Russland - Der Westen - Auf unbekanntem Terrain!

 Nach einer weiteren Nacht auf dem riesen Bett im Haus von Dimi und Ira werden wir von einem Geräusch geweckt, dass uns gar nicht gefällt. REGEN!!! Und zwar nicht nur ein paar Tropfen sondern ein richtiger Sturm und Platzregen vom feinsten. Na super!

 

Am späten Vormittag kommt Dimi von der Arbeit, da er uns extra noch verabschieden will. Er erzählt uns, dass die halbe Stadt unter Wasser steht und wir noch mind. 2 Stunden warten sollen, bevor wir los fahren, da wir sonst richtige Probleme mit den Straßen bekommen. Als überzeugendes Argument hat er auch gleich zwei Bier für sich und Helle mitgebracht. Klar das Helle da nicht Nein sagt. Wie gut, dass es in Russland die 0 Promille Grenze gibt.... *arg*

 

Dann hört der Regen doch tatsächlich auf und die Sonne kommt hervor. Super, also nix wie schnell die Mopeds bepacken und los starten! Zu unserer Freude kommt auch Vitali noch einmal vorbei. Diesmal mit dem Auto und total cool mit Hemd und Sonnenbrille und nicht in Leder-Biker-Jacke wie die letzten Tage. Wir erkennen ihn fast nicht wieder! :-) Er will voraus fahren und uns so den schnellsten Weg aus der Stadt zeigen, super!

 

Doch davor heißt es erst einmal wieder Mopeds bepacken. Dimitri und Helmut spritzen die Bikes noch schnell mit dem Hochdruckstrahler ab, da sie mittlerweile schon ganz schön verdreckt sind und das ist für die beiden Möpis nicht sehr förderlich...

...danach heißt es dann Abschied nehmen von den vieren. Pitr, der jüngere der beiden Jungs bekommt als Erinnerung noch unser Cäppi vom BMW-Händler in Kosice mit unserer Unterschrift geschenkt und für Dimis und Vitalis Familien bauen wir unsere beiden Schutzengel-Anhänger, die wir von unseren Haiminger Nachbarn bei deren Abschieds-Straßenfest geschenkt bekommen haben, von unseren beiden Mopeds ab und schenken sie den zwei Familien als kleines Andenken. Wir hoffen, Jens, Anja & Co. sind uns nicht beleidigt, aber die beiden Schutzengel sind hier mit Sicherheit gut aufgehoben. Die 5 freuen sich riesig und Iri muss zum Abschied sogar weinen, das ist so rührend!!!

Wir merken, dass wir hier nicht nur Bekannte für 2 Nächte sondern richtige Freunde gefunden haben und hoffen, dass wir uns irgendwann wiedersehen, egal ob in Wolgograd oder vielleicht sogar ja auch in Deutschland… :-)

 

So düsen wir los, einmal quer durch die Stadt. Tatsächlich stehen einige Straßen halb unter Wasser. Als wir dann schon ein gutes Stück aus Wolgograd raus gefahren sind, bleibt Vitali stehen und verabschiedet sich von uns.

 

Nun sind wir also wieder alleine auf Tour…

Aber nach nur ca. 2,5 h Fahrt Richtung Süden haben wir Akthubinsk fast erreicht. Plötzlich sehen wir 2 Bikes am Straßenrand stehen und 2 Typen winken uns und deuten, dass wir stehen bleiben sollen. Bea erkennt Alexey sofort und fährt rechts ran. Alexeys Begleiter ist ein 2 Meter Mann im Indianer-Style mit langen Haaren, die zu einem Zopf geflochten sind. Er fährt eine Honda Shadow, an der hinten zwei lange Fahnenstangen mit Fahnen angebracht waren. Sieht sehr cool aus.


 Die beiden erzählen uns, dass sie bereits über 1 h auf uns warten. Oh jeh, das kommt davon, weil wir 1. so langsam fahren damit es mit der Polizei jaa keine Probleme gibt und 2. weil wir so viele Fotos und Videos machen und das einfach Zeit kostet... das ist uns dann wirklich unangenehm!

