Ablauf der Verschiffung auf neuseeländischer Seite:

Zunächst muss man positiv vermerken, dass unser Schiff exakt an dem Tag in Auckland eintraf, der uns schon Wochen vorher angekündigt wurde. Diese Pünktlichkeit sind wir von unseren anderen Verschiffungen definitiv nicht gewohnt.

In der Regel dauert die Verschiffung von Brisbane nach Auckland 3 – 4 Tage.

 

Wir hatten bereits vorab mit Armacup, dem Neuseeländischen Partner von WWL per Email Kontakt aufgenommen und so verlief die Abwicklung auch auf Neuseeländischer Seite absolut unkompliziert und problemlos.

 

Die Mitarbeiter von Armacup übermittelten uns per Email nur noch die Dokumente „Shipping Delivery Release“ sowie „Arrival Notice“ in denen zum einen noch einmal mitgeteilt wird, wann das Schiff mit unseren Motorrädern in Auckland ankommt und dass wir die Motorräder von Seiten der Reederei in Empfang nehmen können, da wir bereits alle Kosten in Australien beglichen haben und auf Neuseeländischer Seite somit keine weiteren Gebühren an die Reederei mehr zu entrichten sind.

 

Am Tag als das Schiff mit unseren Motorrädern ankommt, fahren wir mit dem Bus in den Hafen, da alle benötigten Behörden dort zentral liegen und bequem zu Fuß erreichbar sind.

 

Als erstes geht es zum Büro des Ministry of Primary Industries „MPI“, das direkt neben der Hafeneinfahrt liegt und das die Quarantäneabteilung beheimatet. Als wir dort vorsprechen, erfahren wir, dass wir – Bürokratie sei Dank – zuerst ins Partnerbüro des MPI im „Auckland Customhouse“ ein paar Straßen weiter müssen, um dort ein sogenanntes Biosecurity Authority/Clearance Certificate abgekürzt „BACC“ zu beantragen, ohne das die Quarantänebeamten vor Ort keine Inspektion unserer Motorräder durchführen können. 

Okay, dann also weiter zum „Auckland Customhouse“. Dort angekommen sprechen wir mit einer sehr netten Mitarbeiterin des „MPI“, die uns nach Vorlage der entsprechenden Dokumente (Shipping Delivery Release, Bill of Lading, Pässe) sofort ein „BACC“ Dokument ausstellt und auch gleich noch per Fax an die Kollegen im Hafenbüro übermittelt, so dass diese so schnell wie möglich mit der Inspektion der Motorräder beginnen können. Sie erklärt uns, dass wir nach erfolgter Inspektion noch einmal zu ihr an den Schalter kommen und die Kosten für die Inspektion begleichen müssen. Dies ist vorab leider nicht möglich, da die Kosten je nach Dauer der Inspektion variieren.

Dann geht es weiter zum Zoll, der erfreulicherweise nur einen Schalter weiter sitzt und unsere Carnets de Passage nach Vorlage unserer Fahrzeugscheine, Pässe, Bill of Lading sowie der Rechnung über unsere Verschiffungskosten sofort bearbeitet uns stempelt. Da die Inspektion der Motorräder erst am späten Nachmittag stattfinden soll, haben wir nun gut zwei Stunden Zeit, die wir mit einem Stadtbummel nutzen.

 

Auf dem Weg zurück zum „MPI“ Büro im Hafen sehen wir unsere Motorräder bereits ihm Hafengelände stehen.

Der zuständige „MPI“ Mitarbeiter veranlasst dann freundlicherweise auch gleich die Quarantäneinspektion, bei der wir wiedererwartend nicht mit müssen. Ergo werden die Motorräder nur von außen kontrolliert. Anders als in Darwin können so weder der Luftfilter noch andere versteckt liegende Motorradteile kontrolliert werden. Auch bezüglich des Kofferinhalts erkundigt sich keiner und so tun wir gut daran nicht zu erwähnen, dass diese bis obenhin vollgestopft sind mit unserem Equipment. :-)

 

Nachdem unsere Bikes die Inspektion bestanden haben, wäre das eigentliche Prozedere, dass wir mit einem entsprechenden Beleg zurück zu den Kollegen ins „Auckland Customhouse“ gehen um dort 41 NZD pro Motorrad für die Inspektion zu begleichen.

Da es in unserem Fall aber Freitagabend kurz vor Feierabend ist, werden gaaaanz viele Augen zugedrückt und so können wir den Betrag direkt hier im Büro am Hafen begleichen und bekommen das mit einem „Inspektion bestanden“ Vermerk versehende „BACC“ Dokument überreicht.

