Russland - Der Westen - Auf unbekanntem Terrain!

Wir kommen so gegen 16 Uhr an der ukrainisch-russischen Grenze an. Wir sind etwas nervös, da wir nicht wissen, wie alles laufen wird, aber mal schauen. An der ukrainischen Grenze überprüft man mal wieder recht akribisch die Fahrgestellnummern unserer Motorräder, aber das Spielchen kennen wir ja bereits…

 

Nun kommt der richtig spannende Teil, die russische Grenze. Zuerst müssen wir vor einer Schranke warten und bekommen von einem Grenzer einen Zettel, den wir ausfüllen müssen. Er ist Gott sei Dank auf Russisch und Englisch, so ist das kein Problem.

Nach einer kurzen Wartezeit öffnet der Grenzer die Schranke und wir dürfen in den Grenzbereich einfahren. An einem kleinen Häuschen zeigen wir unsere Pässe und die Fahrzeugscheine und entgegen aller Erwartungen haben wir binnen 5 Minuten einen Stempel in unseren Pässen, na das war ja einfach!Der Mann in dem Grenzerhäuschen spricht sogar ein paar Brocken Deutsch und so sagt er zum Abschied "Auf Wiedersehen“ wie nett! :-)

 

Dann geht es weiter zur nächsten Station, dem Zoll. Man deutet uns, dass wir unsere Motorräder an der Seite abstellen sollen und gibt uns zwei Formulare, die leider nur und wirklich nur auf Russisch sind! Wie sollen wir denn das jemals ausfüllen!?

 

Bea zückt ihr Russisch-Wörterbuch, doch es sind so viele Fragen, dass wir alt und grau sind, bis wir die alle übersetzt haben! So fragen wir die Grenzer, ob uns nicht jemand helfen kann. Einer der Grenzer spricht Gott sei Dank ein paar Brocken Englisch und erklärt uns kurz, wo wir Kreuzchen machen sollen und wo was rein geschrieben gehört. Wir verstehen zwar nur die Hälfte, hoffen aber, dass alles passt.

(Bea fragt sich allerdings zwischenzeitlich schon, ob wir nun wohl stolze Besitzer eines neuen Kühlschranks oder einer Mikrowelle sind? ;-)

 

Dann müssen wir mit dem Zettel für die Zolldeklaration in ein weiteres Häuschen in dem ein Mann sitzt, der die Angaben überprüft und in den Computer eingibt. Da wir beide auf unseren Formularen etwas durchgestrichen haben, müssen wir die Zettel noch einmal neu ausfüllen. Na toll. Also noch mal alles in sauberster Schrift ausgefüllt, nichts durchgestrichen, Datum und Unterschrift drauf und wieder rein ins Häuschen.

Der Beamte, ein älterer Russe, der sehr freundlich aber sehr gewissenhaft ist, freut sich nun über die richtig ausgefüllten Zettel, doch halt, Stopp, dass darf doch nicht wahr sein, wir haben uns mit dem Datum vertan! Heute ist der 01.07. und nicht der 30.06. der arme Mann bekommt fast einen Herzinfarkt, zumal er unsere Daten alle schon in seinen Computer eingegeben hat! Er überlegt lange hin und her, beschließt aber dann, dass es doch o.k ist, das Datum auszubessern und haut seinen Stempel unter das Zolldokument. Sind wir froh! :-)

 Dann fragt er uns noch nach unserem Reiseziel, wir nennen ihm Wolgograd, das genügt. Nach gut 2 Stunden haben wir also beide Genzposten erfogreich passiert. Nun brauchen wir nur noch eine russische KfZ-Versicherung für Helmuts Motorrad, da seine grüne Versichrungskarte Russland ärgerlicherweiser nicht abdeckt. In einem kleinen Wohnwagen direkt hinter der Grenze werden wir fündig und Helle schließt für stolze 33 € eine Versicherung für 15 Tage ab. Was für ein Wucherpeis!