 

Wir fahren hinter den beiden her Richtung Akthubinsk. Auf dem Weg kam noch eine Motocrossmaschine aus einer der Seitenstraßen heran gefahren und schloss sich unserem Motorrad-Tross an. Ist ja lustig! :-)

Akthubinsk ist keine besonders schöne Stadt. Sehr heruntergekommene Ostblockbauten irgendwo im staubigen Nirgendwo im Grenzbereich zu Kasachstan. Wir fahren in eine Art Garagenpark, der auch ganz schön heruntergekommen ist und fragen uns schon, wo uns die Jungs denn da bloß hinführen ?? Schließlich halten wir in einer der unzähligen Reihen mit Garagen. OK. Und was sollen wir hier nun? Einige weitere Jungs warten bereits auf uns. Unter anderem Alexey und sein Bruder Alexey. Ja, richtig, hier heißen irgendwie alle Alexey! :-)


Einer der beiden Alexey-Brüder spricht relativ gut Englisch, so ist die Verständigung wenigstens kein Problem. Wir werden in das "Clubhaus“ der Biker gebeten. Dabei handelt es sich um 4 Garagen, die durch türartige Durchbrüche in den Trennmauern miteinander verbunden sind. In der ersten Garage steht ein Auto und eine Werkbank. Durch eine kleine „"Tür“ gelangt man in die zweite Garage, das eigentliche Clubhaus.

 

Noch sehen wir davon aber nichts, denn es gibt keinen Strom. Die Jungs erklären uns, dass es immer wieder Probleme mit dem Strom gibt und dieser erst so in ca. einer Viertelstunde kommt, bis dahin brennt eine kleine Lampe. Man erkennt gerade mal 2 Couchen, einen Tisch und eine Ecke voll mit Elektronikzeug vom Computer, über Laptop, Lautsprecher usw...… Langsam wird uns schon ein wenig unheimlich, wo sind wir denn da hingeraten?

 Da uns Alexey ja noch den Berg Bolschoje Bodgo sowie den Lake Baskuntschak zeigen will, überlegen die Jungs kurz, wie sie es am besten anstellen. Sollen sie uns mit dem Auto fahren. Sollen wir alle gemeinsam mit den Mopeds fahren? Nach kurzem hin und her beschließen wir, dass Alexey, er fährt eine Honda Africa Twin und Vladimir, der Indianer, die uns bereits mit den Motorrädern vor der Stadt in Empfang genommen haben, mit ihren Maschinen fahren ebenso wie wir beide. Nur unser Gepäck, mal abgesehen von den vollen Koffern, wird noch schnell abgeladen und in einer der Garagen verstaut. Die beiden Alexey-Brüder nehmen ihr Auto und begleiten uns, sie wollen es sich nämlich auf gar keinen Fall nehmen lassen uns bei unserem kleinen Ausflug zu begleiten. Helmut entschließt sich kurzerhand den beiden unseren Camcorder in die Hand zu drücken, damit sie die Filmaufnahmen übernehmen. Wie sich später herausstellt, ist Alexey (der englisch-sprechende) hier voll in seinem Element, er ist nämlich Radio-Nachrichtensprecher von Beruf. Was für ein Zufall! :-)

 

So geht es am frühen Abend ca. 50 km aus der Stadt heraus Richtung Osten, d.h. Richtung kasachische Grenze. Der Wind bläßt schon wieder richtig heftig von der Seite, so dass das Fahren ganz schön anstrengend ist. Kurz bevor wir zu einer kleinen Stadt kommen geht auf der rechten Seite eine kleine Offroad-Strecke weg.

