Auslandskrankenversicherung

Worauf kommt es wirklich an?

Unsere Übersicht für Motorradreisende und Globetrotter

Wir wollen reisen, ferne Länder erkunden, Abenteuer erleben… aber doch keine seitenlangen Versicherungsverträge durcharbeiten!

Euch geht es beim Thema Versicherung sicher genau so!

 

Doch auch wenn Motorradreisen Freiheit und Abenteuer bedeutet, so ist das Motorradfahren keine ganz ungefährliche Leidenschaft und wer in fernen Ländern unterwegs ist, tut gut daran, im Fall der Fälle einen zuverlässigen und kompetenten Partner an seiner Seite zu haben!

 

Doch worauf kommt es eigentlich beim Thema (Langzeit-) Auslandskrankenversicherung für Motorradreisende und andere Globetrotter – jaaa, es soll Leute geben, die nicht mit dem Motorrad, sondern mit dem Auto, LKW oder gar Fahrrad die Welt bereisen! :-) – wirklich an?

 

Na klar, günstig soll die Versicherung sein, möglichst jeden Schadensfall abdecken und wenig Selbstbeteiligung beinhalten… aber wie war das gleich noch mit dem Geltungsbereich? Sind alle Länder dieser Erde versichert? Und alle Sportarten? Denn vielleicht möchten wir auch mal tauchen gehen, oder reiten, oder, oder…

 

Da euch diese und ähnliche Fragen sicherlich genauso beschäftigen wie uns, haben wir mal bei einem echten Versicherungs-Profi nachgefragt, der bereits einigen bekannten Gesichtern der Motorradreiseszene vor und auch während ihrer Abenteuer mit Rat und Tat zur Seite stand.

 

Wir dürfen vorstellen:

Michael Peisch, 46 Jahre, Geschäftsführer der Confideo GmbH (www.Confideo.com).

 

Michael ist nicht nur seit vielen Jahren leidenschaftlicher Motorradfahrer, er blickt auch zurück auf mehr als 30 Jahre Berufserfahrung im Bereich Krankenversicherung und ist für nationale und internationale Krankenversicherungen im In- und Ausland tätig.

B&H: Michael, viele Versicherungsgesellschaften bieten auch Reisekrankenversicherungen für nur ein paar Euro im Jahr. Sind diese

            Versicherungen ausreichend für eine längere Auslandsreise?

 

Michael: Die meisten Auslandskrankenversicherungen richten sich an den „normalen Touristen“. Der klassische Angestellte, der maximal 6

   Wochen Urlaub im Jahr hat. Bei längeren Reisen, zum Teil für mehrere Jahre, sieht es dann ganz anders aus.

  Unsere wichtigsten Empfehlungen:

 

- Die Versicherung der Reisedauer anzupassen. Hier empfiehlt es sich, die Laufzeit besser länger zu wählen als zu kurz. Ist man

   wieder früher in der Heimat als geplant, kann man die Versicherung beenden und man bekommt eventuell zu viel gezahlte

   Prämien zurück. Das ist aber besser, als im Ausland zu verlängern. Das kann sehr oft problematisch werden!

 

- Den Bedarf nicht unterschätzen. Der Preis ist bei einer Langzeitreise wichtig – aber nicht alles. Das gilt besonders, wenn man

   schon Erkrankungen hat. Man sollte es sich nicht „schön reden“ dass man die Versicherung ohnehin nicht braucht.

 

- Eine grobe Planung, wie lange man unterwegs ist und wohin es gehen soll. Einfach losfahren und „egal ob nach Osten oder

   Westen“ stimmt meistens auch nicht. Amerika, besonders USA und Kanada werden oft anders in der Prämie bewertet.

B&H: Was tun wenn die Reise nun doch länger dauert als die abgeschlossene Auslandsreisekrankenversicherung? Du erwähnst, dass eine

            Verlängerung problematisch sein kann?

 

Michael: Die Erfahrung zeigt, dass viele Motorradreisen identisch klingen. Aber hinter den Kulissen sieht es oft anders aus. Von Berlin nach

                   Wladiwostok: Das kann man in 3 Monaten machen. Oder auch in 3 Jahren. Einmal um die Welt. Das geht in 12 Monaten, andere

                   Reisen 5 Jahre oder mehr.

                   Es gibt 3 Probleme die Krankenversicherung unterwegs zu verlängern:

 

- Der Tarif sieht eine Verlängerung nicht vor! Viele Policen bieten oft einen Schutz für max. 1 Jahr an.

 

- Der Versicherungsschutz kann nicht verlängert werden oder nicht im Ausland verlängert werden.

 

- Reiseversicherungen schließen Vorerkrankungen in der Regel aus. Eine Verlängerung ist oft ein Neuabschluss und somit sind

   z.B. verstauchte Knöchel auf der Reise nach der Verlängerung nicht mehr mitversichert!

 

                  Daher ist unsere Empfehlung: Besser länger buchen und bei Bedarf verkürzen, als unterwegs den Stress zu haben, ob die  

                  Verlängerung klappt, unter welchen Bedingungen man verlängern kann, usw.