 

Nachdem wir auch dieses Problem gelöst haben, dämmert es bereits und da wir schon mehrere Tage nicht mehr geduscht haben, beschließen wir, uns im nächsten Ort in Russland ein Hotelzimmer zu nehmen, doch das ist leichter gesagt als getan. Wir fahren durch die Stadt, die sogar relativ groß ist, doch wir können nirgends ein Hotel finden, so fragen wir an zwei Tankstellen nach, doch auch dort deutet man uns, dass es in diesem Ort keine Hotels gibt...na toll.

Wir sind schon relativ angespannt, da es mittlerweile dunkel ist, wir sind bereits den ganzen Tag auf den Beinen, total k.o. und kein Schlafplatz weit und breit. Hier in Russland ist auch wesentlich mehr Verkehr und es sind auch Nachts sehr viele Leute auf der Straße, so beschließen wir aus der Stadt raus zu fahren und wieder wild zu campen. Doch auch das ist nicht so einfach, wenn es schon dunkel ist, denn so sieht man kaum mehr, wo kleine Feldwege von der Straße abzweigen…

 

Irgendwann finden wir doch einen Weg der links von der Straße wegführt und wir biegen einfach ein. Es ist ein relativ erdig-schlammiger Weg, dem wir ca. 500 m folgen. Die eine Seite des Weges wird von Bäumen gesäumt, doch das Gebüsch ist so dicht, dass wir mit den Mopeds und dem Zelt keine Chance haben, uns irgendwo zwischen den Bäumen zu verstecken. Etwas später kommt dann ein tiefes Schlammloch, das wir nicht passieren können und so müssen wir umdrehen.

Wir überlegen hin und her, was wir tun sollen, da fällt uns auf, dass das Getreidefeld auf der anderen Seite des Weges an einer Stelle bereits abgemäht ist und so fahren wir ein gutes Stück in das Feld hinein und beschließen, unser Zelt einfach Mitten im Feld aufzustellen. Da wir mehrere hundert Meter weg vom Feldweg sind kann man uns von dort aus im Dunkeln auch nicht sehen. Wir haben zwar ein etwas mulmiges Gefühl, weil wir natürlich überhaupt keine Ahnung haben, wie unsere weitere Umgebung aussieht und wo wir unser Zelt tatsächlich aufstellen, doch wir hoffen, dass alles o.k. ist.

Das Abendessen muss leider ausfallen, da wir kein Licht mehr machen wollen, um nicht auf uns aufmerksam zu machen. So stellen wir auch unser Zelt im Dunkeln auf. Wir trinken noch ein Bier (das zweite Bier haben wir zum grossen Ärger von Helle verloren) und gehen dann mit etwas gemischten Gefühlen ins Bett. Die Motorräder werden sicherheitshalber mit Bremsscheibenschlössern mit integrierter Alarmfunktion gesichert und Bea nimmt ihr Pfefferspray mit ins Zelt. Man weiß ja nie. Wir sind allerdings so erschöpft von diesem anstrengenden und aufregenden Tag, so dass wir irgendwann einfach einschlafen.



Schon früh am Morgen als die ersten Sonnenstrahlen unser Zelt berühren, wachen wir auf. Es ist kurz vor 5 Uhr am Morgen und wir haben nur wenig geschlafen, doch es war o.k. und es gab keine ungebetenen Gäste in der Nacht. Als wir aus dem Zelt schauen sehen wir, dass wir mitten auf einem riesigen abgemähten Getreidefeld zelten, weit und breit kein Haus und niemand zu sehen. Sehr gut. :-)