Wir brettern ca. 10 km über eine teilweise recht sandige Schotterpiste. Für uns beide ist es das erste Mal, dass wir mit unseren, immer noch halb beladenen Maschinen, auf Sand fahren und unsere Vorderräder schwimmen ganz schön hin und her. Helle macht das natürlich sichtlich Spaß, Bea gibt trotz geringfügiger Schweißausbrüche ihr Bestes und kann das Tempo ganz gut mithalten. Ach ja, für alle die gut aufgepasst haben, ja, auch Vladimir mit seiner Shadow schenkt sich nichts und brettert, ganz schön auf und ab wippend, hinter uns her! Das ist ein geiler Anblick! :-D

 Nach einem kurzen Stück fahren wir vorbei an einem riesigen Loch in dem große Radlader weißes Zeug abbauen. Alexey erklärt uns, dass eine deutsche Firma hier in großem Stil Gips abbaut. Ist ja interessant.…

 

Nach etwa 8 km kommen wir an eine Schranke, die uns den weiteren Weg versperrt. In einem Bauwagen sitzen 2 zwielichtige Typen und spielen gerade Karten. Alexey (diesmal der mit der AT) steigt ab, geht zu dem beiden und nach einem kurzen Gespräch gibt er Ihnen etwas Geld. Dann öffnen die Typen die Schranke und wir können passieren. Später erfahren wir, dass das so eine Art Halb-Offizieller Grenzposten war und wir gerade die grüne Grenze nach Kasachstan passiert haben und für 4 Euro pro Person ist das wohl auch gar kein Problem! Oh jeh, wie gut, dass wir im Reiseführer gelesen haben, dass man so was ja nie machen soll, weil die Gefahr besteht verhaftet zu werden, wenn man diese grünen Grenzen passiert!

 

Nach weiteren ca. 2 km erreichen wir den Bolschoje Bodgo. Es ist wirklich beeindruckend hier. Rings um uns herum nur Steppe. Kein einziger Baum. Kein Strauch. Keine Häuser. Und dann auf einmal dieser „Berg“ in der Landschaft. Also Berg ist für uns Bayern natürlich nicht ganz das passende Wort, eher Hügel. Aber mit gut 100 m Höhe bei ansonsten Ebener Fläche bis zum Horizont ist auch dieser Hügel schon etwas Besonderes. Über gefühlte 100.000 Stufen führt eine kleine Eisentreppe das steilere Stück des Hügels hinauf, danach geht es noch ein paar hundert Meter einen etwas flacheren Pfad entlang bevor wir den Gipfel erreichen. Alexey (der mit der AT) erklärt uns, dass man in den Steinen hier überall fossile Muscheln und Schnecken finden kann und tatsächlich, ein paar flache Steine gewendet und wir finden tatsächlich welche mit Abdrücken von kleinen Muscheln! Auf einer Seite des Berges sieht man von oben rotes Gestein dass durch Erosion ganz runde Formen angenommen hat. Die Jungs erzählen uns, dass die Steine einer Legende nach rot von Blut sind. Denn angeblich hat sich hier ein junges Mädchen aus Liebeskummer den Berg hinab gestürzt und Ihr Blut hat die Hänge rot gefärbt.


 Oben am Gipfel angekommen haben wir eine phänomenale Aussicht. So weit das Auge reicht nur ebene Fläche. Auf der hinteren Seite sieht man nun auch den Salzsee, der direkt hinter dem Berg liegt. Weit am Horizont erkennt man, dass irgendwo gerade ein Gewitter herunter geht und den Himmel ganz orange färbt. Wow, was für eine tolle Stimmung! Wir hoffen nur, dass der Regen nicht bis zu uns kommt, denn dann wäre die 10 km lange Sandpiste die wir gekommen sind gar nicht mehr so lustig… Der Wind geht ganz schön hier oben und bläßt nicht nur unsere Haare ganz schön durcheinander sondern auch die vielen bunten Fahnen, die hier oben angebracht wurden. Dieser Anblick erinnert uns an Reportagen über Tibet, Indien und China wo diese Fahnen-Gebilde sehr oft anzutreffen sind.

