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5 Wo. ohne Mo

So, nun sitzen wir also in einem kleinen Flugzeug der Vladivostok Air. Ja, die haben tatsächlich eine eigene Fluglinie! :-)Dafür macht das Flugzeug schon seit dem Start ganz komische Geräusche. Wir hoffen, dass das Ding besser gewartet ist als die russischen Autos und LKWs die uns in den letzten Monaten auf den russischen Straßen untergekommen sind und dass es den Flug nach Seoul in Südkorea, wo wir umsteigen müssen, ohne Zwischenfälle schaffen wird! :-)Nach genau 4 Stunden landen wir auf dem Incheon Flughafen westlich von Seoul. Zu unserer Freude hat die russische Maschine ohne Probleme durchgehalten! :-)Da wir in Seoul gut 6 Stunden Aufenthalt haben, bevor es mit einer Asiana Airlines Maschine weiter nach Bangkok geht, suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen, am besten mit Internet, wo wir die nächsten Stunden überbrücken können.Doch zunächst einmal tauchen wir ein in eine völlig neue Welt, denn der Flughafen von Seoul ist riesig, mit mehr als 33 Millionen Passagieren pro Jahr gehört er zu den größten Flughäfen der Welt. Alles ist neu, alles glänzt, das Flughafenpersonal hier spricht Englisch, wir finden einen Bereich mit kostenlosem WiFi, es gibt kostenloses Trinkwasser und es gibt westliche Toiletten und Klopapier! Wir sind im Paradies! :-)Die Ausreise aus Russland war ja kein Problem, doch wir hatten gelesen, dass man bei der Abholung der Flugtickets für Thailand eigentlich ein Weiter- bzw. Rückflugticket nachweisen muss, wenn man ohne Visum einreisen möchte. Das haben wir natürlich nicht, denn wir wollen uns erst bei der Einreise am Flughafen von Bangkok ein kostenloses 30-Tage „Visa on Arrival“ besorgen.Da wir in Seoul am Schalter der Asiana Airlines unsere Weiterflugtickets abholen müssen hoffen wir, dass es hier genauso problemlos läuft wie in Russland, doch die nette Dame am Schalter fragt uns sofort nach besagtem Weiter- bzw. Rückflugticket. Scheiße! Also erklären wir ihr lang und breit, dass wir eine Motorradweltreise machen und mit unseren Motorrädern auf dem Landweg aus Thailand ausreisen werden und es für uns somit unmöglich ist, ein Weiter- bzw. Rückflugticket vorzuweisen.Es dauert eine ganze Weile, bis wir die Dame überzeugen können, uns unsere Flugtickets zu geben und sie weist uns auch ganz deutlich darauf hin, dass, falls wir am Flughafen von Bangkok Probleme mit den Behörden bekommen, uns die Fluggesellschaft nicht helfen kann. Na das sind ja Aussichten… :-/ Aber immerhin halten wir nun unsere Weiterflugtickets in Händen und können zumindest schon mal die Maschine nach Bangkok nehmen.Es ist 23 Uhr Ortszeit, als wir am Suvarnabhumi Airport in Bangkok landen. Wir sind, wenn man die Zeitverschiebung mit einrechnet, bereits seit gut 20 Stunden auf den Beinen und schon langsam echt im Arsch.Nachdem wir (ohne Probleme wohlgemerkt!) unsere kostenlosen „Visa on Arrival“ bekommen haben versuchen wir in mehreren der unzähligen Wechselstuben hier im Flughafen unsere restlichen russischen Rubel in Thailändische Baht zu tauschen. Leider wissen die wenigsten Wechselstuben überhaupt, was wir da für eine Währung in den Händen halten, umtauschen will uns das fremdartige Geld natürlich auch keiner. Na super… :-/Die restliche Zeit verbringen wir damit, an unserer Homepage zu arbeiten, Emails zu beantworten, Wäsche zu waschen und, und, und… nur Moped-Schrauben, das fällt, ganz zu Helles Leidwesen, für die nächsten Wochen aus! :-)Außerdem machen wir einen obligatorischen Pflichtbesuch auf der für Touristen so bekannten Khaosan-Road. Wir lauschen einem recht begabten thailändischen Straßenmusiker, der ganz zu unserer Freude einige richtig gute 80er Jahre Rock-Klassiker zum Besten gibt……und Helle probiert tatsächlich eine lecker-knusprige Auswahl an Heuschrecken, Maden und Käfern! *bäääähhhhh*Bea kann gar nicht hinschauen, aber laut Helle schmecken die Teile fast wie Kartoffelchips. Na dann Mahlzeit! :-)Gestern Abend sind Helles Eltern in Bangkok angekommen. Da ihre Maschine sehr spät gelandet war, haben sie die letzte Nacht in einem Hotel in Flughafennähe verbracht. Heute Vormittag wollen wir nun alle zusammen vom Flughafen aus mit dem Bus auf die Insel Koh Chang fahren, wo wir die nächsten 12 Tage verbringen werden. Da