Trotzdem beschließen wir flott zusammen zu packen und diesen Ort schnell zu verlassen, nicht dass doch noch der Bauer vorbei kommt und schimpft. Gott sei Dank scheint die Sonne und so dürfte der Feldweg, der uns wieder zurück auf die Straße bringt, ganz gut befahrbar sein.
Plötzlich entdeckt Helmut, dass die Strebe seines rechten Kofferträgers einen Riss hat. Na super, der Tag geht ja doch wieder so los, wie der letzte aufgehört hat... Helmut vermutet, dass die Belastung auf diesen Teil des Trägers zu hoch war, als sich in der Ukraine eine der Schrauben gelockert hat, die er bei Vlad in Odessa wieder fest gezogen hat. Zu diesem Zeitpunkt hatte er den Riss in der Strebe allerdings noch nicht bemerkt. Damit war das schnell weg vom Feld erst mal gegessen. Helmut musste erst mal die mittlere Trägerplatte und die Koffer abbauen und versuchte den Holm mit 2 Schraubenschlüsseln, Kabelbindern und Spanngurten zu fixieren, damit er nicht ganz durch bricht. Dann das Gepäck nicht mehr quer drauf gepackt sondern längs, damit die Kofferträger etwas entlastet werden.


 Wir hoffen wirklich, diese Behelfs-Konstruktion hält bis wir in Wolgograd sind, wo wir den dortigen Bikerclub treffen werden. Die Jungs haben sicher eine Möglichkeit den Träger zu schweißen!



Es ist sehr schwül, so dass wir die wasserdichten Inlets unserer Motorradkleidung raus bauen, da es auch nicht nach Regen aussieht und wir so weniger schwitzen, da Jacke und Hose viele Lüftungsmöglichkeiten besitzen. Doch weit gefehlt, schon nach gut 15 min fahren wir in einen Platzregen erster Klasse! Na super! So schnell wie es zu regnen anfängt können wir unsere Regenklamotten gar nicht drüber ziehen und so sind wir binnen weniger Minuten bis auf die Haut durchnässt! Wie gut, dass wir nur noch 200 km bis Wolgograd haben!! Wenigstens ist es trotz des Regen relativ warm und so frieren wir zumindest nicht und da der Regen nur kurz andauert, trocknen unsere Sachen während der Fahrt auch wieder einigermaßen.


Am späten Nachmittag erreichen wir dann endlich Wolgograd. Wir sind sehr froh nach den Erfahrungen der letzten Tage nun einen Ansprechpartner zu haben, der uns etwas hilft, die Stadt zeigt, usw.

TimetoRide @ Wolgograd

Vitali, so heißt der Typ, den wir über Horizonts Unlimited kennen gelernt haben, hat uns die GPS-Koordinaten von seinem Haus und vom Biker Club Ferrum gegeben. Leider bekommt es Helmut irgendwie nicht hin, die Koordinaten von Vitali´s Haus einzugeben, aber die vom Club funktionieren und so fahren wir durch die Millionen-Metropole Wolgograd und finden tatsächlich den Club Ferrum! :-)

Verschlossene Tore am Bikerclub Ferrum in Wolgograd

Leider ist niemand dort, so rufen wir Vitali an. Der hat natürlich bei seinem Haus auf uns gewartet und muss nun ca. 30 min von einem Vorort Wolgograds mitten in die Stadt fahren um uns abzuholen, oh je… :-/


Als wir dort so stehen und warten kommt ein älterer Russe vorbei und redet auf Russisch mit uns. Das typische Problem, er redet und redet, wir versehen nichts. Wir reden auf Deutsch und englisch. Er versteht nichts. Aber Hauptsache wir reden alle! :-)
Aber irgendwie kann man sich mit deuten und zeigen und den paar Vokabeln, die sich Bea aufgeschrieben hat und mit den wagen Erinnerungen an unseren Russischkurs doch verständigen und so können wir ihm erklären, dass wir nach Kasachstan und dann in die Mongolei fahren wollen! Er schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, als er von unserem Plan erfährt und wünscht uns viel Glück, dann geht er weiter.