 

Auch der Indianer Vladimir, der mit seinem ganzen Totenkopf-, Biker- und Indianer-Schmuck eigentlich ganz schön furchteinflößend aussieht, freut sich wie ein kleiner Schuljunge über den Ausblick und dass er mit seiner Honda die Offroad-Strecke gemeistert hat. Er springt umher, klatscht in die Hände und strahlt über´s ganze Gesicht! Einfach zum wegbrüllen der Typ! :-D


 Zurück im „Clubhaus“ bereiten die Jungs extra für uns Abendessen zu. Es gibt kleine Nudeln mit Fleischfüllung, die sind sehr typisch für Russland und wir haben sie bereits in Volgograd bei Iri gegessen. Dazu gibt es Weißbrot und… nein, keinen Vodka, zu unserer Verwunderung trinken auch die jungen Leute hier Tee statt Alkohol. Nur wir beide genehmigen uns ein Bierchen und der englisch sprechende Alexey trinkt als einziger Vodka. Dafür aber auch eine halbe Flasche alleine! :-)

 

Es kommen immer mehr Leute und schließlich sitzen über 10 Leute, einige der Jungs haben nun auch ihre Freundin mitgebracht, in der kleinen Garage und es wird gegessen und geredet. Wir fühlen uns eigentlich ganz wohl, obwohl es irgendwie auch komisch ist, da nun schon richtig viele fremder Menschen um uns herum sind…

Irgendwann, Vodka sei Dank, packt Alexey seine Gitarre aus und stimmt 2 russische Volkslieder an und plötzlich stimmen alle mit ein und singen zusammen die beiden Lieder. Es sind wirklich tolle, rhythmische Lieder und wir sind total begeistert! Was für ein Abend!

 

Da um 12 Uhr der Strom im Garagenpark abgedreht wird verstauen wir noch schnell unsere Motorräder in einer Garage 2 Straßen weiter und nehmen nur das Gepäck, dass wir für die Nacht brauchen, mit in das Auto von Alexeys Bruder der und zur Wohnung von Alexey (dem englisch sprechenden) fährt, wo wir die heutige Nacht verbringen werden.

Kurze Zeit später steigen wir an einem, für deutsche Verhältnisse richtig abgefuckten Hochhaus aus. Schon der Eingangsbereich riecht nach Katzenpisse und die Wände sind mit Graffitis vollgeschmiert. Aber o.k. uns hatte schon immer interessiert, wie die einfachen Leute in Russland wohnen und nun stehen wir in einem dieser typischen Ostblock-Style-Wohnblöcke. Wir sind gespannt, was uns in Alexeys Wohnung erwartet…

 

Alexeys Bruder verabschiedet sich noch von uns, denn er muss am nächsten Morgen arbeiten und kann uns nicht mehr sehen. Wir sind sehr gespannt, wie wir mit all unseren Sachen am nächsten Tag wieder zum Garagen-Park kommen sollen...aber gut, wir werden sehn! :-) Alexey wohnt im 6. Stock und was sollen wir sagen, der Aufzug funktioniert nicht! Oh nein! Laut Alexey hat er am Morgen noch ganz normal seine Arbeit verrichtet. Na super! Also schleppen wir unsere Tankrucksäcke und Gewand-Bags bis in den 6. Stock hoch. Als wir die Wohnung betreten, fällt uns zu aller erst eines auf, dass es auch hier sehr streng nach Katzenpipi riecht. Na super! Ein paar Sekunden später wissen wir auch, warum. Alexey besitzt eine Nackt-Katze, er erzählt uns, dass diese über 500 € gekostet hat, für Alexey´s Verhältnisse ein halbes Vermögen und sein ganzer Stolz ist.