B&H: Es gibt spezielle Langzeit-Auslandsreisekrankenversicherungen. Diese variieren aber gravierend im Preis, in der Versicherungsdauer

            und in Bezug auf die Länder, die von der Versicherung abgedeckt sind. Auf was muss man besonders achten?

 

Michael: Es ist wie beim Motorradkauf. Je mehr Leistung und Extras – umso kostspieliger ist die Absicherung. Hier gibt es 3 Punkte, die im

                   Wesentlichen die Prämie beeinflussen:

 

- Die Dauer: Eine Reiseversicherung für 3 Wochen ist natürlich günstiger, als eine internationale Krankenversicherung die

   zeitlich unbefristet ist.

 

- Der Aufenthaltsort: In der Regel wird zwischen „weltweit mit USA und Kanada“ und „weltweit ohne USA und Kanada“

   unterschieden. Wenn man in den USA nur ein paar Aspirin kaufen muss, ist es kein Problem. Bei Krankenhausaufenthalten

  kann es sich aber in unvorstellbare Dimensionen entwickeln.

 

- Vorerkrankungen: Wenn man fit und kerngesund war und ist, dann sind oft Tarife, die Vorerkrankungen nicht mitversichern,

  ein gute  Wahl. Was aber, wenn man in der Vergangenheit schon mal Rückenbeschwerden, Allergien, Kreislaufprobleme, usw.

  hatte? Das sollte man klären, sonst kann die falsche Krankenversicherung unterwegs böse Überraschungen bringen.

 

                   Daher biete ich ein persönliches Gespräch an, um die individuelle Situation einzuschätzen und den passenden

                   Versicherungsschutz zu finden.

B&H: Macht es einen Unterschied, ob ich nur als Tourist reise, oder im Ausland auch einer Beschäftigung nachgehe. Z. B. Work & Travel?

 

Michael: Die Krankenversicherung sollte in den Bedingungen zulassen, dass man auch arbeiten darf. Es gibt einige Tarife, die nur reine

                   Urlaubsreisen versichern.

B&H: Auslandsreisekrankenversicherung von unterwegs abschließen/verlängern, geht das überhaupt und wenn ja, worauf muss ich achten?

 

Michael: Wie schon gesagt, hier lauert das größte Problem. Es ist in der Regel kein Thema, ob eine Reise 160 oder 182 Tage dauert, aber

                   wenn es länger als ein Jahr ist, oder aus einem Jahr 3 Jahre werden, kann die falsche Tarifwahl problematisch werden. Das kann

                   man verhindern, wenn man vorher einen Tarif eher länger als kürzer abschließt. Zudem erspart man sich unterwegs den Stress,

                  die Versicherung vom Ausland aus verlängern bzw. regeln zu müssen.

                 

                  Wenn dem aber so ist, dann gilt eine ganz wichtige Regel:

                  Auf jeden Fall vor Ablauf der Versicherung versuchen, die Verlängerung zu beantragen. Oft ist es nämlich so, dass nach Ablauf der

                  Police die Möglichkeiten sehr eingeschränkt sind.

B&H: Wie sieht es mit sonstigen Versicherungen aus, die man zu Hause abgeschlossen hat und die man auf Reisen eigentlich gar nicht

            mehr braucht. Kündigen? Oder lieber weiter bezahlen?

 

Michael: Auch diese Frage ist sehr individuell zu betrachten. Einige Versicherungen kann man kündigen, wenn man nicht mehr zu Hause

                   ist. Andere muss man durch Anwartschaften regeln. Es ist eben sehr unterschiedlich, ob man alles in der Heimat aufgibt, oder

                   eine Wohnung beibehält, einen Job ruhen lässt oder kündigt, usw.

 

  Oft werde ich gefragt, ob es nicht eine internationale Versicherung für das Fahrzeug gibt, die die lästigen Grenzformalitäten

  umgeht. Nein, die gibt es leider nicht. Aber das hat auch einen Vorteil, denn wenn man z.B. an der mongolischen Grenze eine

  lokale Haftpflichtversicherung kauft/kaufen muss, hat man es im Schadenfall wesentlich einfacher. Mit der Kopie einer

  deutschen Versicherung in der Steppe der Mongolei wird das in der Regel viel schwieriger sein.

 

  Wie auch immer, was auch immer. Jede Reise ist individuell. Daher biete ich an, dass jeder mit seinen Fragen zu mir kommen

  kann und ich dann für jeden individuell versuche, den Versicherungsschutz der Reise, dem Budget und den Vorstellungen

  bestmöglich anzupassen.

Vielen Dank, Michael.

Ihr seht schon, eine einfache Lösung, die für jeden gleichermaßen gilt, gibt es nicht.

 

Aber zum Glück gibt es motorradfahrende Versicherungs-Profis wie Michael, die sich super mit den speziellen Bedürfnissen von Motorradreisenden und anderen Globetrottern auskennen und die dafür sorgen, dass ein Beinbruch nicht zur wahren Katastrophe wird!

 

Michael steht euch im Übrigen sehr gerne für alle eure Fragen rund um das Thema Versicherungsschutz für (Langzeit-) Abenteuerreisen zur Verfügung.

 

Ihr erreicht ihn per Email oder telefonisch unter  Kontakt

Anmelden und nie wieder ein Abenteuer verpassen!

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