Etwa 10 min später kommt er zurück, er war wohl beim Einkaufen und schenkt Bea eine Tafel Nestle Schokolade, für Helle hätte er Bier dabei, doch das können wir leider nicht annehmen, da in Russland die Grenze bei 0 Promille liegt und wir keinen Alkohol trinken dürfen, wenn wir noch fahren müssen. Wir bedanken uns recht herzlich bei ihm und machen noch Fotos zusammen. Er freut sich sehr und so verabschieden wir uns ein zweites Mal.


Dann kommen plötzlich Vitali auf seiner Honda X 1100 und Dimitri auf seiner Honda Africa Twin angefahren.
Nach einer kurzen Begrüßung fragen uns die beiden Biker, ob wir heute Abend lieber Party machen oder relaxen wollen, als wir auf unsere stinkenden T-Shirts deuten ist aber schnell klar, dass Party heute eher nicht so unser Ding ist und so fahren wir mit über 100 Sachen kreuz und quer durch Wolgograd (wo eigentlich nur 60 km/h erlaubt sind) auf dem Weg zu Dimitris Haus.


Nach etwa 30 min kommen wir in einen unscheinbaren Vorort von Wolgograd an, die Häuser hier wirken von außen nicht gerade einladend. Wir parken unsere Motorräder in einer Garage. Das Haus können wir noch nicht sehen, da es von einem hohen Holzzaun umgeben ist. Doch was uns drinnen erwartet übersteigt wirklich all unsere Erwartungen. Wir kommen in einen wunderschönen Bungalow mit großzügigen Räumen, alles ist neu gestaltet und sieht sehr westlich aus. Durch die Küche geht es auf eine riesige überdachte Veranda wo sogar eine Sauna und ein kleiner Swimmingpool Platz finden.


Außerdem gibt es einen hübschen Garten mit Blumen und Himbeerstauden. Wow, wir sind mehr als beeindruckt! Im Garten fegen die 2 Kids des Hauses sowie ein erst 2 Monate alter echt knuffiger Hund namens Blacky und eine Katze umher. Was für ein buntes Treiben. Dimitri spricht nur ein paar Brocken Englisch, Vitali dagegen sogar sehr gut. Ganz zu unserer Freude begrüßt uns auch Dimitris Frau in fließendem Englisch, juhu, wir werden wieder verstanden! :-)

 

Vitali erzählt uns, dass seine Frau im Krankenhaus ist, da sie vor 3 Tagen ein Kind bekommen hat und er nun stolzer Vater eines Mädchens ist. Nach einer Dusche sitzen wir alle zusammen auf der Terrasse, die beiden Jungs (Igor und Pitr) der Familie sausen um uns herum, sie sind ganz aufgeregt, dass Besuch da ist!

Russische Gastfreundschaft in Wolgograd

Irgendwie haben die beiden einen Narren an Bea gefressen, da sie aber zu schüchtern sind, muss Mama Irina fragen, ob Bea mit ihnen eine Runde Karten spielt oder sonst was mit ihnen unternehmen will. Wie süß! Igor schreibt sogar ein paar Zeilen in Englisch auf einen kleinen Notizblock, den er Bea schenkt! :-)
Es hat sich scheinbar herum gesprochen, dass Besuch aus Deutschland da ist, denn keine Stunde nachdem wir angekommen sind, kommt schon Dimi´s Oma samt Nichte zu Besuch und will uns natürlich auch gleich kennenlernen. Ira erzählt, dass die Oma in ihrer Schulzeit Deutsch gelernt hat, sich aber leider nicht mehr erinnern kann....trotzdem total nett, da sich die alte Dame sehr freut uns kennen gelernt zu haben! :-)


Zu unserer Freude trinken Vitali, Dimitri und Irina eigentlich keinen Vodka sondern viel lieber Bier, dass trifft sich aber gut! :-)
Allerdings gibt es das Bier in Plastikflaschen ohne Etikett, so überlegen wir schon, ob das wohl so selbst gebrautes Zeug ist von dem man blind wird… ;-) aber weit gefehlt, Vitali erklärt uns, dass man in Russland frisches Bier vom Fass kaufen kann und die Gefäße, in die das
Bier abgefüllt wird, einfach selbst mitbringen kann. Das ist ja praktisch!