 

Für uns ist es primär eine Geruchsbelästigung ersten Grades. Aber gut, hilft ja nicht. Auch der Rest der 1-Zimmer-Wohnung ist für deutsche Verhältnisse, oder zumindestens das, was wir bisher gewöhnt waren, sehr grattlig. Ein winziges Bad, dessen Holzverkleidung schon zu schimmeln beginnt, eine kleine Küche in der die Essensreste der letzten Tage schon zu leben beginnen und ein Wohn-Schlaf-Raum in dem ebenfalls ziemliches Chaos herrscht. Sogar der Balkon ist total zugemüllt mit irgendwelchem Dreck.

Aber gut, genau diese Erfahrung wollten wir machen. Alexey erzählt uns, dass seine Wohnung 130 € im Monat kostet und er als Radio-Moderator ca. 300 € im Monat verdient. Ihm langt das zum Leben und er ist glücklich.

 

Er bezieht extra für uns sein Bett neu und besteht darauf, dass wir darin schlafen und er mit Schlafsack auf dem Boden. Das ist uns zwar richtig unangenehm, da auch wir locker mit unseren Isomatten und Schlafsäcken auf dem Boden hätten schlafen können, aber er besteht darauf, denn wir sind seine Gäste. Den einzigen Luxus, den Alexeys Wohnung zu bieten hat, ist eine Klimaanlage, aber bei über 30 Grad Außentemperatur auch nachts braucht man sowas fast! Die Nackt-Katze ist auch ganz interessiert an uns und schwanzelt in einer Tour um uns herum. Gott, fühlt sich das komisch an, Katze ohne Haare... und sieht auch echt komisch aus! V.a. weil das Ding ein Männchen ist und das dank Haarmangel auch unschwer zu erkennen ist! *bäh*

 

Wir genehmigen uns noch schnell eine kalte Dusche. Das mit dem kalt im Übrigen nicht nur, weil es immer noch richtig warm ist, sondern auch, weil es in den Wohnblöcken in Aktubinsk im Sommer generell kein heißes Wasser gibt. Na gut, bei den Außentemperaturen wird heißes Wasser auch völlig überbewertet! ;-)

 

Dann fallen wir endlich totmüde in´s Bett…




Nach einer erholsamen Nacht und einer kleinen Sightseeing-Tour werden wir am nächsten Tag mit einem russischen Wolga zurück zu unseren Mopeds im Garagenpark gefahren. Alexey und seine Frau haben in der Zwischenzeit ihren 1 Jahr alten Sohn geholt. In Russland ist es noch immer üblich, relativ früh zu heiraten und Kinder zu bekommen. Alexeys Frau ist Anfang 20, Alexey Ende 20. Deshalb sind die beiden auch relativ überrascht, dass wir beide mit Ende 20 noch nicht verheiratet sind.


 Alexey (der englisch sprechende) erklärt uns, dass er gerade einen Bekannten in Astrachan, ebenfalls Biker versteht sich, angerufen hat, der uns behilflich sein wird ein günstiges Hotel zu finden und der uns die Stadt zeigen möchte. Wow, das ist ja klasse! :-)

 

Er gibt uns noch die Handy-Nummer von Konstantin und wir sollen einfach anrufen, wenn wir Astrachan erreicht haben!

Zur Verabschiedung sind noch einige weitere Jungs aus dem Bikerclub vorbei gekommen, es werden noch Fotos und ein kleines Video gemacht und 3 der Jungs begleiten uns sogar noch mit ihren Bikes und zeigen uns den Weg zur Tankstelle und danach aus der Stadt heraus. Wie nett!

 

Was uns besonders freut ist ein Satz, den wir zum Abschied gehört haben: "Akhtubinsk is open for you every time“ und die „"Hot Wheels Akhtubinsk“ würden sich sehr freuen, wenn wir sie irgendwann noch einmal besuchen würden. Wow, wir sind wirklich überwältigt von dieser Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit! Und wer weiß, vielleicht werden wir nach unserer Weltreise nochmal in Akhtubinsk vorbei schaun, wir würden uns auf jeden Fall auch freuen!