Helle am 26. September seinen 30ten Geburtstag feiert hatten es sich seine Eltern nicht nehmen lassen, ihren Urlaub dieses Jahr so zu legen, dass sie uns zu diesem besonderen Anlass besuchen können!Da wir dieses Mal nicht wieder 500 Baht für ein Taxi bezahlen wollen, fahren wir mit dem öffentlichen Bus (der mehr einer fahrenden Ölsardienenbüchse gleicht, so eng ist es in dem Teil) zum Victory Monument, von dort aus mit dem Sky Train eine weitere Station und dann nochmal gut 30 Minuten mit dem Airport Train bis zum Flughafen. Nach über 2 Stunden Fahrt und 3 Mal umsteigen mitsamt unserer beiden großen Motorrad-Bags sind wir endlich am Ziel. (Hatten wir eigentlich schon erwähnt, dass uns als Backpacker reisen bereits jetzt schon keinen Spaß mehr macht?)Am Flughafen schnappen wir uns dann erst mal ein Wägelchen, damit wir unsere scheiß schweren Bags nicht mehr schleppen müssen!Doch kaum haben wir dieses Problem gelöst, taucht schon das nächste auf: wo zum Geier ist die richtige Bushaltestelle!?Also erst mal zu den netten Damen von der Information und gefragt, wo der Bus nach Koh Chang abfährt. Die uns dann auch gleich den Weg und die richtige Ebene erklärt und wir dort hin. Super, alles kein Problem (denken wir)!Da der Bus um halb 10 Uhr abfährt hatten wir mit Helles Eltern ausgemacht, uns um halb 9 Uhr an der Bushaltestelle zu treffen. Mittlerweile ist es allerdings schon nach 9 und von Helles Eltern weit und breit keine Spur… komisch…Irgendwann kommt uns das ganz dann doch spanisch vor und so rufen wir die beiden an, wo sie denn bleiben. Antwort: sie stehen schon lange an der Bushaltestelle und wo wir denn seien? O.k. damit steht eines fest, wir stehen definitiv nicht an der selben Bushaltestelle. Na super!Wer den Suvarnabhumi Airport kennt, der weiß, dass der Flughafen und das umliegende Gelände nicht gerade klein sind und da Helles Eltern auch keine Ahnung haben, wo genau sie stehen – der Taxifahrer ihres Hotels hatte sie am Morgen direkt zu der Bushaltestelle gefahren – wissen wir nun überhaupt nicht, wer von uns richtig steht bzw. wo die anderen zu finden sind! *ahahaha*Also wir nochmal rein zur Information und nach weiteren Bushaltestellen gefragt. Antwort: nach Koh Chang gibt es nur die eine wo wir bereits waren. Okay… wo zum Geier sind Helles Eltern denn dann!?Irgendwann, es ist mittlerweile schon halb 10 Uhr, rufen sie uns noch einmal an. Der Bus ist nun da und abfahrtsbereit. Okay… das ist jetzt echt schlecht… Wenn wir diese scheiß Bushaltestelle nicht die nächsten Minuten finden, dann fährt zumindest dieser Bus ohne uns nach Koh Chang!Unsere letzte Möglichkeit: einem der Taxifahrer am Flughafen unser Handy in die Hand gedrückt, dem Busfahrer das Handy von Helles Eltern in die Hand gedrückt und dann die beiden irgendwie herausfinden lassen, wo zum Geier wir eigentlich hin müssen!Das Ende vom Lied: es gibt wohl doch noch eine zweite Bushaltestelle für Busse nach Koh Chang, diese befindet sich aber nicht direkt am Flughafen sondern in einem Busterminal ungefähr 5 km VOR dem Flughafen zu dem uns der überaus „nette“ Taxifahrer dann auch für unglaublich „günstige“ 100 Baht (*ahaha* was für eine Abzocke!!) fährt. Ohne das Taxi hätten wir aber nie und nimmer dort hin gefunden bzw. wären auch nicht mehr rechtzeitig dort angekommen… (haben wir eigentlich schon erwähnt, dass wir unsere Motorräder vermissen?)Aber egal, jetzt sind wir wenigstens richtig und Helles Eltern freuen sich sehr, uns nach gut 3 Monaten wieder zu sehen!Die Bungalow-Anlage auf der Insel Koh Chang, die sich Helles Eltern für unseren gemeinsamen Aufenthalt ausgesucht haben, ist wirklich klasse. Es gibt leckeres Thai-Essen aber auch deutsche Köstlichkeiten, da Paul, der Koch des Hauses, ein Deutscher ist. Außerdem verfügt die Anlage über einen Pool und eine (Bier-)Bar, an der sogar echtes Erdinger Weißbier ausgeschenkt wird und wir haben einen eigenen Bungalow mit Meerblick nur für uns! *schööööön* :-)Einziger Nachteil: all dieser „Luxus“ hat auch seinen Preis. Allerdings hatten sich unsere Eltern vorab abgesprochen, denn Helle bekommt den Aufenthalt zum Geburtstag geschenkt und für Bea ist es quasi ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk ihrer Eltern. Auf diesem Wege noch einmal vielen, vielen Dank an unsere Eltern dass ihr uns