Später am Abend kommen dann noch Alexey und Andrejev vorbei. Alexey ist ein Freund der Familie aus Aktubinsk, südöstlich von Volgograd und fährt ebenfalls eine Honda AT. Er hatte Andrejev, der eine uralte Yamaha TT 250 fährt und gerade auf dem Heimweg nach Jekaterinenburg war, mitten in Volgograd aufgegabelt. Leider waren bei Andrejev´s Bike die Gabelsimmeringe undicht und so hat sich Alexey erbarmt und Andrejev einfach kurzerhand „eingepackt“ und mit zu Dimi gebracht. Das nennt man mal Biker-Solidarität!

 

Zu späterer Stunde verziehen wir uns auf die riesigen Wohnzimmercouch, die für die nächsten 2 Nächte unser Bett ist.

Couchsurfing in Russland


 Am nächsten Morgen begutachten wir das Bike, dass nicht nur eine leichte „Undichtigkeit“ hat, auf dem Sitz sind mit Expandern 2 leere Wasserflaschen befestigt. Was es damit wohl auf sich hat? Wir fragen Andrejev einfach und er erklärt uns, dass unter den Wasserflaschen eigentlich ein Sitzkissen aus Luft ist, damit er während der Fahrt nicht so viel Hintern-Schmerzen bekommt, leider ist ein Loch in dem Kissen und so hat er versucht, sich mit 2 leeren Wasserflaschen zu behelfen! Wie geil ist das denn!?


Eigentlich wollten Vitali und Andrejev gegen 9 Uhr morgens vorbei kommen und helfen, Helles Heckträger zu schweißen, doch mittlerweile ist es fast 11 Uhr und von den beiden ist noch immer keine Spur, wo die wohl stecken…?


In der Zwischenzeit ist aber zumindestens Dimitri von der Arbeit zurück und bringt zu Helles Freude ein paar Elektroden mit, mit denen man Edelstahl schweißen kann. Kurz darauf kommt dann auch noch ein Arbeitskollege von Dimi vorbei, der die Schweißarbeiten übernimmt, da Helle mit Elektroden-Schweißen nicht so viel Übung hat, in Deutschland ist das einfach nicht mehr so üblich.…
Und wenn die 3 Männer grad schon am Schweißen sind, dann bauen sie auch gleich noch eine extra Verstrebung ein, damit der Kofferträger in Zukunft etwas besser hält, denn noch mal brauchen wir so ein durchgebrochenes Trägerrohr eigentlich nicht.


Nach dem Mittagessen, es gibt Buchweizen, mal wieder mit der Lieblings-Zutat der Russen, Sauerrahm (auch sehr lecker), wird Andrejevs undichte Gabel noch ausgebaut und dann starten Helle und Vitali mit den Mopeds los Richtung Innenstadt.


 Erster Punkt unserer Sightseeing-Tour ist die Motherland-Statue. Das ist eine riesige Frauenstatue mit einem Schwert
(85 m hoch) in der erhobenen Hand.


Zu ihren Füßen führt eine sehr lange Treppe einen Hügel hinauf, vorbei an zwei Brunnen sowie einer riesigen Gedenkstätte für die gefallenen russischen Soldaten im 2. Weltkrieg, in der ein ewiges Feuer brennt, melancholische Musik läuft und zwei arme Soldaten bei einer Schweine-Hitze den ganzen Tag Spalier stehen müssen.


 Eine der Treppen ist gesäumt von Betonwänden, die Soldatenbildern zeigt und im Hintergrund laufen alte Russische Volkslieder die mit Gewehrschüssen hinterlegt werden. Sehr merkwürdig für uns Deutsche, wo doch in Deutschland ganz anders mit dem Thema 2. Weltkrieg umgegangen wird.