Als wir Astrachan erreichen, kontaktieren wir Konstantin, doch da wir keinen blassen Schimmer haben wo wir eigentlich stecken und Astrachan mit über 500.000 Einwohnern nicht gerade eine kleine Stadt ist, beschließen wir kurzerhand einen an uns vorbei fahrenden Moped-Fahrer anzuhalten. Wir drücken dem verdutz dreinblickenden jungen Asiaten unser Handy in die Hand und wählen Konstantins Nummer. Das ganze klappt dann auch wie gewünscht und der junge Mann erklärt Konstantin, wo er uns aufklauben muss. Netterweise wartet der junge Biker sogar, bis Konstantin ca. 20 min später mit seiner Yamaha Midnight Star auftaucht, um uns abzuholen. Wir sind begeistert!


Konstantin scheint ein echt lustiger Typ zu sein. Da er keinen Helm auf hat sondern nur eine verspiegelte Sonnenbrille, ist er erst mal beschäftigt, die ganzen Mücken, die während der Fahrt auf seinem Gesicht und in den Haaren eingeschlagen sind, zu entfernen. Aber das stört Ihn nicht weiter und er meint dazu nur: „They tried to kill me, but i killed them!“ :-D

 Konstantin, der auf uns eher wie ein amerikanischer Sunnyboy als ein typischer Russe wirkt, fährt voraus und zeigt uns den Weg in ein relativ günstiges Hotel. Auf dem Weg dorthin bekommen wir schon einen kleinen Einblick was Astrachan so zu bieten hat und wir sind wirklich begeistert. Astrachan liegt am Wolga-Delta und mit den vielen Prominaden und modernen Gebäuden wirkt die Stadt fast als wären wir irgendwo am Mittelmeer! Schööön! :-)

 

Danach machen wir uns kurz frisch und dann geht es auch schon los in Konstanins Volvo (einer dieser dicken SUV´s, ein schickes Teil und sicher nicht ganz billig) zusammen mit seinem kleinen Sohn und Andrejev, der separat fährt, an die Wolga-Promenade.


 Danach fahren wir noch in ein Cafe, dass auch Internet hat, denn wir wollen den nächsten Vormittag nutzen, um endlich unsere ersten Reiseberichte und Bilder auf unsere Homepage hochzuladen.

Dort genehmigen wir uns zusammen mit Andrejev noch ein Bierchen. Nein halt, eigentlich genehmigen nur wir beide uns ein Bierchen, Andrejev trinkt, wie sollte es auch anders sein hier in Russland: Tee. Er muss noch fahren und da hier in Russland ja 0 Promille gelten ist es für ihn ganz selbstverständlich keinen Alkohol zu trinken, wenn er noch Auto fahren muss.

Es ist ein sehr nettes und westliches Cafe und wir lassen den Abend sehr entspannt ausklingen während Andrejev uns noch ein bisschen von sich, seiner Familie und der Motorrad-Szene hier in Astrachan erzählt.

 Als er uns wieder zurück zum Hotel fährt, managet er sogar noch, dass uns am nächsten Mittag ein befreundeter Biker vom Internet-Cafe abholt und uns den Weg aus der Stadt und in Richtung kasachischer Grenze zeigt, da die Stadt recht groß und der Weg wohl nicht so einfach zu finden ist.....Super, was für ein Service! :-)

 

Zurück im Hotel machen wir noch kurz Brotzeit, denn im Cafe wollten wir uns aus Geldgründen eigentlich nichts zu essen leisten. Danach fallen wir hundemüde in´s Bett. Außerdem müssen wir am nächsten Tag ausgeruht sein, denn am nächsten Tag wartet das nächste große Abenteuer auf uns, es geht nach Kasachstan!!



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Kommentare: 1
  • #1

    Manu (Donnerstag, 09 März 2017 09:34)

    Hallo,
    die Garagen sehen doch gut aus...wie hier in Berlin.
    Wir wären froh, wenn wir noch unsere Garage hätten.
    Gruß Manu

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