Organisatorisches

Da so eine Weltreise einen wahren Rattenschwanz an Dingen nach sich zieht, die organisiert und erledigt werden wollen, versuchen wir nachfolgend die wichtigsten Dinge thematisch zusammen zu fassen und kurz zu erläutern:

 



Versicherungen

Rentenversicherung:

 

Aus Kostengründen haben wir unsere privaten Rentenversicherungen auf Eis gelegt. Einige Versicherungsgesellschaften sind hier sehr kulant und ermöglichen eine Stilllegung der Versicherungspolice auch über mehrere Jahre, andere sträuben sich so sehr, dass wir sie irgendwann entnervt gekündigt haben.

 

Hausratversicherung:

 

Da wir unsere Wohnung gekündigt haben war die Kündigung der Hausratversicherung kein Problem, auch wenn unser Versicherungsvertrag noch nicht abgelaufen war. Ein kurzer Verweis darauf, dass durch die Kündigung der Wohnung keine Versicherungsgrundlage mehr besteht ist ausreichend.

 

Rechtsschutz:

 

Gilt im Ausland nur eingeschränkt bzw. nur für eine begrenzte Zeit. Da unser Vertrag noch nicht abgelaufen ist versuchen wir durch das Einreichen unserer Visa zu belegen, dass wir uns längerfristig im Ausland aufhalten und so keine Versicherungsgrundlage mehr besteht... mal schaun, ob das funktioniert!

 

Privathaftpflicht / Berufsunfähigkeit / Unfallversicherung:

 

Diese drei Versicherungen lassen wir bestehen. Unsere Versicherungsgesellschaft hat uns bestätigt, dass auch während eines längeren Auslandsaufenthalts Versicherungsschutz besteht und so gehen wir bei diesen drei (unserer Meinung nach doch relativ) wichtigen Versicherungen auf Nummer sicher.

 

Langzeitauslandsreisekrankenversicherung:

 

Die passende Krankenversicherung für´s Ausland zu finden ist ein schwieriges Thema.

 

Zuerst sei gesagt, dass die normalen Auslandsreisekrankenversicherungen, die es schon für ein paar Euro pro Jahr gibt, für unseren Zweck ungeeignet sind, da bei dieser Art von Versicherung nur Auslandsreisen bis zu 60 Tagen versichert sind.

 

Auch die normale gesetzliche Krankenversicherung zahlt außerhalb der Europäischen Union nicht mehr und wird daher von uns gekündigt. Soweit wir es recherchieren konnten, braucht man nach der aktuellen Gesetzeslage im Übrigen auch keine Angst davor zu haben, dass einen die gesetzlichen Krankenversicherungen nach der Rückkehr nach Deutschland nicht wieder aufnehmen, denn wenn man vor der Auslandsreise Arbeitnehmer war und ganz normal gesetzlich krankenversichert, dann muss einen die GKV nach der Rückkehr nach Deutschland (im Normalfall) auch wieder versichern!

(Achtung: diese Angabe ist ohne Gewähr!)

 

Doch all diese Erkenntnisse helfen nicht bei der Wahl der richtigen Langzeitauslandsreisekrankenversicherung, zumal es hier auch sehr viele verschiedene Anbieter gibt und die Preise für die Versicherungen abhängig von den gewünschten Leistungen, der Dauer des Auslandsaufenthalts und den bereisten Ländern sehr stark variieren können.

 

Worauf kommt es also wirklich an? Unsere Übersicht für Motorradreisende und Globetrotter findet ihr hier.

 

Kfz-Haftpflichtversicherung:

 

Trotz intensiver Internet-Recherche und Nachfrage bei anderen Weltreisenden und verschiedenen Versicherungen: es gibt definitiv keine Kfz-Haftpflichtversicherung, die eine weltweite Deckung anbietet. :-(

Daher werden wir es nun auch so handhaben wie (wahrscheinlich) alle anderen Motorradweltreisenden vor uns auch, wir werden einfach jeweils vor Ort in den einzelnen Ländern Kfz-Haftpflichtversicherungen für unsere Motorräder abschließen, da die deutsche Kfz-HP außerhalb Europas leider keine Gültigkeit hat.