 

Offiziell bräuchten wir nun ein Fuhrunternehmen, das unsere Motorräder aus dem Hafen fährt. Dies haben wir natürlich nicht, aber auch das ist kein großes Problem, denn die Mitarbeiter der Quarantäne sind so hilfsbereit, dass sie uns nicht nur kurzerhand zwei neongelbe Warnwesten leihen, die man für den Hafenbereich braucht, nein, sie fahren uns im Firmenfahrzeug des „MPI“ sogar auf das Hafengelände und zu den zuständigen Mitarbeitern dort. Im Hafen angekommen müssen wir unser „BACC“ Dokument gleich wieder abgeben und werden zusätzlich noch nach unserer „PIN“-Nummer gefragt.

 

Mit „PIN“-Nummer ist eine sog. „Personal Identification Number“ gemeint, die uns eigentlich von unserer Reederei hätte mitgeteilt werden sollen.

 

Wir haben diese Nummer vorab natürlich nicht erhalten, was eigentlich ein Problem darstellt, denn ohne diese Nummer dürfen uns die Hafenmitarbeiter unsere Motorräder nicht aushändigen. Doch wiedererwartend sind auch die Hafenmitarbeiter sehr hilfsbereit und so greifen sie kurzerhand zum Telefon, rufen bei der Reederei an und lassen sich die Nummer per Fax durchschicken, was auch sofort funktioniert und uns wiedererwartend nichts kostet. Nun müssen wir noch ein Dokument unterzeichnen, auf dem wir bestätigen, dass uns unsere Motorräder ausgehändigt wurden und dann… dürfen wir wieder nicht losfahren, denn eigentlich dürfen wir auch im Hafen von Auckland nicht alleine herumfahren. (Da war doch was mit dem Fuhrunternehmen, das wir eigentlich bräuchten und nicht haben…*g*)

Doch auch dieses finale Problem löst sich Dank der tollen Unterstützung der Hafenmitarbeiter in Luft auf, denn sie bieten uns kurzerhand an, mit einem ihrer Fahrzeuge und wild blinkender Rundumleuchte vor uns her zu fahren und uns aus dem Hafengelände zu eskortieren. Super! :-)

 

Kontaktdaten und GPS-Koordinaten:

 

Australien:

Wallenius Wilhelmsen Logistics Brisbane Australia

Units 11B & 12B

23 James Street

Fortitude Valley 4006

Queensland

Telefon: +61 7 3000 7850

Email: 2WOCImport@2wglobal.com oder Karen.Bennett@2wglobal.com

Homepage: www.2wglobal.com

 

Customs and Border Protection office

20 - 22 The Circuit

Brisbane Airport

Brisbane 4007

Queensland

GPS-Koordinaten: S27 24.800 E153 04.772

Telefon: 1300 558 287

Kundenschalter Öffnungszeiten: Mo - Fr 8:30 Uhr – 17:00 Uhr

Homepage: www.customs.gov.au

 

Hafen-Terminal, an dem wir unsere Motorräder im Hafen von Brisbane abgeben mussten:

Australian Amalgamated Terminals „AAT“ Fisherman Island

Berths 1 – 3

Port Drive

Fisherman Island 4178

Queensland

GPS-Koordinaten: S27 22.796 E153 10.223

Kontakt:

Loretta Penman

Tel: 07 3909 3027

Email: loretta.penman@aat.auz.biz

Homepage: www.aat.auz.biz

 

Neuseeland:

Partnerunternehmen der Reederei in Neuseeland:

Armacup Maritime Services Ltd

Level 5 Harbour View Building

152 Quay Street

Auckland 1010

Telefon: +64 9 303 3314

Email: Jackie Clark jackiec@armacup.co.nz oder Margaret Nansen margaretn@armacup.co.nz

Homepage: www.armacup.com

 

Ministry of Primary Industries “MPI”

Quarantäne-Ableitlung im Auckland Port/Wharf

23 Quay Street

Auckland 1010

Telefon: +64 9 909 3019

GPS-Koordinaten: S36 50.699 E174 46.439

Homepage: www.biosecurity.govt.nz

 

New Zealand Customs Service + “MPI” Zweigstelle im “Customhouse”

50 Anzac Ave

Auckland 1010

GPS-Koordinaten: S36 50.838 E174 46.346

Telefon: 09-927 8000

Homepage: www.customs.govt.nz

 

Personentransport Australien - Neuseeland:

Wir haben im Internet über eine deutsche Flugsuchmaschine die günstigsten Flüge von Brisbane nach Auckland gefunden und gebucht.

