt. Beim Ohrenarzt angerufen dann die erste Ernüchterung: kein Termin vor April. Nach einigem bitten und betteln und der Erklärung unserer Lage bekam Bea dann doch einen Termin in 3 Wochen. Endlich beim Ohrenarzt meint dieser, dass Bea auch noch einen Hörtest machen muss und der Innendruck des Ohres gemessen werden soll. Das kann der Ohrenarzt aber nicht selber! Hallo? Wieso schimpft sich jemand hier Ohrenarzt, wenn wir für einen Hörtest zu jemandem anderes müssen? D.h. wieder einen Termin in einer anderen Klinik, wieder ein paar Tage warten, dann wird das Ergebnis der Tests natürlich nicht in dieser anderen Klinik besprochen, sondern man braucht wieder einen Ohrenarzt-Termin… *ahahahaha*

 

 


Bea feiert ihren 30 Geburtstag in Melbourne


 

 

Wer jetzt denkt, das wars, liegt komplett falsch. Der Ohrenarzt schickt uns nämlich zu einem weiteren Kollegen, der noch einige andere Tests wegen des Ohrs machen soll. Anderer Arzt, neuer Termin. Aufgrund seines persönlichen Anrufs bekommen wir dann auch schon in einigen Tagen einen Termin, doch als wir dort aufkreuzen, erklärt uns der Arzt, er würde gern einen weiteren Test machen und jetzt dürft ihr raten... natürlich macht er das nicht selbst, da brauchen wir einen Termin in einer anderen Klinik. Die Testergebnisse allerdings werden ihm dann zugesandt und wir brauchen dann wiederum bei dem "Spezialisten" einen Besprechungstermin. Warten, warten, warten... Dass wir für jeden einzelnen Arzttermin natürlich Unsummen aus eigener Tasche bezahlen müssen, ist klar, stört aber außer uns wohl keinen… ganz im Gegenteil, einige der behandelnden Ärzte haben sich wahrscheinlich nach unseren Besuchen zur Ruhe gesetzt und machen nun eine Weltreise... ;-) Na wir sind mal gespannt, was unsere Auslandskrankenversicherung dazu sagt, wenn wir ihr erklären, dass Bea wegen eines Ohrenproblems mehr als 4 verschiedene Arzttermine bei drei verschiedenen Ärzten brauchte…

 

Heute ist Bea´s 30er Geburtstag. So beginnt sie den Tag erst mal mit einem ausgiebigen Telefonat mit ihren Eltern über Skype. In Deutschland ist es zwar noch nicht ganz Mitternacht, doch Bea´s Eltern gratulieren schon mal ganz herzlich zum runden Geburtstag! Als Bea nach dem Telefonat auf die Terrasse kommt, hat ihr Helle schon ein kleines Geburtstagsfrühstück vorbereitet und zündet einige Sternwerfer, die er bereits vor Monaten mal auf der Straße gefunden hatte (typisch Helle), für sie an. Diese wirklich lieb gemeinte Idee versaut dann allerdings leider fast das ganze Frühstück, da sich die Überreste des verbrennenden Sternwerfers leider über das gesamte Essen verteilen!

 

 

 

 

So müssen, Käse, Gemüse & Co erst mal von den schwarzen Bröckchen befreit werden, bevor wir los essen können. Aber egal, der gute Wille zählt! Am Abend dann bekommt Bea von Helle doch noch ein Geburtstagsgeschenk in Form einer Flasche hochprozentigen Jack Daniels Honey Whiskey überreicht. Mhm, lecker! Als wir Cameron und Lorraine auf ein Gläschen einladen, kommt natürlich raus, dass Bea heute Geburtstag hat… ja und was sollen wir sagen, sofort kriegt Helle geschimpft, dass er es ihnen nicht vorab gesagt hat, dann hätte Lorraine nämlich einen Geburtstagskuchen besorgt! Die beiden sind echt klasse! Als Lorraine am späten Nachmittag des nächsten Tages aus der Arbeit kommt hat sie eine Überraschung für uns dabei. Zum einen hat sie eine kleine Mini-Kühltasche besorgt, die genau in unsere Koffer passt und in der wir in Zukunft unsere Lebensmittel besser kühl halten können. Außerdem hat sie für Bea eine kleine nachträgliche Schoko-Geburtstagstorte besorgt. Wie nett! Ach ja, Bea wurde heuer junge 3 Jahre alt, toll, oder?

 

So verbringen wir am Ende nahezu vier Wochen in Melbourne, und das hauptsächlich wegen der Warterei auf div. Arzttermine. An dieser Stelle natürlich ein grosses "Danke schön" an Cameron & Lorraine, die uns für diese lange Zeit in ihrem Heim "ertragen" haben. Dennoch sind wir schon ziemlich genervt von diesem inkompetenten, australischen Gesundheitssystem und hoffen, bald wieder unterwegs zu sein...

 

 

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