Von einigen Reisenden wissen wir, dass sie in dem einen oder anderen Land erst gar keine Versicherung abgeschlossen haben, aber hier sind wir (leider oder Gott sei Dank) zu deutsch, wir fühlen uns einfach sicherer, wenn wir eine entsprechende Versicherung haben. Ob diese dann natürlich hält was sie verspricht, das steht auf einem anderen Blatt geschrieben... :-)

 



Internationale Papiere

Reisepass:

 

Wir haben uns aus mehreren Gründen dazu entschieden, 2 Reisepässe pro Person zu beantragen. U. a. kann es, je nachdem in welche Länder unsere Reiseroute führt, bei der Einreise in das eine oder andere Land Probleme geben, wenn im Pass bereits ein „ungeliebtes“ Nachbarland eingetragen ist. Außerdem kann man sich so immer ausweisen, auch wenn der eine Pass gerade im Konsulat zur Bearbeitung liegt, weil wieder ein neues Visum beantragt werden muss. Zu guter Letzt erleichtert ein Zweitpass natürlich auch die Identifikation, falls ein Pass verloren geht bzw. gestohlen wird.

Manche Passämter stellen ohne Probleme einen zweiten Reisepass aus, obwohl das trotz o. g. Punkte, die eindeutig für einen Zweitpass sprechen, rechtlich gesehen eher ein, naja sagen wir mal, „Graubereich“ ist. Andere Passämter stellen z. B. einen echten „Zweitpass“ aus, dieser unterscheiden sich vom normalen Reisepass nur dadurch, dass er anstatt 10 Jahren nur eine Gültigkeitsdauer von 6 Jahren besitzt. Was das für einen Sinn machen soll haben wir allerdings auch nicht so ganz verstanden...

 

 Internationaler Fahrzeugschein:

 

Der internationale Fahrzeugschein ist bei der Zulassungsstelle zu beantragen.

 

Mitzubringen sind folgende Unterlagen:

-Zulassungsbescheinigung Teil I / Fahrzeugschein

-grüne Versicherungskarte

-Gültiger Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung

Kosten: ca. 11 €

Beantragungsdauer: i. d. R. wird er sofort ausgestellt

Gültigkeit: 1 Jahr

Eine persönliche Vorsprache oder die Vorsprache einer beauftragten Person ist erforderlich.

 

Internationaler Führerschein:

 

Der internationale FS ist ebenfalls bei der Zulassungsstelle zu beantragen.

Der internationale FS berechtigt nur in Verbindung mit dem nationalen Führerschein zum Führen von Kraftfahrzeugen im Ausland, d.h. beide Dokumente müssen mitgeführt werden.

 

Mitzubringen sind folgende Unterlagen:

-ein Führerschein im Scheckkartenformat

-wurde der Führerschein nicht im Geltungsbereich der beauftragten Führerscheinstelle ausgestellt, braucht man einen Auszug aus dem örtlichen Fahrerlaubnisregister (eine so genannte „Karteikartenabschrift“)

-Personalausweis oder Reisepass

-Biometrisches Foto

Kosten: ca. 15 EUR

Beantragungsdauer: sofort bis 3 Wochen

Gültigkeit: 3 Jahre; darf die Gültigkeit des nationalen Führerscheins jedoch nicht überschreiten

Eine persönliche Vorsprache ist erforderlich. 

 

Carnet de Passage:

 

Das CdP ist ein Zolldokument, dass die zollfreie Ein- und Ausfuhr eines Fahrzeugs in Ländern außerhalb der Europäischen Union ermöglicht, ohne dass an den Grenzen Zollgebühren erhoben werden.

In Deutschland ist das CdP unseres Wissens nach nur beim ADAC erhältlich und besitzt eine Gültigkeitsdauer von 1 Jahr. Auf der Homepage des ADAC (www.adac.de) findet man auch detaillierte Informationen, wie ein CdP zu benutzen ist, für welche Länder man ein CdP benötigt usw.

