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Sibirien 4

Als erstes fahren wir zu DEM Motorradtreffpunkt der Stadt. Es handelt sich um einen Parkplatz der etwas oberhalb der Stadt auf einem der Hügel gelegen ist und von dem aus man eine super Sicht über die Golden Horn Bay hat. Es wimmelt hier nur so von anderen Bikern und auch Leuten in getunten Autos und wir erspähen die eine oder andere russische Kuriosität! :-)Außerdem haben wir von hier oben eine phantastische Aussicht über Vladivostok und die Golden Horn Bay, die in der untergehenden Sonne ein ganz besonderes Flair ausstrahlen.Heute müssen wir mal wieder fleißig sein. Helle hat noch so einiges an unseren Bikes zu tun und auch Bea ist bezüglich der Vorbereitungen unserer Motorradverschiffung mehr als eingespannt.Trotz unseren Aufgaben fühlt sich vor allem Helle wie im Paradies, da es auf dem Gelände der Iron Angels nur so von „Männerspielzeug“ in Form von unterschiedlichsten Motorrädern, Quads und schicken Autos wimmelt! :-)Außerdem kennt er inzwischen nahezu alle Mitarbeiter, die auf dem großen Gelände arbeiten, wird von ihnen besucht, da alle recht interessiert daran sind, was er da so an unseren Bikes rumbastelt oder schaut wieder bei einem der Jungs vorbei, weil er sich ein Werkzeug ausleiht. Natürlich wird er bei diesen Gelegenheiten immer auch gleich auf eine Tasse Kaffee oder ein Bier eingeladen. Jaaa, das gefällt ihm, dem Helle! :-)Den Abend verbringen wir heute zusammen mit unserem turkmenischen Nachtwächter. Er erzählt uns, dass er vor einigen Jahren aus Turkmenistan nach Russland gekommen ist um hier zu arbeiten. Nun wohnt er zusammen mit seinen drei Deutschen Schäferhunden in einer kleinen Baracke hier auf dem Gelände und arbeitet als Nachtwächter.Er erklärt uns, dass seine Hunde jeden, der nachts versucht unerlaubt auf das Gelände zu gelangen, beißen würden. Solange wir aber nur von unserem Clubhaus-Raum zu den Plumpsklos, die sich auf der anderen Seite des Hofes befinden, gehen, soll es aber kein Problem sein. Na das ist ja beruhigend…Da versuchen wir lieber die Hunde mit Leckerlies in Form von Keksen und Wurst positiv zu stimmen! :-)Da wir einen 20 Fuß Container für die Verschiffung unsere Motorräder mieten mussten, hatten wir die letzten Wochen versucht in den einschlägigen Motorradforen andere Motorradreisende zu finden, die Interesse daran haben, sich den Container mit uns zu teilen und tatsächlich, wir waren erfolgreich!Heute kommen Thomas und Andrea, ein deutsches Pärchen, mit dem Zug in Vladivostok an. Die beiden sind mit einer Transalp und einem Roller unterwegs und wollen nun auch nach Asien verschiffen.Da Ihre Motorräder erst am folgenden Tag mit der Transsibirischen Eisenbahn aus Irkutsk ankommen, treffen wir uns erst mal so mit den beiden am Bahnhof von Vladivostok.Wir beschließen zu dem deutschen Lokal zu fahren, in dem wir vor einigen Tagen mit Igor waren und das nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt liegt.Als wir dort ankommen, trauen wir unseren Augen nicht, denn wir entdecken Rudi an einem der Tische, der gerade genüsslich ein Bier schlürft.Als er uns erzählt, warum er hier im Lokal sitzt, können wir uns vor Lachen fast nicht mehr halten. Er hatte nämlich Igor gefragt, ob dieser nicht ein günstigeres Hotel hier in Vladivostok wüsste, da das Hotel, in dem Rudi bisher gewohnt hatte mit über 2.500 Rubel pro Nacht, also umgerechnet gut 60 Euro, doch recht teuer ist. Naja und was soll man sagen, Igor hatte ihm nicht nur ein günstigeres Hotel verschafft, Rudi wohnt jetzt sogar ganz umsonst, und zwar in der katholischen Kirche Vladivostok!!! Kein Scherz! Igor hatte Rudi einfach eingepackt und dorthin gefahren und dem Pfarrer erklärt, er hätte hier einen Bruder aus Deutschland der Obdach sucht und nun, ja was soll man sagen, wohnt unser „Pater Rudi“ eben in der katholischen Kirche! :-) Allerdings musste er heute Vormittag sein Zimmer räumen, da sonntags immer die Anonymen Alkoholiker ein Gruppentreffen in den Räumlichkeiten der Kirche abhalten und deshalb sein Zimmer für ein paar Stunden gebraucht wurde! Wir können uns vor Lachen kaum mehr halten! :-)Außerdem trudelt spät am Abend noch Jannick, ein Motorradfahrer aus der Schweiz, im Clubhaus der Iron Angels ein. Auch mit Ihm hatten wir die letzten Wochen Emailkontakt, da auch er sein Motorrad zusammen mit uns nach Bangkok verschiffen wird. Durch ein kleines Missverständnis war er zu den Iron Tigers, dem größten und bekanntesten Biker Club Vladivostoks gefahren, da er dachte, dass wir dort untergekommen sind. Als er allerdings feststellte, dass wir nicht dort sondern bei den Iron Angels sind war Pirate, der Chef der Iron Tiger, so nett, ihn zu uns zu bringen.Heute ist es nun soweit, Thomas, Andrea, Jannick und wir müssen zusammen mit unserem Shipping-Agent Juri sowie seiner Assistentin Sveta zum russischen Zoll um die letzten Formalitäten für die Ausfuhr und Verschiffung unserer Bikes zu regeln.Dank der guten Betreuung durch die beiden läuft alles ohne Probleme ab und wir müssen eigentlich nichts weiter tun als warten.Ein Mitarbeiter der Reederei begleitete uns und verzurrte die Motorräder relativ fachmännisch im Container, so dass wir auf das Verpacken der Motorräder in Holzkisten verzichten können.Und so gehen am Abend des 06. September die Türen unseres Containers zu und wir sind mindestens für die nächsten 3 bis 4 Wochen ohne Motorräder. Nein, das gefällt uns jetzt schon nicht! :-/Igor war so nett, uns zu begleiten und uns nun, da wir auf fremde Transportmittel angewiesen sind, zurück zum Bikerclub zu fahren.Leider sind nicht alle Mitglieder da und so schreiben wir wenigstens eine nette Widmung in das Gästebuch der Iron Angels in der wir uns recht herzlich für die tolle Unterstützung, die Gastfreundschaft und die tolle Zeit in ihrem Clubhaus bedanken!Außerdem erhalten wir als Abschiedsgeschenk von den Iron Angels einen Bildband über Vladivostok geschenkt, in dem sie uns eine Widmung hinterlassen haben. Wir sind wirklich sprachlos über dieses Geschenk und können nur noch einmal wiederholen: DANKESCHÖN IRON ANELS VLADIVOSTOK! :-)An unserem letzten Morgen in Russland holt uns Igor früh am Morgen vom Clubhaus der Iron Angels ab, um uns zum Flughafen zu bringen.Außerdem nutzen wir die Gelegenheit, um Igor ein kleines Abschiedsgeschenk zu überreichen. Er hatte uns die letzten 8 Tage die ganze Stadt gezeigt, uns bei all unseren kleineren und größeren Fragen und Problemen unterstützt und ohne seine Hilfe wäre vieles sicherlich nicht so einfach und reibungslos gelaufen, wie es der Fall war!Wir haben ein wenig Geld zusammen gelegt und ihm seine Lieblingspralinen („Birds Milk“ versteht sich) und eine Großpackung Algenchips, die er so liebt, gekauft und hoffen, ihm damit eine kleine Freude bereiten zu können. An dieser Stelle auch an Igor noch einmal: VIELEN, VIELEN DANK!Doch dann heißt es endgültig Abschied nehmen von Igor, von den Iron Angels, von Vladivostok, von Russland und von unserem „Abenteuer Osteuropa“.Am Mittwoch den 07. September fährt uns Igor zum Internationalen Terminal des Flughafen Vladivostok wo wir am Mittag eine Maschine der Vladivostok Air besteigen, die uns in ein paar Stunden in eine ganz andere Welt bringen wird.Es sei noch erwähnt, dass Igor im Abflugterminal so lange gewartet hatte, bis wir durch den Zoll und die Passkontrolle waren, damit er uns bei eventuellen Problemen noch hätte helfen können. Vielleicht wollte er aber auch nur auf Nummer sicher gehen, dass er die zwei verrückten Deutschen Motorradfahrer nun endgültig los ist! ;-)Aber nun, auf nach Baaaannnnggggkkkkoookkkk!

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