die tolle Zeit auf Koh Chang ermöglicht habt! :-)Und so verbringen wir 12 entspannte Tage auf Koh Chang. Schlemmen jeden Morgen leckeres Frühstück in Paul´s Restaurant, liegen faul am Pool herum, gehen etwas Bummeln und genießen herrliche Sonnenuntergänge mit Blick aufs Meer.Heute ist ein ganz besonderer Tag. Helle wird heute alt. ;-)Zur Feier des Tages gibt es erst mal ein kleines Geschenk von der Bea. Was es außer dem lustigen kleinen Kuchen gab, wird allerdings nicht verraten! :-)Als nächster Punkt steht dann echt bayerisches Weißwurstfrühstück auf dem Programm. Außerdem haben Helles Eltern einige Geschenke und Glückwunschkarten von Freunden und Verwandten aus Deutschland mitgebracht, was Helle sichtlich freut! :-)Die wirkliche Geburtstags-Überraschung wartet allerdings noch auf Helle. Denn seine Eltern haben ein Elefanten-Trekking für uns gebucht!Beim Anblick der riesigen Dickhäuter waren wir uns kurzzeitig nicht mehr ganz sicher, ob das so eine gute Idee ist, aber dann hat es doch richtig Spaß gemacht. Vor allem konnten wir sogar mit den Elefanten in einem Fluss schwimmen gehen und die Tiere so hautnah erleben. Einfach klasse!Es ist wirklich unglaublich, wie schnell doch 12 Tage vergehen können. So heißt es nach dieser tollen Zeit auf Koh Chang erneut Abschied nehmen von Helle´s Eltern, die von Bangkok aus wieder nach Hause fliegen. Wir hoffen, ihnen hat die Zeit genauso gut gefallen wie uns und wer weiß, vielleicht kommen sie uns zu Helle´s nächstem Geburtstag ja auch wieder besuchen…Zurück in Bangkok nutzen wir die Wartezeit auf die Motorräder, um weiter an unserer Homepage zu basteln, Emails zu beantworten und natürlich den einen oder anderen Ausflug in die Innenstadt von Bangkok zu machen.Die 12 Millionen Metropole hat so viel zu bieten, da wird einem garantiert so schnell nicht langweilig!Es wurde uns gesagt, dass das Schiff mit unserem Container circa 3 Wochen von Vladivostok nach Bangkok braucht.Leider ist nun bereits die vierte Woche hier in Thailand angebrochen und unser Container schippert immer noch munter irgendwo zwischen Südkorea und Malaysia, wo er noch einmal umgeladen wird, hin und her… Leider haben wir nur ein sog. „Visa on Arrival“ das man kostenlos bei der Ankunft am Flughafen erhält. Nachteil dieses Visums ist, dass es nur 30 Tage gültig ist und so langsam wird uns klar, dass wir unsere Motorräder bis zum Ablauf unseres Visums nie und nimmer bekommen… :-(So überlegen wir recht lange hin und her, was wir denn nun tun sollen, denn wir müssen Thailand erst mal verlassen, so viel steht fest.Auf Anraten des Besitzers unseres Guesthouses beschließen wir schließlich, den Zug nach Malaysia zu nehmen und uns ein paar schöne Tage am Strand der malaysischen Insel Penang zu machen und dort auf den ersehnten Anruf der Reederei zu warten.Gesagt, getan und so sitzen wir schon am nächsten Vormittag am Bahnhof und warten auf den Zug nach Butterworth/Malaysia.Da wir relativ kurzfristig unsere Zugtickets gekauft haben sind leider nur noch zwei obere Betten frei, was auch zur Folge hat, dass wir in verschiedenen Reihen sitzen müssen. Wir haben schon gehört, dass die unteren Betten sehr begehrt sind, da sie breiter sind als die oberen, aber egal, Hauptsache wir haben überhaupt noch Plätze bekommen!Und so sitzen wir geschlagene 22 Stunden (!!) im Zug und tuckern in Richtung Malaysia.

Dokumente für die Einreise: Reisepass - Visum bei Ankunft (30 Tage) Route: per FlugzeugVladiwostok - Seoul (Südkorea) - Bangkok (Thailand)Währung: BahtOrtszeit: + 6 StundenTransport: Einreise per Flugzeug (345 €/ Person)

5 Wochen ohne Motorrad

Die nächste Woche verbringen wir unter anderem damit, mindestens 3 Mal täglich auf die belebte Hauptstraße gleich bei unserem Guesthouse um die Ecke zu gehen, um uns dort durch das leckere und ungewohnte Angebot an essbaren Köstlichkeiten der unzähligen Straßenstände zu futtern.Einmal erwischt uns ein für diese Jahreszeit typischer starker Regenschauer und so versorgen uns die Einheimischen mit zwei selbstgebastelten Regenhäubchen. Sieht das nicht liab aus? :-)Nützt leider nicht viel, wir sind trotzdem binnen einer Minute durch und durch nass. Bei Temperaturen zwischen 25 und 25 Grad Celsius ist das aber nicht weiter schlimm.

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