Je nach Höhe des Fahrzeugwerts muss eine Bankbürgschaft bzw. Sicherheitsleistung beim ADAC hinterlegt werden, die man erst nach der Rückgabe des vollständigen und korrekt ausgefüllten CdP an den ADAC zurück bekommt, von daher sollte man wirklich genau darauf achten, dass die Grenzbeamten das CdP korrekt ausfüllen!

Für unsere beiden Motorräder wird beispielsweise eine Bürgschaft in Höhe von 1.500 € je Motorrad fällig. Da wir nicht mal eben 3.000 € übrig haben, die wir dem ADAC hinterlegen können haben wir uns für eine Bankbürgschaft entschieden. Diese kostet in unserem Fall ca. 30 € p. a. und ist für uns somit eine gute Alternative.

 

Visa:

 

Wir haben uns dazu entschieden vorab nur die Visa für Osteuropa, d.h. für Russland, Kasachstan und die Mongolei, sowie unser „Work and Holiday“ Visa für Australien zu beantragen. Alle anderen Visa werden wir entweder bei der Einreise vor Ort oder vorab im entsprechenden Konsulat besorgt.

Da die Beantragung der Visa für Osteuropa relativ aufwendig ist haben wir uns dazu entschieden, unsere Visa für Russland, Kasachstan und die Mongolei über eine Visa-Agentur zu beantragen. Jörg Wiese von der Visa-Agentur Visa?Wie (www.visa-wie.de) hat für uns die Beantragung aller erforderlichen Papiere und Visa übernommen, so dass wir uns eigentlich um nichts kümmern mussten. Auf diesem Wege noch einmal vielen Dank an Jörg für die nette und professionelle Beratung und Abwicklung unserer Anträge!

 

Hier eine Übersicht über die beantragten Visa:

 

-Russland: Multivisum Geschäftlich, Gültigkeitsdauer: 6 Monate

Da wir voraussichtlich insgesamt 3 mal nach Russland einreisen werden kam für uns nur ein Multivisum in Frage, denn normale Touristenvisa erlauben maximal eine zweimalige Einreise. Wichtig ist hier, dass man bei der Beantragung eines Geschäftsvisums für Russland eine Einladung benötigt, die aber ebenfalls über die Visa-Agentur erhältlich ist

 

-Kasachstan: Touristenvisum, Gültigkeitsdauer: 30 Tage

Es kann sein, dass die kasachische Botschaft genauere Informationen über die Reiseroute haben möchte, das war zumindestens bei uns der Fall. Wir haben dann eine Route mit einigen der Städte und Sehenswürdigkeiten zusammengestellt, die wir in Kasachstan besichtigen wollen und haben diese nachgereicht. Nun hoffen wir, dass die Behörden das Visum erteilen!

 

-Mongolei: Touristenvisum, Gültigkeitsdauer: 30 Tage


Das „Work and Holiday“ Visum für Australien haben wir selbst beantragt. Es kann ganz einfach per Internet auf der Seite des Australien Government (www.immi.gov.au/e_visa/working-holiday) innerhalb von gut 30 Minuten beantragt werden. Wichtig ist nur, dass man der englischen Sprache einigermaßen mächtig ist und einen Reisepass sowie eine Kreditkarte besitzt, denn die Ausstellungsgebühr von 235 AUD pro Person (umgerechnet etwa 173 €) muss sofort überwiesen werden.

 



Geld auf Reisen

 Beim Thema Geld auf Reisen haben wir uns dazu entschieden mehrgleisig zu fahren:

 

- Visa-Card & Online-Banking

 

Im Ausland an euer Geld zu kommen, kann unter Umständen auch richtig Geld kosten. Deshalb ist es wichtig, dass ihr euch vor eurer Reise eine Bank sucht, bei der nicht nur Kontoführung & Kreditkarte kostenlos sind, sondern z. B. auch das weltweite Abheben von Bargeld an Geldautomaten (ATMs)!