I.d.R. muss man mit ca. 200 – 300 Euro pro Person für einen One-Way-Flug rechnen.

 

Achtung: Da wir schon von mehreren Reisenden gehört haben, dass ihnen der Flug von Australien nach Neuseeland verweigert wurde, weil sie kein Rück- bzw. Weiterflugticket vorweisen konnten, haben wir vorsichtshalber ein voll rückerstattbares Rückflugticket nach Australien gebucht. Wir haben uns hier für den Flexi-Tarif von Quantas entschieden, da der Internetauftritt der Fluggesellschaft eine volle Rückerstattung ohne Stornierungskosten verspricht.

Als wir in Brisbane für unseren Flug eingecheckt haben, wurde tatsächlich nach einem Weiterflugticket gefragt und dieses dann auch ganz genau geprüft, bevor wir die Bordkarten für unseren Flug erhielten.

 

Als wir jedoch in Neuseeland versucht haben, unsere Tickets zu stornieren, wurde uns online nur ein 12 Monate gültiger Gutschein und keine Rücküberweisung des bezahlten Betrags auf unsere Kreditkarte angeboten. Eine persönliche Nachfrage im Quantas-Büro am Flughafen von Auckland ergab dann Gott sei Dank, dass der bezahlte Betrag abzüglich einer Stornierungsgebühr – von der im Internet NICHTS zu lesen war – auf unsere Kreditkarte zurück überwiesen werden kann, was die Quantas Mitarbeiterin dann auch sofort veranlasste. Online wäre diese Rücküberweisung - warum auch immer - jedoch nicht möglich gewesen.

TÜV/Registrierung in Neuseeland:

Generell bietet fast jeder KfZ-Werkstatt die TÜV-Prüfung, hier in Neuseeland „Warrant of Fitness“ kurz „WOF“ genannt, an. Da wir unsere Motorräder allerdings auch gleich als Übersee-Fahrzeuge registrieren lassen wollen, entscheiden wir uns eine Filiale der „VTNZ“ (www.vtnz.co.nz) aufzusuchen, bei der man diese Registrierung auch gleich erledigen kann.

 

Dafür müssen wir das Formular „Notice of temporary vehicle import by overseas visitor“ mit der Nummer MR2C ausfüllen.

Die Registrierung für 6 Monate kostet zwar stolze 47,50 NZD pro Motorrad, dafür ist in jeder neuseeländischen Fahrzeugregistrierung automatisch eine Personenunfallversicherung, die sogenannte „Accident Compensation Corporation (ACC) Levy“ mit eingeschlossen.

Anders als in Deutschland muss man daher keine private KfZ-Haftpflichtversicherung für Personenschäden abschließen.

 

Wer zusätzlich zur ACC Levy eine KfZ-Haftpflicht für Sachschäden abschließen will, der kann dies z.B. über NAC Insurance (www.nac.co.nz) tun. Die Versicherung ist vom Motorradtyp, Hubraum usw. abhängig und hätte in unserem Fall 133 NZD pro Motorrad für 3 Monate gekostet.

 

Wir haben uns aus finanziellen Gründen jedoch gegen diese zusätzliche Haftpflichtversicherung – die auch keine Pflichtversicherung in Neuseeland darstellt! – entschieden.

 

Da wir die Registrierung nur für 3 Monate benötigen, können wir beim Verlassen des Landes bei der „VTNZ“ mit dem Formular MR15 „Application to cancel registration“ sogar einen Teil der Registrierungsgebühr zurückfordern. Das ist zwar ein kleiner bürokratischer Aufwand, spart uns aber 50 NZD, die wir sonst herschenken würden.

 

Alle auf der Seite „Länderinfos Australien“ von uns für euch zusammen getragenen Informationen haben wir nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert.

 

Trotzdem können wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben keine Gewähr übernehmen, da sich vor allem die Gesetzeslage und die Vorschriften oft schnell ändern.

 

Im Zweifel solltet Ihr die von uns zur Verfügung gestellten Informationen auf Aktualität prüfen und verifizieren!

 

PS: Ihr habt Updates zu einem der Themen auf dieser Seite? Dann lasst uns diese Bitte zukommen! So können wir die Seite „Länderinfos Australien“ für euch und andere Motorradreisende so aktuell wie möglich halten. Vielen Dank!

 


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