Denkmal zu Ehren der gefallenen Soldaten in Wolgograd - Motherland Statue

Was wir äußerst erstaunlich finden ist auch, dass die Russinnen selbst bei den 100.000 Stufen, die zur Motherland-Statue hinauf führen, noch ihre Mega-High-Heels tragen...Wahnsinn!


Zweites Ziel des Tages unserer Sightseeing-Tour ist ein Soldatenfriedhof am Flüsschen Rossoschka, der vom deutschen Kriegsgräberbund ins Leben gerufen wurde und ca. 40 km außerhalb Wolgograds liegt. So düsen wir am frühen Abend mit über 100 km/h durch Wolgograd (wie gut, dass hier überall 60 km/h erlaubt sind… *g*) aber wir sind ja mit Einheimischen unterwegs, die werden wie gesagt schon wissen, was hier ok ist... :-)


Der Soldatenfriedhof ist wirklich sehr interessant und die Inschriften geben uns wirklich zu denken. Hier sind über 50.000 russische sowie deutsche Soldaten beerdigt, die hier im 2. Weltkrieg bei der Schlacht um Wolgograd gefallen sind. Wahnsinn, 50.000 Menschen in einer Schlacht, das ist wirklich unglaublich. Ihnen zu Ehren sind Marmorblöcke mit allen Namen sowie viele Helme und andere Utensilien der damaligen Zeit ausgestellt.


Nach etwa einer Stunde und leicht bedrückt brechen wir auf nach Hause. Doch die trübe Stimmung hält nicht lange an, denn Dimi und Helle beschließen den Weg nach Hause auf Offroad-Strecken anzutreten. Vitali mit seiner Sportmaschine und Andrejev als Sozius sowie Bea, die lieber solange es noch geht, die normale Straßen nimmt, fahren derweilen zum Motorrad-Shop, um Andrejevs reparierte Gabel abzuholen.


Da uns Dimi und seine Familie sehr sympathisch sind und wir uns gerne für die tolle Zeit revangieren wollen, schenkt Ihnen Helle kurzerhand seine Angel, die er Zuhause in Deutschland von Freund Olli geschenkt bekommen hat. Wir hoffen, dass Olli Helle dafür nicht allzu böse ist, aber die Angel ist bei Dimi sicherlich in guten Händen! Zu späterer Stunde kommt dann noch der Nachbar von Dimi und Iri vorbei. Er ist schon etwas angetrunken und will uns die ganze Zeit in sein "Bassin“ einladen, auf das er scheinbar mächtig stolz ist. Zwischenzeitlich ruft seine Frau mal an und beschwert sich wo er bleibt, aber das stört ihn nicht. Irgendwann lassen sich die Männer dann tatsächlich breit schlagen und schlüpfen in ihre Badeshorts. Wie sich später herausstellt, handelt es sich bei dem angepriesenen "Bassin“ um ein aufblasbares Planschbecken. Wie geil ist das denn… :-)

 



 Seite: 1 - 2

zurück

Vorheriger Bericht..                                                                                                                                                                                                                    

Infos am Rande
[x]

Dokumente für die Einreise:

Reisepass - Fahrzeugschein - Geschäftsvisum für mehrmalige
 Ein- Ausreise (vorab in Deutschland über eine Visa-Agentur besorgt)

Route:
Taganrog - Rostov - Morosovsk - Wolgograd - Akhtubinsk - Astrachan

Gefahrene Kilometer von Burghausen: 4.600 Km

Spritpreis: 0,60 € (92 Oktan)

Währung: Rubel

Ortszeit: + 2 Stunden

Transport: -

Probleme mit den Motorrädern:
 - Kofferträger bei Helle wegen loser Schraube gebrochen
- Lenkkopflager Bea nachjustiert
- Zündeinheit Bea gewechselt


Anmelden und nie wieder ein Abenteuer verpassen!

Mehr von uns auf Facebook



SUPPORTED BY