 

Wir haben uns zu Beginn unserer Reise für die Online-Bank ComDirect - eine Tochter der Commerzbank – entschieden und unsere Entscheidung bis heute nicht bereut. Die ComDirect bietet neben einem kostenlosen Giro- sowie Tagesgeldkonto auch eine kostenlose VISA-Karte, mit der wir weltweit kostenlos Bargeld an ATMs abheben können.

 

Mehr dazu findet ihr unter:

Auch der Kundenservice, der bei reinen Online-Anbietern manchmal ganz schön zu wünschen übrig lässt, hat uns bisher immer schnell und kompetent geholfen, ohne dass zuvor wir stundenlang in einer Wartschleife gehangen sind.


- Master-Card

 

Eine Master-Card ermöglicht ebenfalls weltweite bargeldlose Bezahlung und Abheben von Bargeld an ATMs. Leider haben wir keinen Anbieter gefunden, der eine kostenlose Master-Card anbietet. Auch bei der Bezahlung außerhalb der Euro-Zone fallen zusätzliche Gebühren an. Da wir bereits eine Master-Card unserer Hausbank besitzen, haben wir diese zwar mit im Gepäck, wir würden sie aber nur im „Notfall“ einsetzen, z. B. wenn unsere VISA-Karten gestohlen werden würde.

 

- Traveller Checks

 

Der Vorteil von Traveller Checks ist ganz klar, dass diese versichert sind und bei Diebstahl gesperrt werden können und i. d. R. von der Bank ersetzt werden. Leider nehmen meist nur große Banken oder Hotels Traveller Checks an, so dass sie als Allround-Zahlungsmittel nicht geeignet sind. Wir haben nur ein paar „Notgroschen“ in Traveller Checkes dabei und diese bis heute nicht eingelöst.

 

- Devisen/Bargeld

 

Aufgrund der Diebstahlgefahr haben wir keine hohen Bargeldbeträge dabei. Trotzdem ist es ratsam immer einen kleinen Puffer zu haben, denn es kommt immer wieder mal vor, dass Geldautomaten nicht funktionieren oder unsere ausländischen Kreditkarten nicht funktionieren.

 

Als „Notgroschen“ haben wir auch immer ein paar USD in kleiner Stückelung dabei. USD können weltweit ohne Probleme in Wechselstuben gewechselt werden und auch manch ein Problem mit einem Polizei- oder Grenzbeamten kann im Notfall mit ein paar Dollar „gelöst“ werden.

 

- Western Union

 

Wenn alle Stricke reißen sollten, dann gibt es immer noch die Möglichkeit, euch einen größeren Geldbetrag via Western Union schicken zu lassen. Filialen gibt es rund um den Globus und das Senden von Bargeld über Western Union ist relativ sicher, einfach und geht sehr schnell. Die anfallenden Gebühren halten sich auch einigermaßen im Rahmen.

 

Wo ihr die nächste Western Union Filiale in eurer Nähe findet, wie hoch die Gebühren für den Bargeldtransfer sind und was es sonst noch zu beachten gibt, könnt ihr hier nachlesen.

 



Arbeitslosmeldung:

Da wir ja beide selbst gekündigt haben, verhängt das Arbeitsamt eine Sperrfrist von 3 Monaten, d.h. wir würden frühestens 3 Monate nach Beendigung unseres Arbeitsverhältnisses Arbeitslogengeld bekommen.

Da wir uns aber nach dem Ende der dreimonatigen Sperrfrist schon nicht mehr in Deutschland befinden, müssen wir uns rechtzeitig abmelden und bekommen dann verständlicherweise auch kein Arbeitslosengeld.

Erst wenn wir nach unserer Reise wieder zurück in Deutschland sind und uns beim Arbeitsamt Arbeitsuchend melden steht uns unter gewissen Voraussetzungen für einen Zeitraum von maximal 9 Monaten Arbeitslosengeld zu.

Anmelden und nie wieder ein Abenteuer verpassen!

Mehr von uns auf Facebook



SUPPORTED BY