Motorradumbau

Die Wahl des richtigen Reisemotorrads ist nicht unbedingt einfach, hängt von vielen verschiedenen Faktoren, von den persönlichen Vorlieben und nicht zuletzt vom Geldbeutel ab.

 

Da Helmut bereits im Besitz einer alten Honda Transalp war, fiel uns die Entscheidung nicht schwer, bei diesem zwar alten aber Fernreise-bewährten Motorrad zu bleiben. Zum einen sind die alten Transalp-Modelle für ihre Robustheit und Zuverlässigkeit bekannt, zum anderen enthalten sie, anders als moderne Motorrädern, nur wenig Elektronik und können mit etwas technischem Verständnis relativ einfach selbst gewartet und repariert werden.

Honda Trans-Africa-Edition - Extrem-Umbau mit Transalp Chassis und Africa Twin Fahrwerk

 Wie die Not zur Tugend wurde...

 

Der Vorbesitzer des Alperer´s - ein sehr guter Freund von Helmut - kaufte die Alp 1993 neu und machte damit die ein oder andere Reise quer durch Europa, zerlegte sie aber schließlich und baute sie aus Gewichtsgründen zu einer Hard-Enduro um. Daraufhin wurde die Alp regelmäßig im Gelände sowie in Kiesgruben bewegt und diente selbst im Winter der täglichen Fahrt in die Arbeit. In dieser Zeit bekam sie auch den Spitzname "Alperer", den Helle mit übernahm.

 

Nachdem die Alp ihrem Vorbesitzer knapp 10 Jahre treue Dienste geleiste hatte, wurde sie aufgrund eines Vergaser- sowie Zeitproblems schlussendlich "hinterm Haus" geparkt, wo sie einige Jahre vor sich hin rottete. Helle, der zusammen mit dem Alp-Besitzer auf dessen Grundstück eine Motorrad- und Schlosserwerkstatt betrieb, schob die Alp eines Tages in die Werkstatt, um das Elend zu begutachten. Ihr Zustand war erbärmlich. Rahmen, Schwinge, Tank und sämtliche anderen Stahlteile hatten stark Rost angesetzt, Bremsen, Schwingenlager und Bautenzüge waren fest und die Gabel leckte. Die Batterie war natürlich am Ende, wobei der Motor sowieso nicht angesprungen wäre. Zudem fehlten alle Plastikteile der Verkleidung.

 

Wo viele andere den Schrotthändler gerufen hätten, war bei Helle der Ehrgeiz geweckt. Während gemeinsam ein paar Kaltgetränke auf Hopfenbasis gekippt wurden, verhandelte Helle mit dem Besitzer über den Preis“. Schnell war man sich einig und der Handel wurde per Handschlag besiegelt. Im folgenden Winter zerlegte Helle die Alp zum ersten Mal komplett und baute sie im Hard Enduro-Style wieder neu auf, denn zu diesem Zeitpunkt war es sein Plan, den Alperer für die täglichen Fahrten zur Arbeit sowie fürs Gelände zu nutzen.


Als etwa ein Jahr später der Plan für unserer Motorrad Weltreise zu reifen begann, mussten natürlich auch unsere Reisegefährten entsprechend modifiziert werden. Wegen der großen Anzahl an verrosteten bzw. fehlenden Teilen entstand aus dem Alperer schlussendlich ein individueller Fernreiseumbau, der nur noch wenig an eine Transalp erinnert. Einzig der Hauptrahmen sowie der Motor stammen noch von dem Haufen Schrott, der der Alperer einst war.

Honda Transalp Spezial - Fernreise-Umbau für jedes Terrain.

 Der Reimport

 

Da sich Bea nach einigen zaghaften Testfahren – sie war zu diesem Zeitpunkt acht Jahre lang nicht Motorrad gefahren – auf Helle´s Alperer recht wohl fühlte, stand schnell fest, dass wir unsere Reise mit Transalps bestreiten werden. So musste auch für Bea eine Transalp her. Neben der bekannten Robustheit und Zuverlässigkeit war natürlich auch der Preis ausschlaggebend, denn Transalps älteren Semesters sind bereits relativ günstig zu haben. Nachdem ein passendes Modell in gutem Zustand gefunden war, schlugen wir sofort zu. Bea´s Dicke Rosi ist ein US-Reimport (Modell ´89) mit Erstzulassung ´91, ein Umstand, der Helle sowohl bei den Vorbereitungen als auch unterwegs noch einiges an Kopfzerbrechen bescheren sollte. Was wir beim Kauf noch nicht wussten: California Modelle besitzen keine Hauptständeraufnahme, weshalb Helle das Motorrad kurzerhand auf die Seite legte und eine solche einschweißen musste. Außerdem wurden die Fahrgestellnummern bei Reimporten manuell in die Fahrzeugpapiere übertragen, was oft zu Zahlendrehern in den Papieren führte.


Auch bei Bea´s Dicker Rosi war das der Fall, was aber über 18 Jahre weder dem deutschen TÜV noch den Zulassungsstellen oder den drei Vorbesitzern aufgefallen war. Und auch uns und den Grenzbeamten an insgesamt 8 Grenzübergängen fiel der Zahlendreher nicht auf, bis wir unsere Motorrädern schließlich aus dem fernen Sibirien nach Thailand verschiffen wollten und das Schlamassel seinen Lauf nahm. Wie wir es dennoch geschafft haben, die Zöllner im tiefsten Russland davon zu überzeugen, Bea´s Motorrad trotz nicht übereinstimmender Rahmennummer in Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, internationalem Fahrzeugschein und Carnet de Passage frei zu geben? Die Geschichte erzählen wir ein andermal...

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